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Sharon Brauner – jiddisch für Fortgeschrittene

oder Meschpoke, Malochen, Schmusen… ditt is vonne Bärliners – dachte ick!


Sorry für die BildqualiTÖT.. aber so ein Smartphone is eben keene Kamera 🙂

Konzerte in der Bar jeder Vernunft sind immer ein besonderes Vergnügen. Warum? Weil sie gleichzusetzen sind mit dem Kauf eines Überraschungsei(e)s. (Manchmal macht mich der Genitiv echt irre… *llooll*) Wenn man es gekauft hat weiß man um den süchtigmachenden Geschmack der Schokolade, sofern sie gut gekühlt wurde und freut sich über eine gewisse Spannung, auch wenn man es nicht zugeben will, bis man das gelbe Ei herausgepellt hat. Dann öffnet man das Plastikei und …. wenn man richtig geschüttelt hat, erwartet einem der Papa Schlumpf oder in dem Fall Schlumpfine. Nun war Sharon Brauner alles andere als Blau mit weisser Kappe als sie die Bühne erklommen hat, aber spätestens als sie das erste Lied ins Mikro zum besten gab… hatte sie trotzdem meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Wobei.. naja.. also fast… denn direkt neben mir saß eine Frau die bis kurz vor Beginn erstmal wild die Stricknadeln geschwungen hat, um dann während des Konzertes die ganze Zeit mit ihrem Scheiß-billig-Blackberry irgendwelche Nachrichten zu beantworten.

Kennt ihr das wenn dauernd ditt Handylicht dir seitlich ins Auge scheint… !?!? Ick meine ick bin ja schon wirklich Facebook addicted aber die … furchtbar. Nun gut – Sharon Brauner war mir bis gestern Abend nur als Name geläufig. Interessanterweise ein Name der mir sowohl als kulturinteressierte Person bekannt war, als auch als Privatperson. Ick sag ma soviel.. die Welt iss’n Dorf aber das wissen ja alle. Jedenfalls hat mich der kleine Kurs in Jiddisch doch sehr fasziniert. Ehrlich gesagt hab ick mir als echte Berliner(in) nie so wirklich mit jüdischem Lied- oder Kulturgut beschäftigt. Klar die üblichen Themen und ein wenig Allgemeinwissen sind aus der Schule geblieben aber sonst… bin ick quasi wie die Jungfrau zum Kinde zu diesem Konzert gekommen. Neben Aufklärung in bekannten deutschen Redewendungen die ganz eindeutig aus dem jiddischen stammen… wie z.b. „Hals und Beinbruch“ oder „Bei jemanden ein Stein im Brett haben“… gab es auch Melancholie und Lebensfreude im lustigen Dauerwechsel. Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt… aber immer ganz Ohr so würde ich meinen Zustand beim Auftritt von Sharon Brauner beschreiben.

Das Sharon anfangs ziemlich leger die Bühne betrat rechne ick ma ihrem Charlottenburger Charme zu. Mit ihrer unverkennbar lockeren Art und geballter Lebensfreude zaubert sie eine mitreißende Mischung aus handgemachtem deutschem Lounge-Pop und jiddischen Evergreens, die mit Tangoklängen, kubanischen Rhythmen, Bossa-Nova- und Balkanbeats, Swing und orientalischen Arabesken gewürzt sind. Achtung im letzten Teil steckt ein halbes Zitat – weil ditt klang einfach so passend.. besser hätt ick ditt oooch nicht sagen können. Zu guter letzt möchte.. nein MUSS ich mich beim Mann vom Licht bedanken, der Sharon Brauner gut beleuchtet hat und gleichmaßen dafür verantwortlich war, das ick diesen Abend geniessen konnte. Merci Philipp! Ach… und nochwatt fällt mir ein. Wenn eine jüdische Sängerin und Schauspielerin in der Liebe alle Religionen ausprobiert hat und einen Song vom höchstbezahlten weiblichen Filmstar im Dritten Reich Zarah Leander zum besten gibt… dann .. ja dann nenn ich das „Open Minded!“

 

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