So. Dez 8th, 2019

Queen of Drags Sneak Preview im Zoo-Palast

oder ein Fest für Männer die Make-Up stehen… ;)

Nun gut … da ist es nun. Das deutsche Equivalent zu RuPauls Drag Race. Und laut Aussage einiger Beteiligten wohl DER Meilenstein in der Geschichte der Dragqueens im deutschsprachigen Raum. Vergessen sind all die großen Namen wie Marry Morgan oder Lilo Wanders – die seinerzeit Fernsehgeschichte geschrieben haben aber egal. Es leben die Trumpschen Superlativen dieser Generation. Bevor ich meine doch weniger harsche Kritik an manchen Punkten anbringen möchte erstmal vorweg… es ist gut geworden. Die gesamte Aufmachung und vor allem der Blick hinter den Spiegel auf die Personen ist deutlich weniger oberflächlich als man von Pro7 gewohnt ist. Einige Geschichten gehen sogar unter die Haut und somit ist das Format dem Anspruch gerecht geworden sich um die Hintergründe zu bemühen. Jetzt kann man geteilter Meinung sein ob man alle Protagonisten mag ;). Ich hoffe inständig das Pro7 nicht im Vorfeld “Character-Design” betrieben hat und jeder eine gewisse Rolle annehmen musste.

Sehr positiv ist mir aufgefallen das Heidi Klum NICHT den Mainpart übernimmt und wie bei GNTM nur zwei Scheinjuroren an ihrer Seite als Statisten sitzen läßt. Sie nimmt sich zurück auch wenn dadurch ihre Moderationen nicht besser werden. Für mich steht ganz klar Conchita an erster Stelle. Sie begeistert mit perfekt ausformulierten ganzen Sätzen und klugen Einwänden sowie emotionalen Augenblicken sowohl in der Gestik als auch, wie immer, in der Wortwahl. Auch die Gastjurorin Olivia Jones als “altes” Travestiepferd weiß um den Unterhaltungswert einer authentisch humorvoll platzierten Rede und haut schon witzige Sprüche unterhalb der Gürtellinie raus. Dazu kommt ein hochwertiges Setting und ein paar tolle Kostüme. Auch das Theater und der Schmink-Vorbereitungsraum sind chic wohingegen die Zuschauer sehr gequält aussehen und tatsächlich als Fremdkörper bzw. Lückenfüller platziert wurden. Die meisten der bisher gezeigten Darsteller von Queen of Drags sind sich der Verantwortung bewusst und reden frei von der Seele über ihre Ziele und Wünsche. Und dann gibt es jene welche die polarisieren wollen – die von sich aus gleich mal mit Superlativen um sich schmeissen als ob sie das Rad erfunden haben. Und genau in dieses nicht vorhandene Feingefühl schlägt dann auch noch ein Bill Kaulitz während des Interviews im Zoo-Palast mit der Aussage “man” (ob er sich dabei selbst gemeint hat?) hätte ja quasi den ganz deutschsprachigen Raum nach Verkleidungskünstlern abgesucht und die besten 10 sind nun hier am Start. Hmmmnnnnn….. das gab dem ganzen eine gewisse Endgültigkeit und somit keine Luft für eine zweite Staffel. Aber soweit hat dann nur Conchita gedacht und gleich den Satz auf charmante Weise deutlich besser beendet.

Ich möchte an dieser Stelle nicht auf alle Teilnehmerinnen eingehen aber ein paar seien genannt. Ich brenne für Bambi Mercury – nicht nur weil sie das kreative Rüstzeug hat sondern weil sie wie Conchita in der Lage ist für eine Sache einzustehen und diese dem Gemeinwohl zugute kommen zu lassen. Mehr miteinander statt gegeneinander…. was nicht heißen muss das man damit dann nichts verdienen kann ;) . Ich war freudig beglückt als ich eine Catherrine Leclery in dem Cast erspähte und auch Vava Vilde mit ihrem futuristischen Style machte großen Spaß. Candy Crashs Versuch in die Burlesque Richtung zu gehen ist sagen wir mal ausbaufähig :) und ansonsten fand ich Aria Addams mega sympatisch.

Also alles in Allem war es ein spannender Auftakt der natürlich mit einem Cliffhanger endete. Ich bin mir am Ende allerdings nicht sicher gewesen ob ich nicht doch lieber zur Künstler gegen Aids Gala 2019 gegangen wäre, denn tatsächlich habe ich diese extra wegen der Red Carpet Premiere von Queen of Drags gecancelt und wenn wir mal ehrlich sind war das nicht wirklich ein Red Carpet …. doch wie Conchita am Schluß der Veranstaltung bemerkte… war es ihr ein Fest die Unterstützung der Drag Royalty zu sehen ;) ;) …. damit meinte sie aber natürlich Gloria und Barbie :)