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Le Crazy Horse featuring Dita von Teese

oder ein Abend voller Erwartungen und der ein oder anderen Enttäuschung.

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Paris zu besuchen ohne eine der wunderbaren Teasing-Girls-Shows anzukieken ist wie Eier ohne Salz.. es schmeckt langweilig. Und wie der Zufall so spielt gab Frl. von Teese noch eine weitere Zusatzvorstellung bis Ende März. Soweit so gut.. also was liegt näher als sich voll aufzustrapsen um der werten Burlesque-Ikone zu zeigen das Berliner Dragqueens ebenfalls den Hang zum Teasen haben… Das Crazy Horse besticht durch Unscheinbarkeit von aussen und wirkt innen wie ein kleines aber feines Revuetheater. Es ist chic, glamourös, viel Rot und schwarz, ohne puffig zu wirken.. es hat einfach Charme. Charmant ist auch die gesamte Belegschaft des Crazy Horse Theaters. Jeder gibt dort sein bestes und versucht dem geneigten Betrachter der Show den Abend so angenehm wie möglich zu machen. Soweit so gut…. nachdem wir platziert wurden .. ungefähr 1,5m von der Bühne entfernt… uns Champagner gereicht wurde (der war im Package inklusive) begann die lang erwartete Show von Dita von Teese… so dachte ich.

Denn eigentlich war es die Show der Crazy Horse Girls von denen jede einzelne irgendwie aus der Retorte zu sein schien, denn die sahen alle aus als wenn Sie geklont wurden. Jeder nackte Hintern, jedes Gesicht, jedes Accessoire der Mädels war gleich. So gleich, das der Betrachter nicht wirklich Merkte wenn eine der Damen plötzlich auf beiden Seiten Seiten des Vorhangs auftauchten.. irgendwie erinnerte mich das an die Geschichte vom Hasen und Igel… da wurde der Hase auch von den Igel beschissen 😉 … Egal…. es war nett anzusehen wie die wohlgeformten weitestgehend unbekleideten Damen stilvoll auf der Bühne exerzierten. Irgendwann betrat dann „her goddess“ Dita von Teese mit der ersten Nr. die Bühne und das Publikum geriet in Wallungen. Warum? Keine Ahnung… es war eine nette Burlesque Darbietung aber ehrlich gesagt, es war auch „nur“ eine 5 minütige Darbietung in der sie stilvoll Ihrer Sachen beraubt wurde, ein Lied im Playback sang bzw.. hauchte und sich gekonnt auf dem Sofa räckelte. Das wars… im Anschluß daran wurden wieder die Crazy Horse Darbietungen gezeigt. Ihr dürft das jetzt nicht falsch verstehen alle Stücke waren kunstvoll inszeniert, mit Esprit, Witz und toller Lichttechnik geschmückt aber eben keine Dita von Teese Darbietungen.

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Ihre zweite Vorstellung war eher unspektakulär, das Bild… sie rauchend, brustentblößt in einem schwarzen Rahmen. Punkt. …. Ok… Pause. Na.. was sagt Ihr, lohnt sich der Besuch bisher.. ihr habt Euch noch nicht entschieden.. dann lest weiter. Nach der Pause und der typischen Crazy Horse Girl Gesangeinleitung, die mir noch den ganzen Abend im Koppe rumsummte, kam dann eine Darbietung die mir den Abend wirklich versüßt hat und das Gesamtwerk deutlich bereicherte. Zwei Steptanzkünstler legten eine synchrone Darbietung auf das Parkett die ich nie zuvor in solcher Vielfalt gesehen habe… und ich behaupte auf den vielen 20ziger Jahre Partys eine Menge gesehen zu haben. Absolute Perfektion in der das Stepgeräusch auch benutzt wurde um akustisch eine Melodie zu formen oder Alltagsgeräusche zu erzeugen, außerdem mit gekonnter Mimik und viel viel Charme…. wir waren begeistert und das Publikum ebenso.

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Da hatte es dann Frl. von Teese schwer noch einen draufzusetzen als sie das dritte und letzte Mal ins Rampenlicht trat. Doch an dieser Stelle zeigte sie was in Ihr steckt… und das im wahrsten Sinne des Wortes. Angefangen von einer unglaublichen Robe die im Scheinwerferlicht glamouröser nicht hätte sein können bis hin zu einem göttlichen Korsettbody der offenbar eigens für sie hergestellt wurde denn er paßte wie angegossen. Ihre Leidenschaft all die schönen Dinge abzulegen kam sie aber auch in dieser Darbietung nach und entkleidetete sich gekonnt bis auf die üblichen Pasties und den obligatorische String. Nackich wie Gott und / oder der Chirurg sie schuf vergnügte sie sich sehr stilvoll und singend in einer schwarzen Badewanne, da soll doch mal jemand sagen – singen in der Dusche wäre nicht erotisch 😉 …. Wirklich erwähnenswert aus meiner Sicht war noch ein Stück in dem eine der Crazy Horse Musen sich im grünen Laserlicht auf einer drehenden Scheibe räkelte… schöne Bilder die ich leider nicht einfangen konnte da absolutes Fotoverbot herrschte.

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Natürlich hätte ich gerne zwei drei Worte mit Dita geredet und natürlich hätte ich gern das ein oder andere Feedback auf mein Styling bekommen aber in beiden Fällen haben die Franzosen mir leider ein Strich durch die Rechnung gemacht.. leider… insofern… bleibt der Abend als nette Abwechslung in meiner Erinnerung aber wahrlich nicht als Highlight meiner Streifzüge durch die burlesque Welt.

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