Sonntag, 28. Februar 2021

Am Rande der Nacht Premiere im Wintergarten Variete

oder dem staunen gewidmet…

Es war ein verregneter Winterabend, die Temperaturen leicht über 0°C, die Gemütsstimmung irgendwo zwischen wenig bis keine Lust sich bei dem Wetter rauszuquälen und dennoch gab es eine Veranstaltung die lockte und mich entführte nach Paris. Kürzlich konnte ich den schönen Streifen von Woody Allen “Midnight in Paris” bewundern und seitdem wandere ich jeden Abend durch Berlin um nach der einen Straße zu suchen die mich in die goldene Vergangenheit entführt ;-). Nun.. ich glaube ich hab sie gefunden. In der Potsdamer Straße in Berlin wird eine “kleines” und doch strahlendes Etablissement betrieben, das den Zuschauer einmal mehr mitnimmt, in eine Welt, irgendwo zwischen Pariser Jazzclub und bohemer Künstlerkneipe – eben bis an den Rande der Nacht. Katherine Mehrling und Rolf Kühn präsentieren eine zeitweise poetische Inszenierung die mit großer Liebe die Varietekünste einrahmt und hörenswerte Bilder dem staunenden Publikum mitgeben möchte …. und ich hab mir gleich mal eine riesige Tüte gekrallt und für zu Hause eingepackt watt ditt zeug hält.. man wees ja nie wann es wieder so watt feinet jibbt ;-)…



Katherine Mehrling zeichnet mit ihrer Stimme mit Leidenschaft und Hingabe unzählige Charaktere auf die Bühne und überrascht dabei von Minute zu Minute. Ich kann sagen das ich in der ersten Halbzeit Momente hatte wo ich dachte… Na.. bitte nicht den Faden verlieren… für eine Talkrunde hab ich mich jetzt nicht unbedingt in meene Pariser Couture geworfen… aber spätestens nach der Pause sind diese kurzen Momente vergessen und ich kann mich wieder in Katherines Mehrlings Stimme verlieren. Mit ein bisschen Geschwister Pfister, ein bisschen Annett Louisan und ein bissl Roger Cicero möchte ich sie beschreiben und dennoch ist sie ganz sie selbst und führt charmant, spontan und witzig durch den Abend. Sie wird dabei von einem grandiosem Bühnenbild, einer tollen Band, wunderbaren Artisten und natürlich der Jazzlegende Rolf Kühn begleitet. Mein persönliches Highlight an dem Abend war ein androgyn wirkender Schlangenmensch namens Fleeky der zum Herzschlag und einem Gedicht über das wichtigste menschliche Organ .. oder sollte ich sagen… unserer klopfenden inneren Stimme eine Bodenakrobatik präsentierte, die mich fesselte. Als dann im Anschluß der Mond aufging…. wollten sich die verbliebenen Haare auf meinem Körper aufrichten und zu einer Gänsepelle formieren. An dieser Stelle muß ich mal meine große Bewunderung für jene kund tun die verantwortlich sind für so viel Kunst. Stephan Prattes und Danny Costello haben mit Regie, Bühnenbild und Choreografie etwas zauberhaftes geschaffen das den Titel “dem Staunen gewidmet” mit recht verdient – denn ich hab gestaunt.

Natürlich gab es im Anschluß noch ein nettes Beisammensein im Foyer des Wintergartens, wo in kuschliger Atmosphäre am Wein’chen genippt, den Häppchen gefrönt und den Stimmen gelauscht wurde und ein wenig der Abend Revue passieren durfte. Unter ihnen die üblichen Verdächtigen – Romy Haag sagte treffend : “…hier sind’se wieder alle versammelt” *lool*, Rolf Scheider kam vorbei obwohl er grad im Stress mit seinem Promirestaurant und VOX steckt und Alfred Biolek vergnügte sich verbal mit Tim Fischer. Judy Winter wurde mal nicht vom Kommisar Michael Mendl verhört und die wunderbare Enie hat mich wieder mit ihrer Hutkreation verzaubert… und auch ein bissl neidisch gemacht. Ich würde ja gern mal im Hutzimmer von Frl. van de Meiklokjes stöbern ;-) …