Fr. Nov 22nd, 2019

Katzen haben keine sieben Leben

oder wenn das Ende sich auf sanften Pfoten anschleicht…

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Ich hatte mir eigentlich vorgenommen in diesem Blog nicht mehr so viel Gefühlsgedöns zu schreiben.. aber von Zeit zu Zeit muß man einfach seine eigenen Regeln brechen um mit Dingen umzugehen die einen beschäftigen. Meine Beziehung zu Haustieren wurde mir praktisch aufdikitert, denn als ich vor gaaaaaaaanz langer Zeit mein Herz traf, lebten dort schon zwei Streuner auf 8 Pfoten mit Ihr zusammen. Ick war sozusagen der NEUE und wurde mit Katzenaugen argwöhnisch akzeptiert.. auch weil ich immer nett die Dosen öffnete. Das Mädel unter den Vierpfötchen wurde aber nach unserem Umzug zu aggresiv für den kleenen Kerl und somit gaben wir sie in gute Hände ab….

Doch so ein Katerchen alleine war nix.. und ich stimmte zu “meine” ersten 50% Anteile an einem Kater mitzuerwerben… einen beigefarbenen British Kurzhaar Kater mit blauem Blut. In all den Jahren gab es viele spaßige, nervige, gruselige, unterhaltsame, überraschende, gewöhnliche Situationen mit dem Vierbeiner. Manchmal wünschte man sich die Nervensäge an die Wand zu tackern – doch meistens war es eine Bereicherung. Dann eines Tages ging der erste der beiden Knaben und zurück blieb ER. Nun hätte man ihm wieder eine jüngere Katze vor die Nase setzen können… aber er machte nicht den Eindruck jemand zu vermissen.. er nahm sich einfach unsere Aufmerksamkeit wie der feine Herr es mochte. Gerne auch mitten rein ins Geschehen…

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Diese Energie blieb bis vor ca. 6 Monaten, da nahm das Verhalten eine komische Wendung… normalerweise konnte man den feinen Herr nur mit teurem Fressen dazu bringen etwas zu sich zu nehmen und dann auch nur Häppchenweise… leckte er die Näpfe nun buchstäblich bis auf den letzten Bissen aus. Außerdem wirkte er schmuddelig, stumpfes Fell und extremes Trinkverhalten ließen uns kein Zweifel daran das da was nicht stimmte. OK… eine bei älteren Katzen weit verbreitete Krankheit, die Schilddrüsenüberfunktion schien die Ursache zu sein.. es gab Antibiotika und und und.. aber die Schilddrüse wuchs weiter und weiter – bis alles was son ein Tier braucht.. nämlich Luft zu atmen und Nahrung nicht mehr durch den Hals passte.

Die Entscheidung fiel uns schwer war aber leider notwendig… über Leben und Tod zu entscheiden ist manchmal eine erschreckend rationale Geschichte – es ist teilweise ein eiskalte Abwägung. Aber kann man in der Situation nur rationell denken….. ? Ehrlich gesagt war der gestrige erste Abend ohne IHN anders… es fehlte wer.. jemand der mich darauf hinweist das es absolut eine Frechheit ist um 1 Uhr ins Bett zu gehen – da wurde Katerchen nämlich erst richtig munter und gab jede Nacht Konzerte in den schönsten Stimmlagen. Nun weiß ich zumindest das das Gerücht der sieben Leben eine Lüge ist….

RIP…. Adrien von Lazulys aka Whiskey 30.04.1994 – 23.07.2009