Donnerstag, 28. Oktober 2021

Jack Woodhead reflektiert bar jeder Vernunft

oder für den Titel sollte ich eigentlich einen Pulitzer Preis verliehen bekommen ;)

Selten hat ein Mensch so in eine Location gepasst wie Jack Woodhead zur Bar jeder Vernunft. Bzw. selten habe ich Programme gesehen, die vollkommen histerisch angefangen haben und am Ende zu einem großen Ganzen empor gestiegen sind. Jack ist der Meister der schnellen Sprache und wahrscheinlich hat er nochmal 25% Geschwindigkeit oben drauf gepackt weil man dem alten Hasen dann doch ein wenig die Anspannung angesehen hat. Schließlich war es sein Solo-Debut im legendären Spiegelzelt. Gleich zu Beginn der Show geht sein britisches Temperament komplett mit ihm durch – gefeiert von den vielen Jack Woodhead Anhängern, die um mich herum saßen. Aufgerüscht in extrem hohen Hacken, Leder und viel Pailette erzählt er von seiner Kindheit und diversen Anekdoten – die ich ihm zu 100% glaube. Vor allen das kleine Zwischenspiel am Flughafen ist mir tatsächlich nicht wirklich unbekannt.

Doch Jack kann auch anders und genau an dem Punkt hat er mich abgeholt. Melancholische Songs begleitet von seinen virtuos flinken Händen auf dem Klavier mit viel Leidenschaft interpretiert und einer gehörigen Prise Charles Asnavour im Ton…. spätestens dann erhaschte mich der erste Gänsepellenschauer. Jack ist aber auch in der Lage diese Stimmung mit einer einzigen Geste verwehen zu lassen und in wilde Slapstick Momente zu überführen. Nebenbei hat sich Jack auch noch eine Band eingeladen, die aber irgenwie aus meiner Sicht zu oft nur eine statistische Rolle spielen durfte oder einen Costumechange überspielen musste, der kurz vor der Pause aus meiner Sicht ein Hauch zu spät platziert war.. aber ick bin tatsächlich in Sachen Verkleidung auch nicht der Maßstab – oder doch ;) …. Jedoch wenn die Jungs aufgespielt haben war es ein grandioses Live Feuerwerk.

Der gesamte Abend unter Freunden und Wegbegleitern war aber supertoll auch wenn ich mich immer Frage warum Menschen meinen Alter Ego nicht mit Sheila Wolf in Verbindung bringen. Irgendwie war ich am Schluß schon fast etwas genervt – hab mir aber dann am Schluß eingeredet, das es auch irgendwie ein Kompliment ist wenn meine Verwandlung so krass ist, das selbst Menschen mit denen ich schon seit Jahren zusammenarbeite es nicht schaffen meine beiden Gesichter miteinander zu verschmelzen. Naja… egal… ich glaube das ist auch ein Grund warum Jack als Markenzeichen seit Jahren seine Uniformsschirmmütze trägt und auch sonst mit seinen überhohen High-Heels ein wiedererkennungswert geschaffen hat. Abgesehen davon ist es wirklich eine unglaubliche Leistung auf diesen Hacken auf der Bühne herumzuwackeln und dann auch noch Klavier zu spielen…

Jack Woodheads Reflections gibt es dieses Jahr noch am 18. Oktober und 29. November 2021 natürlich nur in der Bar jeder Vernunft.