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Wegelagerer, Abzocker und andere VerZOLLungen

oder Warnung vor dem bissigen Hund.

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Wenn man sich früher vor dem Briefträger mit unschönen Mitteilungen schützen wollte kaufte man sich einfach einen großen böse bellenden Hund, eine Hundehütte und ein Schild mit dem Aufdruck: „Vorsicht bissiger Hund“. Schon hatte man vor unangenehmen Einschreiben, Mahnungen oder auch Zollnachrichten seine liebe Ruhe. Zum Thema Zoll hab ich im Zuge der herannahenden Halloween Nacht in Berlin wieder eine spannende Geschichte. Ein Vorteil des weltweiten Netzes ist es, das man selbst bei Ebay Deutschland jetzt aus der ganzen Welt Ware beziehen kann. So auch aus dem guten alten Hong Kong, wo im Gegensatz zum Standort Deutschland, der ein oder andere Artikel ein Bruchteil kostet. Für Halloween Kostüme kann man bzw. sollte man darauf zurückgreifen… denn diese Kostüme haben ein extremes Verfallsdatum und können maximal ein- bis zweimal zum besten gegeben werden.

Normalerweise zieht eine solche Bestellung einen Besuch beim Berliner Zollamt nach sich. War dieses Zollamt noch vor einem Jahr ein Hort des Schreckens und ein Zeiträuber sondersgleichen, so mußte ich kürzlich feststellen das auch dort eine gewisse Renovierung stattgefunden hat, ähnlich wie bei den Plänen zur aktuellen Bundenwehrsituation, sah sich ein schlauer Mensch auch dort in der Lage, ein wenig zu optimieren. Natürlich hat er es nicht geschafft die langjährig anerzogene Phlegmatik mancher Angestellten in so kurzer Zeit gänzlich zu beseitigen, das braucht noch ein wenig, aber die Struktur wurde optimiert und letztendlich damit auch der Zeitaufwand. Bravo. Leider gibt es aber auch andere Wege den so ein Paket aus China nehmen kann. Zum Beispiel kann es vom Zoll Frankfurt beanstandet werden und im modernen Dienstleistungssegment findet sich da gleich wieder eine Idee Menschen die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Die Rede ist von den sogenannten Kurierdienst-Netzwerken. Ein ganz besonders, mittlerweile in diversen Foren bekannter Vertreter dieser Zunft, nennt sich GDSK. Wenn man Briefe von der GDSK bekommt hat man auf den ersten Blick den Eindruck schon wieder irgendeine langweilige Werbung im Briefkasten zu haben, vom 3.000.000 Dienstleister, Kreditgeber oder Angebotspfuscher für Was-auch-immer. Es kann sogar soweit gehen, so wie bei mir, das man diesen gleich ungeöffnet in die Tonne befördert.

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Aber die Herrschaften der GDSK haben ja einen Grund für Ihre Post. Die sind nämlich in der glücklichen Lage, DEIN PAKET, verzollen zu dürfen. Warum dieses Paket nicht in Berlin selbstverzollt werden kann, entzieht sich gänzlich meiner Kenntnis und nur ein Zufall hat mich gerade noch rechtzeitig auf den zweiten Brief dieser Gesellschaft aufmerksam werden lassen. Ein Anruf und die nötigen Papiere waren digital übersandt. Ein gutes Onlinetracking wieß glasklar den weiteren Weg meines Fernost-Päckchen aus und drei Tage später wurde es vom ganz normalen DHL Mann gebracht. Soweit – sogut. Doch dann kommt ein weiterer Brief der obskuren Gesellschaft GDSK mit der Bitte 25 EUR zu bezahlen. OK.. dachte ich.. da wird wohl wieder die MwSt. angefallen sein… doch Pustekuchen. Mein bestellter Betrag lag unter dem Wert der sowohl Zollgebühren verursacht hätte, als auch MwSt. abverlangt – ganze 12 EUR war meine Sendung aus Hong Kong nämlich nur Wert. Na … da hab ick aber die Rechnung ohne den Wirt von der GDSK gemacht… denn die Herrschaften dort leben davon Servicepauschalen zu erheben.. für Ihre Dienste, die niemand bestellt hat und die weder ich noch der Versender beauftragt wurdem. Sensationell… sowas gab es schon vor 1000 Jahren. Da traf man die hohen Herren von Königs Gnaden um Ihnen dann mindestens die Hälfte der transportierten Waren abzugeben NUR weil man zufällig gerade auf dem Weg zum Markt den ihren kreuzte.

Nachdem ich im Netz diverse Foren über diese Machenschaften gefunden habe, werde ich wohl abwarten was diese Gesellschaft mir noch so schreibt… bevor ich den Preis meiner bestellten Artikel auf 300% ansteigen lasse… im übrigen scheint die GDSK immer dann auf der Bildfläche zu erscheinen wenn ein Versender mit EMS Kurier arbeitet… !! Ein Glück gibt es noch andere weltweite Beförderer !

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3 COMMENTS
  1. mindamino

    Ich suche Personen, die der GDSK den Auftrag nach dem 04.08.2011 erteilt haben die Ware zu verzollen oder die nach vorgenannten Datum die ca. 25 EUR errechnet erhalten haben.

    Ich habe folgende Entscheidungen in denen die Schuldner verurteilt worden sind 7C217/10 AG Pforzheim, 27C198/10 AG Wesel, 51C392/10 AG Paderborn, AG Minden 28C8/11, AG Erkelenz 6C59/11 ua.
    Nach Durchsicht der Begründungen musste ich jedoch festellen, dass die ganzen Anwälte, die Verfahren geführt haben nicht die hellsten sind.
    Daher habe ich mich ebenfalls verklagen lassen 21C228/11 AG-Minden.
    Meiner Meinung nach standen der GDSK auf vor dem 04.08.2011 die 25 EUR nicht zu aber aus ganz anderen Gründen, die von keinem Anwalt beanstandet worden ist. Die mündliche Verhandlung gestern war allerdings sehr traurig aber ob ein Anspruch für die von mir am 07.04.2011 beauftragte Leistung von 25 EUR besteht konnte die Richterin noch nicht sagen.

    Ich benötige zur Überprüfung allerdings von jemanden sämtliche Schreiben, die von der GDSK nach dem 04.08.2011 zugegangen sind.

  2. Chris

    Hi. Bei meiner Recherche zum Thema GDSK bin ich damals auch auf diesen Blog aufmerksam geworden. Leider ist was Du schreibst bei Sendungen aus China leider nicht die Ausnahme sondern eher die Regel.
    Für alle die daher von der GDSK und deren Gebühren ebenfalls genervt sind, habe ich eine Anleitung zur Selbstverzollung geschrieben:

    http://www.blog.oscg.eu/2011/02/selbstverzollung-bei-der-gdsk/

    Denn ich denke dass gegen die Geschäftsgebaren der GDSK nur hilft, dass möglichst viele Privatpersonen in diesem Bereich auch diese Selbstverzollung wählen.

    Gruß

    Chris

  3. krak

    Udn wie ist es ausgegangen?

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