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Meinungsdiktatoren auf sozialen Netzwerken

oder im Land der Blockade: mein Wort zum Sonntag.


© Shutterstock

Es gibt noch genug Länder auf diesem Planeten in dem schräge und teilweise gefährliche Diktatoren den Menschen den Mund verbieten. Da kann man nur froh sein in einem Land zu wohnen wo jeder sein persönliches kleines Reich aufbauen und beherrschen kann. Eine Welt in der Gedankenaustausch nur so weit gehen darf, wie der einzelne es zuläßt, eine Welt voller Macht und dem allseits geliebten und furchtbar vernichtenden BLOCKADE Button. Gemeint ist natürlich das zur Zeit wichtigste soziale Netzwerk – FACEBOOK. In Facebook sind wir alle Könige und Kaiserinnen – wunderschön und unglaublich klug – auch wenn ab und zu die deutsche Grammatik etwas anderes aussagt 😉 .. anyway… Facebook ist unsere persönliche kleine Diktatur. Als ich vor Jahren von MySpace auf Facebook wechselte war mir nicht klar welchen Stellenwert dieses „soziale“ Netzwerk mal haben wird. Früher oder später wird es möglich sein in LIKES zu bezahlen – nach dem Motto, gibst du mir 1000 Deiner Likes bekommst du ein paar Heels for free. Brave new World.

Und in eben dieser LIKE-Welt tut man sich schwer nicht dem Größenwahn einer Diktatorin zu unterliegen. Ich selbst schließe mich da übrigens nicht aus. Für mich ist FACEBOOK kein Meinungsmacher und darüber hinaus ein ziemlicher Zeitfaktor aber das ist eine andere Geschichte. Anders als manch andere passiert es mir höchst selten, das ich mich auf Facebook über andere ergötze, defamierende Sprüche und/oder Bilder poste und darüber hinaus Menschen bewerte – weder optisch, noch geistig. Facebook ist zwar ein soziales Netzwerk aber die Kunst der Pflege von sozialen Kontakten scheint im eigenen kleinen begrenzten Reich nicht allen gegeben oder wird bewußt vermieden – denn die kleinen grauen Zellen müßten ja dann beschäftigt werden. Eine lustige Geschichte spielte sich Ende letzten Jahres ab und war alleine noch nicht genug um hier mit Buchstaben bedacht zu werden, doch als gestern eine zweite hinzukam, fühlte ich mich genötigt das einfach mal zu Papier zu bringen. Ja.. ich muß es nun leider gestehen. Zwei Profildiktatoren haben mich gelöscht und gleichzeitig gebannt.. oder ich glaube das nennt man geblockt. Einfach so.. nur weil ich mir erlaubt habe mit meiner Meinung ihre Eigentum zu beschmutzen.. ja man könnte fast sagen besudeln. Interessanterweise haben beide mit der Travestie oder sollte ich sagen Dragkunst zu tun … obwohl nee halt.. das sag ich lieber nicht weil genau das gab den Anlass mich in die digitale Wüste zu schicken. Grausam da steh ich nun .. ganz allein.. mit furchtbaren Gewissensbissen und zwei Bekannten weniger. Eine der beiden Personen wurde als Duisburger Klonkriegerin in Berlin geboren und von meiner blonden Blutsschwester hochgezüchtet bis es dann zum intergalaktischen Eklat kam. Ein Rosenkrieg um Gefühle, materielle Habseligkeiten und falsch interpretierte Facebook Chat Zeilen begann. Ich versprach mich als Mediatorin zu engagieren, stieß jedoch auf grundschulische Verhaltensweisen und ein rheinisches Netz voller falscher Wahrheiten. Letztendlich wurde ich AUSGESTOSSEN – eine Seele weniger im Fluß der über zehntausend Pinnwandmeinungen.


Diktatorinnen der ersten Stunde …. gemeint ist natürlich die KATZE 😉

Ähnlich scheint es auch in der Frankfurter Tiefebene einen Hang zum imperialen Herrschergedanken zu geben. Dort zog kürzlich eine Person aus um die Regeln der Drags/Travestie neu zu definieren. Blutjung, immer halbnackend und immer von dem jugendlichen Ehrgeiz getrieben, gegen den Strom der Kolleginnen zu rudern. Dabei tun wir das eigentlich alle – jede für sich auf seine Weise – die eine besser, die andere schlechter. Das Bedürfnis nach Kategorisierung (im übrigen ohne H – sorry aber ditt konnt ich mir nicht verkneifen 😉 .. ) ist dabei so überflüssig wie Nagelpilz (schließlich jibbet ja deckenden knallroten Nagellack ;-)). Im Grunde fördern Qualitätsunterschiede lediglich das Weiterkommen der einzelnen Künstler und nix weiter… ob man da nun als Drag, Transe oder Perverser beschimpft wird spielt kaum ein Rolle. Diese meine Ausführung führte auch in dem kleinen diktatorischen Universum zum Entzug der geschätzten Freundschaft auf unserem haßgeliebten Netzwerk – wohlgemerkt nach nur zwei Kommentaren *loool*. Interessanterweise auch hier nicht ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen. Der suizidale Grundtenor war bei beiden gleich und ließ mich gestern für etwa 0,25 Sek. über meine Verhaltensweise nachdenken um zu dem Schluß zu kommen, das ich weiter in rebellischer Form, anderen meine Ergüsse auf die Pinnwand hacke, ohne dabei an die schwerwiegenden sozialen Folgen zu denken, das jemand sich damit beschäftigen muß. Schließlich ist das mal der Grundgedanke von Zuckerberg gewesen und nicht die Zurschaustellung von erogenen Zonen jegweder Art ;-).

Ich rufe all jenen Zweithaarträgerinnen im Frankfurter Großraum, die von Existenzängsten bedrohnt waren, weil sie nicht der Schublade einer ECHTEN Dragqueen entsprachen, folgendes zu: Bleibt wie ihr seid… mnnh ok arbeiten könnta an euch, aber bleibt wie ihr seid.. ihr macht alles richtig und um in der Sprache meenes jeliebten Bürgermeisters zu bleiben „und ditt is ooch juut so!“. Axxo.. ihr wollt noch wissen um wem ditt hier überhaupt jeht? naja.. ick bin ja dunkelhaarig deswegen werden mir Namen nicht rausrutschen – nur soviel sei gesagt: Ms. Blond in Duisburg und Ms. Blonder in Frankfurt. Abgesehen davon sind die Strukturen in der Hauptstadt auch ein wenig marode … aber das is wieder ein anderes Thema – na wenn das mal keene Triologie wird *lool*

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