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MIO Restaurant – das Cafe Keese 2.0

oder eine ganz schön bunte Überraschung…

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Das MIO Restaurant am Fuße des Fernsehturms am Alexanderplatz ist ja nun ganz watt neuet. Kürzlich mit Pauken und Trompeten eröffnet bietet es ganz „normale“ Küche zu normalen Preisen. Leider hab ick die Eröffnung ja verpasst und dennoch war ick irre neugierig was mich in solch einem hochgezüchteten Schlösschen erwartet. Schon die Reservierung des Tisches war irgendwie anders, da mir freundlich am Telefon mitgeteilt wurde, ich solle bitte eine Online Reservierung vornehmen – die dann auch tatsächlich nirgends vermerkt war. Das machte glücklicherweise nichts, da sich keine Menschenmassen um die Tische prügelten. Die freie Tischwahl ließ uns einen iPadtisch wählen. Häää.. was ist das? Ganz einfach, die Antwort auf die Online Zocker die Tag und Nacht vor den Ballergames hocken. Hier werden sie nun endlich wieder resozialisiert… wie ein überdimensionales iPad kann man mittels Touchpad den gesamten Tisch als Entertainmentdisplay nutzen.

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Einerseits nervt es ein wenig wenn die hektischen Zuckungen durch abgestellte Gläser dauerhaft im Auge brennen… anderseits lebt eine weitere Tradition wieder auf. Man kann nämlich alle Displaytische des Restaurant per Chat und Videocam ansteuern – ditt is wie früher im Cafe Keese – irgendwie toll. Natürlich gibt es Apps die einem den gesprächslosen Abend mit der Liebsten oder dem Liebsten untermalen und zu keiner Zeit kann man im MIO in die unschöne Situation kommen nicht zu wissen was man tun soll. Spielen scheint die Antwort auf die lange Weile im Restaurant. Wurde man früher als Kind in die Spielecke verfrachtet und durfte mit Holzklötzchen bauen, so sitzt man nun vor einem Display und kann auch hier basteln. Doch Spiele sind nicht alles. Da jibbet ja noch ditt Ambiente und natürlich das Essen. Ersteres möchte ich mal so beschreiben. Man nehme Harald Glööcklers Schlösschen, mixt das mit wilden Achtziger Neonbeleuchtungen und transportiere das ins 22. Flatscreen Jahrhundert – Voila… das MIO Restaurant ist geboren. Die Toiletten sind so overstyled das man fast vergisst warum man sie aufgesucht hat. Irgendwie Oohhh.. und Aaahhh… wie auf’m Rummel 😉 aber deutlich kostspieliger. Beinahe kommt man in Versuchung bei all dem Glitzer mit dem Schlüssel eine wenig an den Wänden zu polken… lool.. der Gold- und Diamantenpreis ist ja grad enorm hoch. 😉

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Nun kommen wir mal zu den Speisen. Holla… die haben mich echt gerockt. Ganz ehrlich, ich hätte gern ein wenig kulinarische Demontage betrieben, denn meistens sind Restaurants die mit schönem Glanze den Gast beschwippsen wollen, schlecht in der Zubereitung der Speisen. Tja… ditt ist beim MIO Restaurant überhaupt nicht so. Selten hab ich eine so gute Vorspeise (Vitello Tonnato) zu mir nehmen dürfen. Juuut… die Speisen sind jetzt keine Kreativhighlights aber äußerst frisch und schmackhaft. Auch das ewige Testgericht – das Wiener Kalbschnitzel war wirklich gut und deutlich schmackhafter als im Figlmüllers. Ich hab ja nun schon so einige gute Schnitzelmeister gequält, das Sissi, das Uferlos, die Schnitzelei und viele mehr… und das MIO reiht sich nahtlos ein, in die schmackhaften Kalbfleischschläger. Am Nebentisch konnte ich ordentliche Pizza und Pasta begaffen – hab dann aber doch davon Abstand genommen zu fragen ob’s schmeckt 😉 .. wobei.. ich hätte das ja auch per CHAT erledigen können *loool*… Fazit: Das neue MIO direkt unter dem bekannten Fernsehturm siedelt sich irgendwo zwischen Erlebnisgastronomie und gutem Essen an mit dem Anspruch mal gegen den Tischdeckentrend zu servieren… also ich gehe da nochmal hin.. schon alleine um diese Tischspielerei zu verstehen 🙂

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