Montag, 26. September 2022

Die Bettwurst Premiere

oder wieviel Wurst braucht ein Bett….

Man muss sich mal vorstellen – es gab eine Zeit in der ich noch so jung(fräulich) war, das ich mir nicht ausmalen konnte, warum sich der dusslige Pudel meiner Großtante immer mit der Nackenrolle vergnügte und darauf durch die ganze Wohnung ritt. Ungefähr zu dieser Zeit hat Rosa von Praunheim eben diesem offensichtlichen Sextoy eine Hommage vermacht die wilder und schräger nicht hätte sein können. Die Bettwurst. Des Deutschen liebsten Accessoire nebem der gehäkelten Klorolle fürs Auto und dem Wackeldackel. Hätte ich damals schon diese unglaubliche Perle an Aufklärungsfilmchen gesehen, heute nennt man sowas ja nachhaltiges Edutainment, ich wäre nicht doof ins Bett gegangen, sondern hätte vielleicht auch diese Nackenrolle nicht unbedingt als Kopfstütze benutzt :)

Der Film von 1971 beschreibt eine hingebungsvolle Liebesgeschichte mit unzähligen Twists, Mordanschlägen, Perversionen und ausgeklügelten Konversationen inmitten einer Kleingartensiedlung bei…. ähmmm…. ja wo eigentlich?. Ungefähr genauso derb und nackig geht es in der Musicalinszenierung zu. Anna Matheur entführt uns als Luzie erneut in die Beate Uhse Lingerie Abteilung während Heiner Bomhard als Dietmar mit fast gleichem Wortgeschick ihr den Hof macht. Hin und wieder wünscht man sich eine ordentlich gedrehte Tüte mit dem guten Zeug zum gastronomischen Angebot der Bar jeder Vernunft und einige Male wird der Trash auch so bunt das man komplett ohne Drogen Sterne sieht. Musikalisch knallt die wunderbare Anna einen Knaller nach dem anderen raus und eines sei noch angemerkt. Mehr Ausstattung und Requisiten hatte nur noch Casablanca :)

Noch bis Anfang Oktober kann man sich dieses Meisterwerk in der Bar jeder Vernunft anschauen und in diesen Krimi voller Gefühle eintauchen. Alle weiteren Infos findet Ihr unter Bar jeder Vernunft.