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Erste Pariete Gala im Pfefferberg

oder Inklusion in seiner kreativsten Form

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Treue Leser meiner Kolumne wissen: ich liebe Vielfalt und lebe diese solange ich kann. Das Wort „Inklusion“ ist zwar meiner Meinung nach etwas abgehoben aber scheinbar politisch korrekt. Am vergangenen Freitag durfte ich an einer bunten Varieteshow von Künstlern mit und ohne Behinderung teilnehmen, die ausgerichtet wurde vom VIA Verbund für Integrative Angebote und vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin. Laut Aussage der Veranstalter war es die erste Veranstaltung dieser Art in Deutschland und ich darf sagen: Hut ab.

Es war wohl die Liebe zum Detail die mich schon von Anfang an gefesselt hat. Licht Illumination und ausreichend Personal gaben dem Pfefferberg etwas festliches und gut strukturiertes und ließ selbst die ungewöhnliche Tatsache der Doppel „Gala“ Show einfach erscheinen. Das es gleich zu Beginn einige technische Ton Hindernisse gab hatte man am Ende der Show größtenteils vergessen, wobei auch das Moderationenteam maßgeblich dazu beigetragen hat. Marlene Lufen und Mirco Kuball gaben sich mehr oder weniger bewußt, die verbale Klinke in die Hand und hatten offenbar auch hinter der Bühne illustre Smalltalks, die das ein oder andere Mal noch bei offenem Mikro den Saal erhellten – es war sooooo sympatisch !

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Ich könnte jetzt von der tollen Stimme der Joana Zimmer berichten, die Zeit ihres Lebens im Dunkeln wandert oder von der einmaligen Performance von Possible World, die mir auf spielerische aber sehr effektive Weise, einen kleinen Ausschnitt der Gebärdensprache näherbrachten. Aber im Grunde möchte ich etwas anderes rüberbringen. Diese Gala hat gelebt von der Freude und dem Spaß der Künstler und Künstlerinnen auf der Bühne, die durch ihre Behinderung oftmals deutlich größere Hürden überwinden müssen als unsereins und von dem bezaubernden Zusammenspiel, das die Grenzen mit und ohne Behinderung verwischen ließ. Diese gelebte Freude und Spontanität färbte ab und war ausschlaggebend für die Standing Ovations am Schluß. Da spielte es keine Rolle ob manch Ton nicht auf dem Notenblatt stand.. es war einfach PURE SPIELFREUDE. Wenn mich jetzt jemand fragt was ich an dem Abend gelernt habe, könnte ich sagen, ein wenig Gebärdensprache oder auch, das die Pfefferbräu Gastronomie ein sehr leckeres Flying Buffet gezaubert hat, doch sagen werde ich … ich habe gelernt, das es die Freude sein sollte, die uns auf die Bühne bringt, nicht der Erfolgsdruck und schon gar nicht das verbissene Streben nach der Perfektion. Denn ich Glaube dieses Streben macht uns krank – zumindest geht es mir so….

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Natürlich gab es in der Show noch andere Highlights, die in der Gesamtregie von Giorgio Madia glänzten, eine gute Ansprache von Deutschlands aktueller „First“ Lady Daniela Schadt und im Nachgang eine detailverliebte Aftershow aus Feuerakrobaten, Gesang und einem Tango im Rollstuhl. Dazu schmeckten die leckeren Häppchen und die vielen tollen Gespräche mit einem bunten Publikum doppelt gut. Der einzige Misepeter an dem Abend war Gevater Frost, der sich zwar den Regen aufsparte (zum Glück) aber mit frischen Temperaturen, die festliche bekleideten Damen und Herren etwas frösteln ließ. Ich bin mir sicher, das es in 2016 eine weitere Gala aus Poesie, Kleinkunst, Theater, Tanz und Gesang geben wird und das es nicht weniger toll wird – ich werde mit ziemlicher Sicherheit dabei sein.

PS.. leider hatte ich meine Kamera vergessen und muss deshalb mit diesen fiesen HandyCam bildern „glänzen“ aber ich denke auf der Facebookseite von VIA findet ihr als bald jede Menge toller Bilder.

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