Mo. Okt 21st, 2019

Unterirdische Restaurant Abenteuer auf Usedom

oder schlechte Küche erkennt man an der Ansprache .. ähhh am Anspruch

blog-restaurant-usedom-06

An Deutschlands Küsten schwimmen doch noch echte Fische im Meer oder irre ich mich ??? . Zumindest dachte ich das. Ein Besuch auf Deutschlands meist gehypter Insel sollte mir leider zeigen, das es im Osten der Republik kulinarisch noch einiges zu tun gibt. Erstmal ist Usedom für mich allgemein eine eher überschätztes Tourismusabenteuer. Architektonisch an den Küsten schon sehr ansehnlich, doch kaum schaut man auf die zweite Reihe zeigen sich Plattenbauten und angestaubter 70ziger Charme. Auch Shopping ist eher Fehlanzeige… zu wenige Shops mit echten Mehrwert, zu viel Klimbim und Rumstehchen. Und dann an jeder Ecke diese Fischbrötchen Fastfood Stände…. Brrrr…

blog-restaurant-usedom-05
Typische für die Usedomer Esskultur ;)

Als doofer aber kulinarisch anspruchsvoller “Touri” sucht man dann mit der Suchmaschine seines Vertrauens nach einem guten Fischrestaurant auf Usedom und bekommt einige positive Rezessionen serviert. Die erste Wahl schien das himmelblaue Fischers Fritz zu sein, doch schon bei der Vorspeise wurde klar, hier ist der kulinarische Abenteuergeist und der Spaß am kochen lange im Fett ertränkt. Die ach so frischen Miesmuscheln in Weißwein hatten einen eher miefigen Kochwassergeruch und vom Geschmack möchte ich gar nicht erst anfangen. Als dann eine lieblos todgebratenes Schollenfilet finkenwerder Art als Hauptspeise serviert wurde war mir klar… das Fehmarnsche Aalhus ist wohl einzigartig.

Auf dem Rückweg zum Hotel sprangen mir dann im nahgelegenen “französischen” Restaurant La Brasserie die Austern ins Gesicht und der nächste Abend sollte den eben erlebten wieder aufwiegen. Leider war das weit gefehlt.. denn die Worte die mir die Bedienung entgegnete waren: “Leider aus”. Nun… ich glaube der Laden hätte flüssiges Gold servieren können – die Enttäuschung war vorprogrammiert. Das Essen war ambitioniert aber Preis-Leistungsverhältnis stimmten hier leider gar nicht. Fischsüppchen und Roulade aus “frischem” Fisch waren nett… aber nett ist bekanntlich die kleine Schwester von…. ! Anyway… Tag Drei war nur noch der jämmerliche Versuch dem frischen Fisch abzusagen und mal eine ordentliche Portion fast rohes Fleisch zu verspeisen. Im nahegelegenden Ort Zinnowitz sollte es Alex Steakhouse wuppen und bot mir auf der Karte Rippchen satt… Jaaa.. genau das brauchte ich. Doch was soll ich sagen… die absolut fähige Bedienung bekam aus der Küche folgenden Satz: “Is aus!” Mir das mitzuteilen nehm sie sichtlich mit. Allerdings muss ich gestehen das die zweite Wahl durchaus keine schlechte Wahl war. Steak und Beilagen waren wirklich schmackhaft.

blog-restaurant-usedom-04
Usedomer Strandpromenade

Schlußendlich muß ich aber von einem Retter in der Not berichten. Ein kleiner Weinladen zwischen all den riesigen Hotels und “großen” Küchen berauschte dann doch noch meinen verwöhnten Gaumen. Die Strandfiliale des Weinladens Ahlbeck verzauberte mit unglaublich gut sortierten Weinen, fantastisch süßen Leckereien und schmackhaften gehobelten Käse den Abend.