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AMY – The Girl Behind The Name

oder die hautnahe Reise ins Land einer Ausnahmekünstlerin

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Dokumentationen sind oft sehr subjektiv. Vor allem wenn Sie über Menschen handeln, die noch Leben. Da kann es sein das beschönigt oder „vergessen“ wird. AMY ist ein Film, dem ich jede Sekunde abnehme. Zusammengeschnitten aus Footage Material unzähliger Aufnahmen, von der Presse, Youtubern, privaten Archiv und garniert mit jeder Menge O-Töne von Menschen aus Amy Winehouses direktem Umfeld. Sie gehörte noch nicht wirklich zu dieser Social Network Generation, die jeden Scheiß mit dem Handy festhalten aber ein paar sehr private Takes bekommt man trotzdem zu sehen. Amy Winehouse war eine Frau oder sollte ich sagen, ein Mädchen, das eigentlich nur Musik machen wollte – vorzugsweise Jazz vor Menschen, die es lieben sich in kleinen verrauchten Clubs der Musik hinzugeben. Doch es kam leider alles ganz anders. Der internationale Durchbruch, die verlorene und irgendwie wiedergefundene Liebe, ein Vater der nach Aussagen des Films, den Erfolg zu sehr forderte und last but not least – die Flucht in die Drogen.

Jetzt kann man sich fragen, warum muß man so einem Menschen ein Denkmal setzen? Drogensüchtig, selbstzerstörerisch, ohne Vorbildfunktion… Bullshit !! Solch konservative Shitstorms kotzen mich an. Es interessiert niemanden mehr wie es zu diesem Umstand kam. Nur noch wenige wollen hinter die Fassade schauen und verstehen. Den meisten reicht die kurze Schlagzeile oder die gekaufte, meinungsbildene Berichterstattung auf den privaten Sendern – die im übrigen gespaltener Meinung über den Film sind. Kein Wunder, denn die newsgeilen Medien stehen mit auf der Liste, die diese Frau auf ihrem Weg ins Verderben maßgeblich begleitet haben und das war nicht unbedingt förderlich.

Amy konnte so viele Einflüsse nicht bewältigen, selbst wenn Kenner der Musikszene behaupten, das in ihr eine alte Seele schlummerte. Auch diese zerbricht unter dem Druck der Öffentlichkeit. Doch wer bin ich, um ein fremdes Leben zu beurteilen – ich war nur Zuschauer, der bei der langsamen Fahrt auf den Eisberg zusehen durfte und dem man emotional mitgenommen hat. Danke dafür, es war ein nicht enden wollender Trip mit einem unvermeidlichen Ende. Musikalisch hervorragend und absolut glaubhaft rübergebracht. Diese Dokumentation gehört definitiv in jedes DVD Regal – doch bevor das geschehen kann, solltet ihr den Film auf großer Leinwand geniessen. Wie B-Movie berührt und verstört der Streifen – zeigt einmal mehr das Talent wahnsinnig zerbrechlich ist und Menschen in unserer schnellebigen Zeit schnell ins Getriebe geraten können.

AMY WINEHOUSE wäre auch ohne den Streifen als Künstlerin unvergessen geblieben aber der Film AMY hilft zu verstehen warum die Talfahrt so rasant war. Neben den Pressemeldungen von abgebrochenen Konzerten und den Witzeleien über ihre Drogenprobleme in Talkshows wurde diese Frau nie hinterfragt. AMY hilft zumindest dabei. Ich denke nicht das Mitleid geweckt werden sollte… denn davon hätte sie auch dann nichts gehabt wenn sie noch leben würde… ich denke es war einfach an der Zeit ihre Situation zu erklären um zu sagen – wenn Du jemand siehst dem es ähnlich geht – schau nicht weg und verurteile, reiche ihm/ihr die Hand.

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