Freitag, 2. Dezember 2022

Eine Offenbarung in der Nomu Sake Bar

oder wahrscheinlich zur Zeit die authentischste und modernste Interpretation der japanischen Küche in Berlin

Der Zufall wollte es – oder vielleicht auch die digitale Vorsehung – jedenfalls hat Instagram auch seine guten Seiten. Dank einer Influencerin durfte ich auf ein kleines und ziemlich neues Restaurant mitten in Berlin aufmerksam werden und kann schon mal vorab spoilern: dieser Beitrag enthält Tonnen von Superlativen. Tatsächlich habe ich aber auch zum allerersten Mal darüber nachgedacht Euch dieses Restaurant vorzuenthalten, um selber bessere Chancen bei der Tischreservierung zu haben aber grundsätzlich bin ich mir im klaren, das man so ein Juwel nicht aufhalten kann und man früher oder später eh 3 Wochen im Vorfeld reservieren muss. Zumindest gönn ich dieser Küche und der Inhaberin maximalen Erfolg.

Fangen wir einfach damit an das die Lage gleich gegenüber vom berühmt-berüchtigten Manzini in der Ludwigkirchstrasse viele Erinnerungen geweckt hat. Schließlich war es diese Lokalität in der ich damals viele berufliche Treffen hatte, aus denen zumeist sehr erfolgreiche Projekte entsprungen sind. Gleich der erste Blick von aussen in die Nomu Sake Bar ließ Tolles erahnen, denn das Interior ist unglaublich geschmackvoll und läßt die Erwartungshaltung schon beim Eintreten gleich in die Höhe schnellen. Weit weg von den typischen Sushischmieden die heutzutage wie Pilze aus den Boden schiessen. Dazu kam eine wirklich wirklich bezaubernde Begrüßung, die einen diese unendlichen Kontrollen rund um Corona vergessen liessen. Nicht zuletzt die Speisekarte vermittelt einen das Gefühl ein authentisch japanisches Essen zu bekommen – nein auch die unendliche Auswahl an Sake und zwei mit Sorgfalt ausgewählte Biersorten. Wir beschlossen es uns gut gehen zu lassen und gaben uns in die Hände des Meisterkochs indem wir das gerade aktualisierte und neu komponierte 8-Gänge Omakase Menü auswählten.

Diese Entscheidung wurde mit der Frage verbunden, ob wir uns auch eine zum Menü passende Sakebegleitung vorstellen könnten. Leider haben wir diese Frage mit einem Nein beantwortet – uns allerdings am Schluß dann mit mindestens drei wunderbaren Sorten des vorzüglichen Gebräus gemütlich gemacht. Die liebenswerte Inhaberin ließ uns mit keiner Frage alleine und logischerweise trieb mich meine Neugier sie zu fragen, wie man denn in so einer Zeit auf die Idee kommt ein neues Restaurant zu eröffnen – und warum man aus einer sonnigen Stadt wie San Francisco dann ins graue Berlin siedelt. Die Antwort war mindestens so grandios wie jeder einzelnde Gang des Essens selbst. Das sonnige Frisco wird von einer TechWelle überrollt und die kreative Ader der Stadt scheint deutlich zu schwinden. Ganz im Gegenteil zu Berlin. Hier brodelte vor der Coronawelle die Kultur wie in kaum einer anderen Stadt der Welt. Ganz im Stile der Goldenen Zwanziger war Berlin der Hotspot und bleibt es hoffentlich noch eine Weile – sofern uns diese Pandemie nicht doch noch wirtschaftlich hinrafft und Künstler in Zukunft OnlineTeccies werden. Doch zurück zu diesem wirklich traumhaften Abend.

Gleich zu Beginn überzeugte sowohl der Chefs Appetizer als auch ein hauchzarter Eierpudding mit Lachskaviar, Ginko Nüssen und Krabbenfleisch. Generell muss ich sagen das ich super außergewöhnliche Geschmacksexplosionen geniessen durfte und letztendlich ist es doch genau das warum man in ein Restaurant geht. An alle Burgermeister dieser Stadt… ich freue mich wenn ihr ordentlich satt werdet wenn Euch jemand einen 800g Rindfleisch Boulette auf die Schrippe legt… ich aber für meinen Teil liebe es Dinge in meinem Mund zu schmecken, die ich niemals zuvor geniessen durfte. Der einzige kleine Kritikpunkt den ich anmerken muss ist mir beim sechsten Gang aufgefallen. Die Vorfreude auf das Wagyu Rind Nigiri wurde von der Menge etwas ausgebremst ABER der Geschmack war unbezahlbar. Bevor ich aber jetzt jeden einzelnen Gang mit Speichel im Mund Revue passieren lasse freue ich mich lieber auf den nächsten Besuch und rate Euch schnellstmöglich dort einen Abend zu geniessen.

NOMU SAKE BAR – Ludwigkirchstraße 3 – 10719 Berlin – Germany – Wed – Sun 6pm – 10pm – https://www.nomusakebar.de/