Donnerstag, 30. Mai 2024

Romeo und Julia Weltpremiere im Theater des Westens

oder ein Thema das niemals langweilig wird. LIEBE.

Ich kann mir kaum vorstellen wie hoch der Druck gewesen sein muss nach einem so großen Erfolg wie Kudamm 56 eine weitere Produktion in dieser Größe zu erdenken. Denn leider sind Menschen in diesen Zeiten fast ausschließlich mit Vergleichen beschäftigt. Weswegen es immer mehr Dating Apps gibt und Portale in denen Menschen oder Dinge wie ein Auto Quartett abgewogen werden. Romeo und Julia trägt natürlich wieder die Handschrift von Rosenstolz und behandelt die uralte Fede zwischen den Montagues (Romeo) bzw. den Capulets (Julia) erdacht vom guten alten Shakespeare. Das ist übrigens der Typ der am Rand seiner Bühnenanweisungen das Wörtchen “Drag” erfand, wenn ein Mann als Frau verkleidet auftreten sollte. Zumindest wird das so gemunkelt und jeder halbseichte Versuch den Ursprung von Drag zu erklären endet damit. Aber zurück zur Weltpremiere. Was für ein Abend. Ich kann Euch sagen ich habe selten so ein gebündeltes Aufgebot an Zweithaarträgerinnen gesehen wie auf dem roten Teppich dieser Premiere. Und natürlich durfte die Prominenz aus Kultur und Politik nicht fehlen. Das spannende dabei war das allen die Vorfreude ins Gesicht geschrieben stand aber auch die Erwartungshaltung. Und dann ging es los.

Tatsächlich habe ich persönlich eine kleine Weile gebraucht bis der geblümte Sprachgebrauch mich überzeugt bzw. mitgerissen hat. Und ich hätte auch nichts dagegen gehabt wenn das ganze Mal in die heutige Sprache übersetzt worden wäre. Zumal der damalige Film mit Leonardo diCaprio ebenfalls zu Ehren des großen Meisters die Originalübersetzung genommen hat. Aber das war auch das einzige was mich nicht gleich zu Beginn mitgerissen hat. Das Bühnenbild war der Hammer, die Lichtinszenierung noch besser und die tänzerischen Einlagen wieder mitreissend. Wer die Geschichte von Romeo und Julia jetzt nicht kennt dem kann ich an dieser Stelle leider nicht mehr helfen. Und auch wenn Musicals eigentlich fast immer mit einem Happy End das Publikum nach Hause schicken so hat Peter Plate und Ulf Leo Sommer natürlich das Stück NICHT umgeschrieben. Es bleibt also tragisch und deprimierend ABER bekommt eine ganz tolle und superaktuelle Message am Schluß. Denn tragischerweise hat die Story natürlich immer noch eine hohe Relevanz zur heutigen Zeit auch wenn die Renaissance schon eine Weile zurückliegt aber wir Menschen scheinen offenbar nicht dazuzulernen wenn es um Gier, Neid und auch Liebe geht. Emotional hat mich das Musical wieder geschüttelt und gerührt – auch wenn ich sagen muss das Kudamm 56 diesbezüglich noch eine Schippe draufgelegt hatte. Um ehrlich zu sein war ich darüber aber ganz froh. Denn auch wenn mein Makeup wasserfest ist so ist fühlt sich ein verheultes Gesicht immer weniger glamourös an :) Natürlich gab es aber mindestens zwei Stellen an denen sich meine Nackenhaare bis zu den Häarchen am kleinen lackierten Zeh vor Begeisterung hochgestellt haben. Zum einen war das Solo der Amme aka Steffi Irmen einfach zum Niederknien und unglaublich großartig und zum anderen MUSS an dieser Stelle der Todesengel gespielt von Nils Wanderer hier in meiner kleinen Blog Bubble Erwähnung finden. Danke für diese unglaublich tollen Bilder die ihr akkustisch aber auch optisch transportiert habt.

Berlin hat ein neues sensationelles Musical – ein das muss man gesehen haben und zwar nicht nur wenn man Musicalliebhaber ist. Taucht ein in eine Liebesgeschichte wie keine zweite… und genießt ein weiteres Meisterwerk mit ganz viel Liebe zum Detail. Denn Liebe ist letztendlich doch einfach alles worum es in unserem Leben geht !!

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