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Der Tag der Wasserwelle auf der Boheme Sauvage

oder eine besondere Location – verdient besondere Events – verdient besondere Frisuren…

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Gestern müssen die Friseusen dieser Stadt wahrscheinlich so richtig gelitten haben… wobei es ja Friseure heißt, darauf legt der ein oder andere schon großen Wert ;-) . Zur Boheme Sauvage ist die Wasserwelle eine Punktlandung an Haargestaltung und einfaches Stilmittel zur Reise in die die Goldenen Zwanziger. Dazu noch ein ordendliches Flapperkleid, Netzstrumpfhosen und voila.. die Dame der Roaring Twenties ist perfekt. Die Figaros dieser Stadt wird es gefreut und vielen Auszubildenen dieser Branche die Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben, aber es hat sich gelohnt. Die Haarpracht der gestrigen Boheme Sauvage war mannigfaltig wie wunderbar und vor allem stilecht. Der Wintergarten öffnete an diesem Samstag etwas später, da ja im Vorprogramm noch die Meret Becker Show lief, insofern blieb noch Zeit kurz in Roadrunners Paradise zu huschen wo an diesem Abend die Race 61 DVD Release Party stattfinden sollte.

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Eigentlich diente der Besuch lediglich einer konspirativen Übergabe aber dazu nächste Woche mehr. Der Wintergarten erstrahlte wie üblich im Lichtermeer und die Schlange am Eingang mit wunderschö gekleideten Menschn war nicht zu übersehen, im übrigen ganz im Gegensatz zum 40seconds, wo sich zwar auch eine Schlange vor dem Eingang drängte aber die Herrschaften auf den ersten Blick weniger glamourös erschienen. An diesem Abend gab es gleich diverse Premieren auf der einzig wahren 20ties Party. Ick war zum ersten Mal so pünktlich, das ich den traditionellen Tanzkurs mitbekam und zum zweiten traf ich Tara la Luna und Eden – was definitiv eine Bereicherung an schönen Menschen der Veranstaltung war :-) Letztendlich war wohl gestern der Wintergarten Anlaufstelle der halben Berliner Burlesque Szene denn neben eben erwähnten traf man dort noch DJ Lady Nico in Begleitung von Johnny Profane, Lady Lou in Begleitung von Miss Marz Star, das Frl. Zühlke in ebenfalls netter Begleitung und viele viele weitere… ich will damit sagen .. es lag ein gewissen HOMEFEELING im Wintergarten in der Luft.

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In der Luft lag aber auch was Dickes… denn das Casino brach aus allen Nähten. Die Menschen der Zwanziger lieben eben das Glückspiel und wann hat man schon mal die Gelegenheit Millionen von Taler zu verzocken und im Anschluß daran nicht als gebrochene Person im Rinnstein zu liegen? Genau.. nur auf der Boheme Sauvage. Nach der Tanzeinlage wurde es Zeit für die erste Bühnenperformance des Miss Julietta la Doll. Julietta hab ich schon auf diversen Events gesehen doch diese Art des Burlesque war selbst mir neu. Klassisches wurde interpretiert und elegant in die Burlesque Performance intergriert. Eine Komposition die sich definitiv sehen lassen konnte – vor allem als Madame zwei Tücher von der Bühne hob… achtet im Video mal drauf !! Sehr genial…

Ein weiteres… nee falsch.. eigentlich das HIGHLIGHT des Abends war die Oldfish Jazz Band. Anfangs noch etwas… na sagen wir mal unspektakulär… wobei ich das auf die Musike beziehe und nicht auf das Erscheinungsbild, da ich das leider nicht von Anfang an bewerten konnte… gaben diese fünf Musiker ein spektakuläres Programm zum besten. Sie rissen selbst die müdesten Gesellen vom Hocker und animierten die Masse zu einem ausgelassenem Spektakel. Das wiederum ist in dieser wunderschönen Location immer etwas … ööhmm sagen wir mal … zurückgenommen. Es geht den meisten eher darum in einer stilvollen Location, stilvoll schön zu sein… was ich schon ein bissl nachvollziehen kann ;-) … es jedoch für die Feier bedauere. Doch die Oldfish Jazz Band durchbrach diesen Dornröschenschlaf und lies die Leute aufwachen. Mit FlicFlac und Solobaß-Nummern war dann aber nach der dritten Zugabe selbst hier Schluß. Schluß war auch für mich… da ich gänzlich vergaß das die Menschheit am gestrigen Abend wieder bestohlen wurden. Und zwar um das größte Gut was wir haben.. das wertvollste des Universums; wertvoller als goldgepresstes Latinum! und zwar ZEIT.. um genau zu sein … eine Stunde davon.

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