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Welcome on board – Kolleginnen!

oder bitte treten Sie nicht zu dicht an die Triebwerke…

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Unser Aufenthalt in Köln war ja rein beruflicher Natur insofern jibbet nicht viel darüber zu berichten und als Stewardözöe kann man auch nichts weiter machen als shoppen gehen. Unser Weg durch eine der vielen Shopping Arkaden war vorprogrammiert. 1. Accessoires, 2. Fashion, 3. Heels… aber das Leid einer Flugbegleiterin ist die Beschränkung der Koffergröße insofern gab es nix für das wir diese Beschränkung hätten umgehen müssen…

Nun es wurde auch schon wieder Zeit zum Flieger zu kommen.. schließlich warteten die Gäste schon – so meine Vermutung. Als wir jedoch das Rollfeld betraten und unsere Arbeitsstätte betreten wollen mußten wir mit erschrecken feststellen das unser FLugzeug gekapert wurde. Gekapert von einer weiteren Crew – nun hieß es Haltung bewahren. Sowas kommt vor – da kommt einfach so mir nichts dir nichts eine Crew über das Rollfeld gelatscht, schnappt sich ein leeres Flugzeug und versucht die Stammcrew zu vertreiben. Aber nicht mit uns… dachten wir uns so unter dem Hütchen. Wir nehmen den „Battle“ an. Wir werden ja sehen wer von uns im nachhinein triumphiert.

http://www.youtube.com/watch?v=Dypotqwp6Fw

Unsere erste Challenge bestand darin die Gäste sicher in das Flugzeug zu bekommen… damit hätten wir schon mal einen gewaltigen Punktevorsprung und könnten es im Flieger locker angehen lassen. Einzig die Tatsache das gerade in diesem Augenblick so ein tolles sonniges Fotolicht war machte es schwer sich auf das wesentliche zu konzentrieren – nämlich eben die Gäste. Und ein Mitglied unserer Gegnermannschaft machte uns dann auch noch darauf aufmerksam das wir bitte nicht zu nahe an den Triebwerken mit den Haaren rumhantieren sollen… Mein Gott sehen wir aus als ob wir das zum ersten Mal machen ;-) ick meine das ist doch offensichtlich das ich in meiner Abschlußprüfung zur Stewardeuse eben genau diesen Abstand schon zig-Mal runtergebetet habe. Egal.. sie machte damit ordentlich Punkte beim Captain… So’n Pech. Also blieb uns nur noch die freundliche Einweisung der Passagiere und die erneute Darbietung der Notfallmaßnahmen. Frl. Delay erklärte freundlich den Menschen das es absolut notwendig sei im Falle einer Notlandung für Personen mit Schuhgröße 41 die entsprechenden Heels bei Ihr abzugeben, während ich ebenfalls mit Engelszungen darauf hinwies das auch Geld und Schmuck jeglicher Menge und Größe beim Verlassen des Flugzeuges in Notsituationen nur hinderlich sei. Kam nicht so gut an… ! Man unterstellte und Raffgier…. wieder verloren…

Auch das kontrollieren der Sitzgurte und das zählen der Anwesenden konnten wir heute nicht wirklich für uns entscheiden… lag es wohl daran das mein hübscher Zählapparat gerade damit beschäftigt war meine Haare zu tragen und Zoes Zählmaschinerie ohne Computer ab der Zahl 21 hilflos überfordert war…. Mist…. Es war passiert wir hatten verloren. Wir übergaben die Maschine der neuen Crew…. 4 Jahre konnten wir uns behaupten gegen das Jungvolk von Flugbegleiterinnen aber nun war es geschehen. Der Captain entzog uns die Lizenz zum Getränke verteilen und verwies uns auf die Passagieplätze. Gott wie peinlich… aber wir nahmen es mit Stolz und ließen uns zumindest gleichmal ein paar Prosecco kommen – natürlich auf Kosten des Hauses. Nööö.. wir waren keine schlechten Verliererinnen – wir nahmen es so hin und werden uns in Zukunft wahrscheinlich andere Jobs suchen. Vielleicht schreiben wir ja ein Buch.. oder Blog.. und werden berühmt. Mal sehen.

Rückblickend waren die vier Jahre auf unserem Fluginstrument eine schöne Zeit.. ein bissl wehmütig wurde mir schon bei dem Gedanken in 45 min das letzte Mal unser Baby zu verlassen aber watt solls.. wenn man verliert dann verliert man… insofern weiter trinken! Damit die feuchten Augen nicht das 12 Stunden alte Makeup gänzlich versauen begaben wir uns in die Rückenlage und ließen die Lüftung für 5 min volle Pulle ins Auge blasen. Ergebnis.. Trockene Augen und eine wunderbare Bindehautentzündung als Andenken an unser Fluggerät. Danke alte Schwalbe.. du bist eine bleibende Erinnerung.

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Nach unserer Ankunft am Zielflughafen verabschiedeten wir uns mit zwei dicken Schmatzern auf das Leitwerk des Flugzeuges in der Hoffnung diese Maschine eines Tages wiederzubetreten, natürlich gaben wir unser Nachwuchs-Flugmannschaft noch ein paar Tips wie sie bestens die Kabinenbeleuchtung so abdimmen das auch älteres Makeup noch perfekt scheint, auch wenn die Passagiere manchmal über schlechte Leseverhältnisse klagten und wie sie Bord-Verkaufsware wieder einschweißen können nachdem sie die Hälfte entnommen haben ohne das es jemand auffällt. Doch irgendwie wollten die Streberinnen das gar nicht wissen. Naja so waren wir früher auch mal… Ehrgeizig und Zielstrebig… eben jung. Wir stöckelten zur Tür in eine ungewisse Zukunft hinaus und ein flaues Gefühl in der Magengegend machte sich breit. Werden wir in der Gosse notlanden?… hat uns unser Flugalter eingeholt?… wir werden sehen was die Zukunft so bringt. Unsere Uniformen werden wir wohl an den frisch lackierten Nagel hängen müssen… und wenn jemand eine Idee hat was zwei ausgediente Flugbegleiterinnnen so in Zukunft machen können… hier jibbet eine Kommentarfunktion… ! :-)

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QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
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