Do. Dez 12th, 2019

Weg sind’se die Riesen

oder warum faszinieren zwei Holzmarionetten ‘zig Tausende von Besuchern?

blog_dieriesenkommen

Als ich das erste Mal die Plakate sah konnte ich mir wirklich nicht vorstellen welches Ausmaß solch überdimensionale Püppchen auf die Menschen haben würde. Ick meine Puppentheater kämpfen ums überleben und kaum baut jemand zwei Puppen in vielfacher Menschengröße schon soll das tausende interessieren? Offenbar!… denn der Marionettenhype hat Berlin fest im Griff und das trieb auch mich an die Stelle des Interesses. Zwar konnte man im Netz verfolgen wo sich die Karavane der Holzpuppenfetischisten rumtreibt aber so richtig genau war das nicht, also beschloß ich mich direkt an der Moltkebrücke vor dem Hauptbahnhof aufzustellen und zu beobachten. Guter Plan.. allerdings nicht sehr originell.. denn gefühlte 2 Millionen Menschen hatten den gleichen Plan.

Sheila Wolf’s Video

Auch die Idee mit den Parkplatz im Hauptbahnhof war irgendwie nicht sonderlich unbekannt wie ich später herausfand. Nun ja… so standen wir nun direkt an der Brücke und warteten und dann kamen sie. Erst das Mädchen und dann der Taucher… und ich gestehe von dem Aufwand und der Erscheinung fasziniert gewesen zu sein. Allerdings noch mehr vom Mädchen als vom Taucher.. die Gestiken der “kleinen” Frau erinnerten mich an “den dunklen Kristall” ein tolles Puppenmärchen aus meinen frühen Tagen. Es war einfach toll anzusehen wie die vielen kleinen Helferlein diesen beiden Riesen Leben einhauchten, mal abgesehen von dem symbolischen Wert der gestrigen Zusammenführung am Brandenburger Tor. Und dann wurden die beiden von Ihren Strippen befreit und ins Boot gehoben.. um dann Ihre letzte Etappe per Boot anzutreten. Die französische Theaterkompanie Royal de Luxe hat mit einer einfachen Idee große Emotionen hervorgebracht und solange es Menschen wie Jean Luc Courcoult gibt die es schaffen mit Fantasie und Hingabe Märchen wahr werden zu lassen, solange besteht Hoffnung für die künstlerische Darstellung von allem. Ick fand es wunderbar.. wenn auch grauenhaft überfüllt.. was dann wiederum dazu führte das die Tiefgarade des Hauptbahnhofs kollabierte….