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Wenn Jean Paul Gaultier Schneewittchen im Staatsballett Berlin einkleidet

oder eine Märcheninszenierung irgendwo zwischen David Lynch, Fashionikone Gaultier und Fetisch.

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Fotos: Enrico Nawrath mit freundlicher Genehmigung des Staatsballetts Berlin

So weiß wie Schnee, so rot wie Blut, so schwarz wie Ebenholz – kennt ihr… oder? Klar wer kennt das bekannteste Zitat aus der Märchenwelt nicht? Aber wußtet Ihr das zur Zeit eine Inszenierung des Berliner Staatsballetts das Publikum zu stehenden Applause bewegt? Nein?… nun dann wißt ihr es jetzt und solltet es unbedingt geniessen. Ich kann im Augenblick gar nicht in Worte fassen was ich eben sehen durfte… eine unglaubliche Inszenierung in der alles stimmte. Wunderbare Ideen für das Bühnenbild, mal spartanisch zurückhaltend um Tänzer und Tänzerinnen Raum zu lassen, mal kraftvoll, detailreich und mit wunderbaren Lichtspiel.

Gleiches gilt für die Kostüme von Jean Paul Gaultier, sowohl die peitschend böse Lackkönigin mit Ihren in Zentai gehüllten Kätzchen als auch Jäger und Zwerge durften sich in detailreichen tollen Roben darstellen. Unglaubliche Bilder unmalt mit der Musik von Gustav Mahler aber auch bizarren Klängen erinnerten mich an David Lynch und ließen mehr als einmal eine meterhohe Gänsehaut über meine Arme huschen.. wattn Glück das es dunkel war *grins*. Jede Szene wurde durch diverse Highlights betont ohne überfrachtet zu wirken… und auch die tänzerische Aussage war so stark das Sprache vollkommen unnötig wird. Es gab praktisch keine Stelle in der Schneewittchen Inszenierung des Staatsballettes die einem langatmig vorkam und spätestens bei der Spieglein, Spieglein Szene wird einem das ganze Ausmaß der Genialität bewußt.

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Fotos: Enrico Nawrath mit freundlicher Genehmigung des Staatsballetts Berlin

Und als wenn es nicht schon genial genug wäre steht dann plötzlich eine massive Felswand auf der Bühne mit kleinen Löchern und senkrecht hinunter werden dann sieben Zwerge eine tänzerische Meisterleistung vollbringen, ein bissl Artistik, Variete, viel Bewegung, Tanz und Akrobatik bringen diese Art des modernen Ballettes auch Menschen nah die mit Spitzentanz und viel Tütü nicht viel anfangen können. Bewegend auch der Augenblick als plötzlich der Saal der Deutschen Oper in tiefes schwarz gehüllt wird und mit genialen Geräuschen untermalt auf eine Pause vermuten läßt. Ein warten auf das Licht machte mich und die Menschen um mich rum ein wenig unruhig bevor der Vorhang wieder geöffnet wurde und einem die Pause ersparrt wird. Ersparrt deswegen weil dann der Break die Stimmung verlorengehen würde….

Niemals zuvor habe ich solch eine starke Inszenierung mit so viel Kraft gesehen.. es gab mal vor gefühlten hundert Jahren eine wesentlich kleinere Tanzdarbietung mit dem Sound von Cosmic Baby namens Futura, die hatte ebenso starke Bilder, allerdings hat Schneewittchen viel mehr Kraft und Gaultier hat eine bizarre und phantastische Kostümwelt geschaffen die es allein schon wert ist gesehen zu werden… also… man wird ganz und gar bewegt beim Stück von Ballett von Angelin Preljocaj! Viel Spaß. Weitere Aufführungen 17 | 19 | 22 Mai 2009, 12 | 13 Juni 2009. Ticketservice 030 – 20 60 92 630 | tickets(at)staatsballett-berlin.de

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