Do. Okt 17th, 2019

Wenn jemand wen kennt der wen kennt…

oder von der Kunst des Kennenlernens und der Kunst des Schnauze haltens…

Oft werd’ ick ja als jemand wahr genommen die viele kennt die wiederum jemand kennen die jemand suchen um sie kennenzulernen. Und meist ist es mir eine große Freude meine Kontakte dahingehend zu nutzen um ein Netzwerk zu erschaffen das am Ende des Tages auch was zurückgibt. Denn so sind Netzwerke eben… im Gegensatz zu gradlinigen Konstanten gabelt es sich oft bis es eines schönen Tages wieder bei einem ankommt. Nun seit heute sehe ich das ein wenig diffenzierter.. wobei das nicht ganz stimmt. Ich sehe das schon eine Weile diffenziert… allerdings hat sich das immer auf diese Kolumne bezogen und ihren Stellenwert im Netz. Seit heute hingegen sehe ich auch persönliche Empfehlungen als etwas schwierig an… denn als Kontakterin ist man am Schluß immer diejenige die den Händedruck bekommt. Und bekanntlich kann man sich dafür nix koofen.. im Gegenteil.. man bekommt vielleicht noch einen Bazillus übergeben ;-) … (hab gerade “Contagion” gesehen… fieser Film!!)

Also wenn man jemand kennt der jemand kennt dann heißt das in dem Augenblick wo man diese Brücke baut, das natürlich jeder hinübergehen kann… tja.. und somit wird man schnell zur Brückenwärterin. Und da sind wa auch schon beim Thema. Ein Casting zu gewinnen ist das eine – aber ein Casting zu verlieren weil man sich unbedingt mit den Besten messen muß und das nur weil man im Vorfeld Brücken geschlagen hat. Ich meine wer macht das schon?? Mir sei der Vergleich zum Boxen gestattet – eine der wenigen Sportarten die mich mal inner Glotze interessiert haben – allerdings gab es da noch echte Kämpfe. Heute werden Gegner analyisert und wenn einer zu gefährlich scheint… wird aussortiert. Wenn ich das gemacht hätte würde ich mich heute ziemlich wahrscheinlich nicht über eine Absage nach einem Casting ärgern indem die Chancen 50:50 standen.

Natürlich wünsche ich den beiden Gewinnerinnen einen Megaerfolg denn ick mag’se… und natürlich werde ich nicht aufgeben das sich diese endlos scheinende Arbeit in der Travestie auch mal monitär positiv auswirkt (muß ick auch wenn ich meine letzte Gewinn- und Verlustrechnung zum Thema Queerlesque ankieke ;-)) – denn was ist all der soziale Erfolg ohne die kleine finanzielle Spritze die einem am Ende tolle Dinge ermöglicht. Aber dennoch werde ich wohl genauso wie viele anderen in unserer kleinen Travestiewelt noch mehr mein Ding machen müssen … denn scheinbar sind im Netzwerk viele Einbahnstrassenschilder aufgestellt.