Mi. Dez 11th, 2019

Vorsicht vor der bissigen Ex-Drag-Freundin

oder ein gut gemeinter Rat wird manchmal teuer bezahlt
oder ICH HASSE ESKALATION aber manchmal ist guter Rat teuer …

blog-drag-ex-gezicke
© Berserker

Eigentlich ist sowas ein absolutes Tabuthema – jedenfalls für mich. Ein ungeschriebenes Gesetz unter Zweihaarträgerinnen und nicht nur da. Es gibt NATÜRLICH ein hohes Maß an Konkurrenz, gerade in der Hauptstadt. Queere Persönlichkeiten fallen hier quasi von den Bäumen und das ist auch gut so. Jeder und jede hat seine/ihre Berechtigung. Einige arbeiten hart daran sich im Business der bunten Vögel durchzusetzen und investieren viel an Zeit, Geld und manchmal sogar Lebensenergie. Das zahlt sich dann hin und wieder aus… und man hat das Glück den ein oder anderen Dauerjob zu bekommen, den man dann Jahr für Jahr immer wieder gerne macht und natürlich auch Freundinnen mit dazubucht – bei mir ist es die Schweiz. Bekannnte Beispiele wären Melli Magic, die jedes Jahr für fast 6 Monate nach Mykonos auswandert um dort zu performen.

Nun war ich auch schon bei Melli eingeladen und durfte dort einen Act von ihr auf der Bühne supporten… doch bin ich ansatzweise auf die Idee gekommen, im nächsten Jahr dort den Veranstalter, den mir Melli natürlich vorgestellt hat, anzuschreiben? Nein… ich glaube an den vertrauensvollen Umgang. Ich habe in den letzten 7 Jahren niemals auch nur versucht mich an die Auftraggeber meiner Kolleginnen zu vergehen. Ich kann nicht sagen das ich im Beruf, also in der freuen Marktwirtschaft, nicht anstrengungen unternommen habe an neue Kunden zu gelangen. Aber auch hier waren Kunde von Bekannten oder Freunde immer tabu. Mir war es immer wichtig neue Kanäle für die Travestie zu öffnen. Man kann mir an der Stelle sicherlich unterstellen etwas “altmodisch” zu sein, man kann mir auch manchmal “Hysterie” nachsagen… aber ich selbst hätte nie gedacht, dass es in einer so eindeutigen Situation Menschen gibt, die das anders sehen.

Leider gibt es doch tatsächlich eine rothaarige Ex-Freundin, die versucht in diesem Jahr auf direktem Weg diesen Veranstalter nach einem Job zu fragen, wissentlich das sie niemals im Leben dort gelandet wäre, hätte ich sie letztes Jahr nicht eingeladen – abgesehen davon das es ein BURLESQUE Event ist. In dieser Welt sind Anstand und Respekt auf der Strecke geblieben und auch wenn ich schon lange dabei bin.. und immer wieder von namenhaften Dragqueens dieser Stadt ähnliches vernommen habe, gerade im DJane Bereich, war ich trotzdem extrem überrascht, wie frech man auf Nachfrage auch noch antwortet: “ich weiß nicht, was dein problem ist… die welt ist für alle da.. nicht nur für dich allein… und es ist platz für alle auf der bühne…“. Natürlich ist die Aussage richtig und natürlich kann sich jeder seine Bühnen suchen, aber warum versucht sie DAS nicht mit eigener Kraft und eigenen Kontakten? Ich meine die Welt ist schließlich für alle DA und besteht nicht nur aus dieser Veranstaltung…. Jeder der mich kennt weiß das ich schon lange keine Namen mehr nenne… aber von nun an seh ich kein ROT mehr und schon gar kein ROTES Echthaar, ausser an mir selber.

Und nun meine Frage an alle die sich die Mühe machen meine Zeilen zu lesen: Sehe ich das falsch? Bin ich in dem Fall auf dem Holzweg…? Ist es OK wenn man offen die Veranstalter von Bekannten und ggf. sogar Freunden angeht? Mir helfen alle Kommentare das zu verstehen und meine zukünftigen Bookings besser einzuordnen… und wer jetzt der Meinung ist das sei Kinderkacke… ejal… schließlich ist das mein subjektives Sprachrohr mit dem ich gewachsen bin und jeden Tag dazulerne….