Mi. Dez 2nd, 2020

Pose – Die Serie zur Ballroom Culture in Brooklyn

oder endlich eine hochgelobte TV-Serie rund um transidente Protagonisten!

Pose ist eine sagenhafte Dramaserie, die von der Ballroom Culture der LGBTQ-Szene der 1980er in New York erzählt. Endlich eine herausragende Show, die die Thematik auf geniale Weise umsetzt und den Menschen heute ein sagenhaftes Bild der damaligen Zeit ermöglicht. Was ich besonders spannend finde: Die Serie erzählt nicht allein von den Herausforderungen eines transidenten Daseins, sondern sie erzählt von Liebe und Familie, von Zugehörigkeit und Zusammenhalt, von Schönheit und Persönlichkeit, von Gesellschaft und echten Problemen und berührt damit auf so vielseitige Weisen die Herzen der Zuschauer.

Eine Darstellerin hat es mir besonders angetan, Indya Moore spielt die schöne Angel und verkörpert die Powerfrau aus The Bronx auf geniale Weise. Ihre Ansichten zu Schönheit, Körperbehaarung und Erwartungen der Gesellschaft sind beeindruckend. Und was das Ganze gleich noch viel besser macht: Die Show wurde von Kritikern hochgelobt! Und zwar nicht nur bei Veranstaltungen wie das Transgender Film Festival in Kiel, wo ich wohlgemerkt den wunderschönen Film Viva ausfindig machen durfte, sondern sogar bei den Golden Globe Awards und Primetime Emmy Awards. Das ist doch mal eine Ansage! Ich freue mich, eine solch erfolgreiche Produktion auf Netflix sehen zu dürfen.  

Die Serie – Bühne auf für Talent aus der Transszene

Die US-amerikanische Serie Pose aus dem Hause FX von Regisseur Ryan Murphy, der bereits hinter American Horror Story und Glee steckte, nimmt sich einer sagenhaften Thematik an: Die LGBTQ-Subkultur der Ballroom Culture. Die erste Staffel spielt in den 1980er Jahren in New York und erzählt tolle Geschichten verschiedener sozialen Milieus und von aufrüttelnden Herausforderungen der damaligen Zeit. Im Mittelpunkt stehen Queer- und Trans-Talente der Extraklasse. Bei pompösen Wettbewerben treten die Mitglieder der verschiedenen sogenannten Häuser, die auch als Familien dargestellt werden, unter anderem mit beeindruckenden Tanzshows gegeneinander an. Hier ist jeder aus der Szene willkommen, Homosexuelle und Transidente leben ihr wahres Ich aus und finden Zugehörigkeit, Freunde, Familie und Liebe. Wie zu erwarten folgt jede Menge Drama, schließlich wäre es sonst keine Dramaserie. Doch es bringt noch viel mehr Tiefe und Bedeutung in die Geschichten und lässt uns als Zuschauer wahrlich in die damalige Zeit reisen. Das alles gibt es in Deutschland auf Netflix zu sehen. Die zweite Staffel erschien letztes Jahr, zum Glück ist auch die dritte Staffel schon angekündigt.

Angel – bzw. Indya Moore – über die Schönheit

Eine der talentierten Darstellerinnen hat es mir besonders angetan. Indya Moore verkörpert die sagenhafte Angel und konnte sich in den vergangenen Jahren einen echten Namen machen. Soweit sogar, dass sie vom Time Magazine 2019 zu einer der Top 100 einflussreichsten Personen der Welt ernannt wurde. Dass es eine Trans*Persönlichkeit auf diese renommierte Rangliste schafft, ist eine ganz besonders große Freude. In einem Interview sprach Indya Moore über ihre Ansichten zu Schönheit und unter anderem auch Körperbehaarung, denn mit ihren Achselhaaren trifft sie immer wieder auf Kritik – Aber warum nur? Sie möchte das Bild der Schönheit dekonstruieren und Menschen an ihren Schwarz-Weiß-Schubladen und Schönheitsidealen abbringen.

Gleichermaßen sieht sie einen gesunden – und vegetarischen – Lifestyle als besonders wichtig, um sich in ihrer Haut wohlzufühlen. Sie sagt, wenn sie gesünder isst, fühlt sie sich nicht nur gesünder, sondern es verändert, wie sie vor den Spiegel tritt und wie sie im Leben auftritt. Das ist eine Philosophie, die viele erfolgreiche Persönlichkeiten aus sämtlichen Bereichen vertreten, wovon man sich wirklich eine Scheibe abschneiden sollte. Mit der richtigen Ernährung kann man sich sogar mehr Nervenstärke aufbauen, die man in der heutigen Zeit durchaus braucht. Das empfiehlt auch die Gesundheitstrainerin Sara Varela, die eine Zeit lang professionelle Pokerspielerinnen unterstützte und unter anderem grüne Säfte empfiehlt, um selbst bei anstrengenden Turnieren fit im Kopf zu bleiben. Für Frauen in einer solch männerdominierten Szene wie im Poker sicherlich ganz besonders wichtig. Etwas zu weit hat es aber Gerüchten zufolge wohl Keeping Up with the Kardashians-Star und Transgender-Vorbild Caitlyn Jenner getrieben, die anscheinend durch eine extreme Diät die Kilos purzeln ließ. Das ist definitiv nicht zu empfehlen.

Es rieselt Auszeichnungen, bzw. Nominierungen

Die Serie rund um die Trans*Szene kommt sehr gut an und erhielt von Kritikern jede Menge Lob. Zum Beispiel war die Show gleich zweimal unter den Nominierungen der Golden Globes 2019. Einmal für Beste Drama-Fernsehserie und einmal erhielt Billy Porter eine Nominierung für bester Hauptdarsteller in einer Fernsehserie. Bei der Primetime Emmy Verleihung reichte es sogar für die Auszeichnung und er durfte die Trophäe für besagte Kategorie nachhause nehmen. Auch hier gab es eine Nominierung für beste Drama-Fernsehserie, doch es reichte nicht für die Auszeichnung. Bei den Artios Awards 2020 gab es die Auszeichnung für bestes Casting der ersten Staffel einer Drama-Serie, und das kann bei den sagenhaften Darstellern wirklich jeder unterschreiben. 2018 wurde Pose zudem bei den American Institute Awards unter die zehn besten Fernsehserien des Jahres gewählt und bei den GLAAD Media Awards 2019 gab es die Auszeichnung für die beste Dramaserie.  

Die Serie Pose beeindruckt auf ganzer Linie und zeigt spannende Geschichten der Protagonisten der Ballroom Culture der 80er Jahre. Indya Moore ist ein außergewöhnliches Talent in der Show, mit tollen Ansichten zum Thema Schönheit und Gesundheit. Und sogar jede Menge Kritiker aus der Film- und Fernsehbranche erkennen die großartige Leistung der Serie zur LGBTQ- und Trans*Szene an. Auf die dritte Staffel können alle gespannt sein.