Montag, 18. Oktober 2021

KHWAN – thailändische Küche mit Tiefgang

oder eine spannende Exkursion auf das RAW Gelände

Kaum ist es wieder möglich bedient zu essen – zumindest im Aussenbereich ohne Testpflicht – mussten neue kulinarische Abenteuer begangen werden und so ergab es sich das ein sonniger Samstagabend herhalten musste um mit Freunden ein mir noch unbekanntes Restaurant zu testen. KHWAN ist der Name und alles was ich wusste war das es um thailändisch und eine Art gehobenes Streetfood ging. Die Tatsache das Thai nicht wirklich zu meiner Lieblingsküche gehörte schmälerte ein wenig die Vorfreude aber sei es drum : wer nicht wagt der nicht gewinnt.

Allein die Anfahrt durch das verkehrskollapsgeplagte Berlin war ein klein wenig nervig und dennoch fühlte es sich gut an nach so langer Zeit wieder einmal in einem Restaurant essen zu dürfen. Das KHWAN befindet sich mitten auf dem RAW Gelände das mit ziemlicher Sicherheit irgendwann der Gier der Immobilinenspekulanten zum Opfer fallen wird aber noch ist es da und feiert eine Eigenart von BERLIN, die nur noch an wenigen Plätzen in der Stadt zu finden ist. Schon der erste Blick auf das KHWAN fühlt sich ein bisschen an wie Urlaub am Strand auch wenn von Wasser weit und breit nicht viel zu sehen ist. Palmen und Glühlampenketten geben einem das Gefühl “on the road” zu sein und eine supernette Bedienung, die meinen kleinen Faux Pas bei der Reservierung freundlich weglächelte.

Schon beim Blick auf die Karte viel auf… das ist kein Thailänder wie man ihn kennt. Keine ellenlangen Gerichte in unzähligen Varianten aus Fleisch und Fisch werden geboten sondern eine übersichtliche aber deswegen nicht unspannendere Auswahl bot sich mir und um es mal auf den Punkt zu bringen: zu viert haben wir ALLE Gerichte der Karte probieren können :) …. Schon bei der Vorspeise loderte meine kulinarisches Herz denn die Austern waren ein echtes Feuerwerk und für mich ein ganz neue geschmackliche Herausforderung. Der Austernpurist mag es ja nicht so wirklich wenn der Geschmack der Auster überlagert wird weil man dann, wie bei einem guten Wein, die identität des Schalentiers nicht mehr ergründen kann. Für mich hingegen kann das Experiment nicht wild genug sein und so kam ich bei dieser Vorspeise voll auf meine Kosten. Und das ging so weiter. Auch der ganze Fisch vom BBQ Grill, die vegetarischen Hauptspeisen und die Fleischgerichte waren pikant aber nicht zu scharf. Und ich vertrage tatsächlich absolut keine Schärfe. Ich glaube lediglich die geräucherten Auberginen waren ein Tick zu rauchig aber ansonsten gingen die Speisen bei uns vieren weg wie nix. Dazu gönnten wir uns guten Cremant und einige Cocktails die das Abenteuer Thailand tatsächlich wunderbar abrundeten.

Ab ca. 20:30 wurde es dann auch sehr international und ziemlich voll auf dem Terassenbereich des KHWAN und das obwohl auch das Interior des Innenbereiches mit der großen Bar und der offen Küche sehenswert aber im Augenblick unter Coronabedingungen noch nicht geöffnet wurde. Ich hoffe wirklich das sich das baldigst ändert denn diese Art der Vorbereitung auf einen entspannten Restaurantbesuch ist alles andere als entspannend. Ich freu mich jedenfalls auf einen weiteren Besuch auf der Terrasse des KHWAN! auf dem RAW Gelände.

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