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Filmtipp: Udo Kier führt das House of Boys

oder im Rausch des Lebens verbrannt…

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Kürzlich hatte ich das große Vergnügen den Film „Rockabilly Ruhrpott“ aus dem Verleih Filmlichter im Kino zu erleben und weil ich immer gern ein wenig die Hintergründe beleuchte bevor ick was aufs digitale Papier kritzele fiel mir ein weiterer Film aus diesem Verleih auf. House of Boys – mit dem wunderbaren Udo Kier. Ich glaube neben Thomas Herrmanns war Udo Kier der erste Promi den ick zusammen mit Michalsky im VIP Bereich des damaligen Bangaloos traf. Und ick kann behaupten … Udo war grandios. Wir hatten ’nen duften Smalltalk und ick war mächtig stolz den Obervampir getroffen zu haben. Zu der Zeit hatte er eventuell schon das Drehbuch zum Film House of Boys gelesen.. aber der Streifen war garantiert noch nicht im Kasten und ich glaube das er auch nicht geahnt hat, wie wunderbar die Maskenbildner ihn in House of Boys zurecht schminken. House of Boys handelt von der Liebe – einer Liebe zwischen zwei Männern die von der „Schwulenseuche“ in den Achtzigern zu einem jähen Ende kommt.

Jean Claude Schlim inszenierte 2009 einen Geschichte die gleichermaßen bewegt wie fasziniert. Der Protagonist aus gutem Hause flieht vor der behütetem Leben in eine Mixture aus freuzügiger Kleinkunst, Drogen und Prostitution um sich Hals über Kopf zu verlieben. Die Ironie des Schicksals läßt seine Liebe anfangs klanglos verhallen doch Beharrlichkeit und Glaube versetzt ja bekanntlich Berge – selbst wenn es darum geht einem Heteromann zu überzeugen. Udo Kier führt ein Haus in dem es um Prostitution von Männern geht. Nebenbei allerdings werden tolle Travestie Performances eingefangen, ein wenig am Transgender Schräubchen gedreht und natürlich das allgegenwärtige Thema AIDS bebildert. In einer Zeit in der Rock Hudson sich öffentlich outet und die Unsicherheit und Angst ein neuer Bestandteil des Liebeslebens vieler schwuler Männer und der käuflichen Liebe wird versucht eine junge Liebe sich den Weg durch Verzweiflung, Angst und letztendlich den Tod zu meistern.

House of Boys geht zwar nicht auf alle Probleme ein – zeigt aber ein sehr starkes Charakterkino und versucht gerade im letzten Teil des Filmes den heutigen Umgang mit der Krankheit wieder etwas zu sensibilisieren. Denn die Zahlen lügen nicht und die „schwule Seuche“ – wie sie damals betitelt wurde – geht uns alle an – egal ob Hetero, schwul, grün oder pink. Mich hat der Film in allen drei Akten sehr bewegt… während die Bilder der grandiosen Drag Auftritte von Udo Kier mit Gastrolle Ross Anthony bunt und schrill waren und zum Feiern einluden – bedrückte das langsame vergehen einer großen Liebe, die nicht nur im Leid ihre Nahrung gefunden hat – sondern aus tiefem Herzen kam. Der Film gehört einfach in jedes gut sortierte DVD Regal … und natürlich jibbet den im gutem DVD Online Handel :-)

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