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Don’t be a drag just be a Queen Dokumentation im Kulturschock Köln

oder ein Kulturschock? … Nee was sag ich… einfach ein kontrastreiche Dokumentation über „Drag Queens“


© Erika Kubick

Na… da hab ick im Youtube Antiquariat wieder was grandioses ausgebudellt… ein Studentendokumentarfilm über Drag Queens im legendären Kulturschock Köln von Erika Kubick. Kubick, Kubrick… also mit der Namensähnlichenkeit zu einem cineastischen Genie liegt die Latte ziemlich hoch :-). Anyway… ich liebe solche Projekte und die Menschen die dahinter stehen, da sie sich die Arbeit machen, nicht nur das Cover zu betrachten sondern auch mal das Buch aufschlagen. Der Titel „Don’t be a drag, just be a Queen“ hätte allerdings kreativer ausfallen dürfen! .. Dennoch meine Neugierde wurde mit dem Untertitel geweckt allerdings schon nach der ersten Minute wieder erheblich gedämpft. Da räkeln sich Damenimitatoren mit dicht besiedeltem Haar an den Oberschenkeln auf Bühnen rum und lassen schwarze Spitzenslips unter der Strumpfhose auf der Bühne vorblitzen. Ist das Burlesque?? .. ist das Travestie??…. Nee für mich ist das einfach stillos. Leider geht das auch noch so weiter…. eine Lady namens Jacqueline setzt sich als zauberhafte Diva in Szene – mit elektrogeschockten Kunsthaarflukati und Bartschatten 😉


© Erika Kubick

Mädels… ganz ehrlich – ich bewerte das nicht. Nicht mehr!!…. aber wenn jemand ganz fest von sich behauptet „faszinierend“oder „besser als manch andere biologische Frau“ auszusehen und sich eine rote schlecht sitzende Glitzerpelle überstreift… dann hab ich großes Mitgefühl mit ihm…. sehr großes. Jack Holland dagegen ist schon wieder ein Typ… kurios, schräg, hyperaktiv mit einer ziemlich schrägen und weltoffenen Meinung über Dragqueens – Alle Drag Queens sind gleich… *lool*. Sensationell.. eine Aussage die schon Minuten später wieder widerlegt wird. Denn es gibt immer Qualitätsunterschiede in der Präsentation der Perückenträgerinnen – wobei diese Aussage schlußendlich auf den Mensch unter dem Falschhaar dann doch wieder zutrifft – denn da sind wa doch irgendwie alle nur Erdenbürger. Die dritte Protagonistin die in der Dokumentation gezeigt wird ist ein(e) Künstler(in) namens Marcella Rockafella. Endlich mal ein Performance und eine Darstellung die nach was aussieht. Wo man das Gefühl hat, die weiß was sie tut. Abgesehen davon gehört auch eine Menge Ei dazu sich vor Mr Supertalent Bad Boy Bohlen zu stellen und Lady GaGa zu impersonieren mit Livegesang. Und dennoch … offenbar scheint der Kulturschock in Köln eine spannende Institution zu sein, wenn man sich für Travestie interessiert. Eine Mischung aus Comedy, Travestie, Drag und something inbetween – vergleichbar mit den O-Ton Piraten in Berlin gemixt mit Nina Queers Irrenhouse. Zumindest aus meiner Sicht…

Diese Dokumentation hat mir gezeigt das es wirklich humorvolle Menschen im Fummel auf dieser Welt gibt, die es schaffen einen Tunnelblick zu professionalisieren *lool* und diesen ganz frei und offen zu propagieren. Respekt auch dafür! Das ist ernst gemeint. Die Idee und die Umsetzung der Dokumentation ist dahingegen ohne Tadel. Zumeist sind die Budgets sehr klein oder gar nicht da.. das Equipment entsprechend … doch wenn man ein Auge fürs Detail hat und die Fähigkeit besitzt gut zu cutten.. dann wird das Ergebnis sehenswert – wäre da nicht… dieser fiese rote Glitzerfummel oder noch besser eine schwarze Lederpelle mit Rückenschnürung – brrrrr. Aber vielleicht waren die Aussagen auch ironisch gemeint 🙂 .. dann .. ja dann nehme ich alles zurück und unterstelle eine überzeugende schauspielerische Leistung der ich wiederum applaudiere. War das jetzt böse.. nee.. das war kritisch und ein freundlicher gemeinter Rat zum Thema Stil, Details und Mimik…  😉 Und weil icks supi finde wenn jemand in Drag sich vor ein Millionenpublikum stellt… hier nochmal Marcella Rockafella in Action.

http://www.youtube.com/watch?v=XMiGy6sv6Js

 

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1 COMMENT
  1. Toni

    Hallo liebe Sheila,
    als immigrierter Kölner kenn ich den Kulturschock schon einige Jahre und bin eine Zeit lang wirklich jeden Sonntag hingegangen. Als ich die Show und die Leute die daran beteiligt sind/waren kennenlernte gab es wirklich noch so etwas wie heimliche Stars unter den Mädels. Die waren eigentlich in ganz Köln bekannt.
    Das hat dann mit den Jahren nachgelassen und es sind natürlich neue Gesichter dazu gekommen. Aber irgendwie hat das Ganze für mich an Reiz verloren.

    Vielleicht mag es daran liegen, dass man irgendwann in Sachen Travestie & Drag Queens Qualitätsunterschiede feststellt und eben genau sieht wer die Sache bis zu absoluten Perfektion bringt und wer eben nur den berühmten Fummel überwirft und sich ein bisschen zurecht macht um mal einen Moment lang Frau zu sein.

    Ich war ja schon immer der Meinung dass Berlin da viel mehr zu bieten hat. Man könnte es ja wirklich schon als „Drag-Szene“ bezeichnen und sowas fehlt Köln einfach.

    Nichts desto trotz will ich den Leuten die beim Kulturschock mitwirken natürlich den Respekt zollen der ihnen zusteht, denn sowas jeden Sonntag in der Freizeit auf die Beine zu stellen ohne jegliche Bezahlung ist schon etwas, das es zu würdigen gilt.

    Trotz allem erkennt man doch am Ende meisten sehr schnell wer „nur“ Drag und wer wirklich „Queen“ ist 🙂

    LG

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