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Glaube. Liebe. Hoffnung – Hüter des Lichts entzücken

oder es steckt noch immer tief in uns drin…


© Dreamworks

Irgendwann hab auch ich meinen Glauben an all die wunderbaren Dinge verloren, die uns in der Kindheit so unbeschwert getragen haben. Es waren die kleinen Dinge, die für uns damals riesig groß waren. Der Glaube an den Weihnachtsmann gehörte definitiv dazu.. oder der Glaube das der Kühlschrank sich immer von selber füllt… oder der Glaube das Mama und Papa immer da sein werden, um uns die gebratenen Tauben aus der Luft zu fischen. Es war eine wunderbare Zeit, die mir gestern im neuen Film von Dreamworks wieder in Erinnerung gebracht wurde. Und nicht nur das. Auch der schlimmste aller Alpträume wurde bebildert… ungesehen zu existieren. Jetzt fragt man sich sicher wie man das in eine Geschichte pressen kann ohne das es kitschig oder albern wirkt.. nun die Hüter des Lichts haben es geschafft. Der Film ist bezaubernd, weckt verloren geglaubte Erinnerungen und stärkt den Glauben – das meine ich allerdings in meinem Fall nicht aus religiöser Sicht. Sondern den Glauben an das was unsere Fantasie in der Lage ist zu erschaffen.

Beruf, Einheitsbrei und gesellschaftliche Verpflichtungen kleben an uns wie ein schlechtsitzendes Korsett, das viel zu eng mit jeder Bewegung den Körper quält. Und genau daran hat mich der Film erinnert. Viel zu sehr war ich schon wieder im Strudel des Alltags versunken, viel zu sehr hab ich mich von Dingen aus der Fassung bringen lassen, die mich als Kind einen Scheiß interessiert haben. Es gab schon immer Menschen in meiner Umgebung, die mich entweder nicht sehen wollten oder nach den Dingen trachteten, die mir das Leben geschenkt hat oder die ich mir verdient hatte. Das ist heute noch immer so… Neid ist ein großer Verbündeter, der Dich kurzfristig stark werden läßt, um Dich dann bitterböse zu hintergehen. Die Geschichte um den Verlust des Glaubens an Dinge wie Ostern, Weihnachten.. ja sogar den Sandmann und die Zahnfee… ist so wunderbar auf alles runterzubrechen was wir im Laufe der Zeit verloren haben. Letztendlich sogar auf den Glauben an sich selber. Und NUR wenn DU an DICH glaubst, bewegst DU etwas. Es gibt Menschen die Glauben an eine übergeordete dimensionsunabhängige Macht, die uns führt… wenn Du sie aber nach den Osterhasen oder Väterchen Frost fragst, winken sie lächelnd ab. Auch die Anhänger von Horoskope und Wahrsagerei werden dir einen Vogel zeigen wenn Du anfängst was vom Schwarzen Mann zu erzählen… dabei ist es das gleiche. Der kleinste gemeinsame Nenner ist der Glaube und der macht uns stark. Nicht immer hilft der Glaube – manchmal führt er Menschen auf finstere Wege – gerade wenn es um Religion geht… doch im neuen Animationsfilm von Dreamworks beflügelt er die Herzen – und so auch meins.

Volltättoowierte russische Weihnachtsmänner, Yetis statt Elfen, die filigrane Weihnachtsarbeiten ausführen und kolibriartige Zahnfeen, die uns Menschen mit kleinen Wünschen helfen und an die mein größter Schatz nach wie vor mit aller Macht glaubt… obwohl die Realität längst mit großem Backpfeifen zugeschlagen hat, zeigen die Detailliebe des Films und bereiten unheimlich viel Spaß in 3D. Anfangs hat mir der Animationsstil, früher hätte man gesagt die Art der Zeichnung, nicht gefallen – es wirkte etwas mangamäßig – doch die Geschichte verzaubert schnell und spätestens mit den kleinen Zwergen und dem riesigen Kangeruh… öööhmm.. sorry Osterhasen hatten sie mich auch da abgeholt. Dreamworks schickt den geneigten Kinogänger mit Hüter des Lichts wiedermal auf eine spannende Reise, voller Action und Emotionen und schenkt dem ein oder anderen ein kleines bisschen Glauben… aber vorsicht.. wer sich zu stark im harten Alltag des Lebens befindet, wird wohl im Film nichts weiter als einen Festtags-Marketing-Schachzug von den Machern von Shrek und KungFu Panda sehen…. denn deren Licht ist längst unwiederbringbar erloschen…

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