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Die große Abrechnung mit 2012 – ein schmieriger Jahresrückblick

oder die Flucht aus dem Land der Flexonauten

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© Shutterstock

Es fällt mir ziemlich schwer das Erlebte aus 365 Tagen in einen Beitrag zu pressen. Zu viel schönes und auch weniger schönes, spannendes und furchtbar langweiliges zog an mir vorüber und gab mir Anlaß zum meckern oder zum himmelhoch jauchzen – immer mit der nötigen Prise Ehrlichkeit und direkt aus dem eigenen Koppe. Daher hab ich überlegt wie ich diesen Beitrag strukturiere. Erst kam mir die Idee alles in Monate einzuteilen – wahnsinnig innovativ oder? Nee, das wäre zu einfach gewesen. Eine dumpfdröge Zusammenfassung sollte das diesmal nicht werden sondern eine emotionale Abrechnung mit nervtötenden Eigenschaften…

Zweitausendzwölf ist Geschichte. Doch was hat es uns gebracht ? Die Menschen in unserem Land sind flexibler geworden. Anpassungsfähiger. Transparenter. Jetzt sollte man meinen diese neu erlernten Fähigkeiten seien positiv .. doch mitnichten. Gummiartig verrenkt sich unsere Kultur um eine eigene Meinung bzw. um von allen geliebt zu werden, denn Liebe ist Macht. Stellung beziehen und dazu stehen: Fehlanzeige. Fehler bekennen und im direkten Gespräch miteinander klären, auch. Die Glotze ist Religion. Das geschriebene Wort verliert. Facebook ist das Mittel zum Zweck. Doch auch hier herrscht dann nicht der offene Schlagabtausch… Nein, es wird in grammatikalisch unerkennbaren Rätseln verpackt. Philosophische Zitate wirklich schlauer Menschen müssen die Unfähigkeit übertünchen, auf Kollisionskurs zu gehen. Andeutungen machen geheimnisvoll und wenn Du Aufmerksamkeit brauchst gib Rätsel auf, sagt, so vermute ich, auch ein altes chinesisches Sprichwort oder eine buntes Hochglanzmagazin. Wie bei Horoskopen oder Glückskeksen werden Statements endlos deutbar. Der hippe Mitbürger unserer Neuzeit ist nur noch temporär meinungsaktiv und vorsichtshalber flexibel wie Elastoman von Marvel – oder war das DC?

Jetzt werden einige sagen, ist ja auch kein Wunder, wird uns ja von den Lenkern dieses Staates vorgelebt und nennt sich bei denen gelebte Demokratie oder falsche Informationsquellen! Doch ich behaupte es führt zu nichts, außer zu Mißverständnissen. Wenn man einem vermeintlichen Freund nicht mehr sagen kann, das er aus der eigenen Sicht einen Fehler begeht, weil Schmollmünder als neues Schönheitsideal gewertet werden und „bockig sein“, die neue Form der Rebellion ist, dann ist diese Gesellschaft furchtbar am Arsch. Ich sag dabei nichts gegen eine gesunde Form der Prostitution, denn ich glaube, in der freien Marktwirtschaft kommt man nicht ohne aus… ich rede dabei von säuberlich gepuderten Nasen, die sich die Mühe machen hoch hinaus zu klettern, um ihren Riechkolben dem aktuellen Luftstrom anzupassen. Und wenn der Wind dreht… na denn… watt solls dreht man einfach mit – wäre ja auch zu Schade ums teure Make-up. Als Wetterhahn haste immer eine herausragende Stellung und einen goldenen Stock im Wertesten noch dazu. Dabei geht es nicht wirklich um Innovation.. wirklich neues sieht man nur noch selten. Wenn dann mit einem Urknall der natürlich sofort von den fleissigen Arbeiterbienen kopiert wird – streng nach dem Motto: „Flexibilität“ im Alltag erspart den weniger beliebten Banküberfall. Dabei wäre so eine Tat endlich mal konsequent, wenn auch verboten.

Bevor ich nun den beliebten heißen Brei anderer als kulinarische Exklusivität verkaufe, greife ich lieber in 2013 zur beliebten Holzhammer-Methode in der Hoffnung, das es unglaublich viel Zeit und das ein oder andere Magengeschwür erspart. 2013 wird ein Jahr der klaren Ansagen.. kein freundliches VIELLEICHT… oder MAL SEHEN.. oder noch schlimmer… ICH DACHTE …. sondern ein respektvolles JA oder NEIN stehen auf meiner Agenda. Mund zu – Augen auf. Auf geht’s.

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