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Vorsicht vor der bissigen Ex-Drag-Freundin

oder ein gut gemeinter Rat wird manchmal teuer bezahlt
oder ICH HASSE ESKALATION aber manchmal ist guter Rat teuer …

blog-drag-ex-gezicke
© Berserker

Eigentlich ist sowas ein absolutes Tabuthema – jedenfalls für mich. Ein ungeschriebenes Gesetz unter Zweihaarträgerinnen und nicht nur da. Es gibt NATÜRLICH ein hohes Maß an Konkurrenz, gerade in der Hauptstadt. Queere Persönlichkeiten fallen hier quasi von den Bäumen und das ist auch gut so. Jeder und jede hat seine/ihre Berechtigung. Einige arbeiten hart daran sich im Business der bunten Vögel durchzusetzen und investieren viel an Zeit, Geld und manchmal sogar Lebensenergie. Das zahlt sich dann hin und wieder aus… und man hat das Glück den ein oder anderen Dauerjob zu bekommen, den man dann Jahr für Jahr immer wieder gerne macht und natürlich auch Freundinnen mit dazubucht – bei mir ist es die Schweiz. Bekannnte Beispiele wären Melli Magic, die jedes Jahr für fast 6 Monate nach Mykonos auswandert um dort zu performen.

Nun war ich auch schon bei Melli eingeladen und durfte dort einen Act von ihr auf der Bühne supporten… doch bin ich ansatzweise auf die Idee gekommen, im nächsten Jahr dort den Veranstalter, den mir Melli natürlich vorgestellt hat, anzuschreiben? Nein… ich glaube an den vertrauensvollen Umgang. Ich habe in den letzten 7 Jahren niemals auch nur versucht mich an die Auftraggeber meiner Kolleginnen zu vergehen. Ich kann nicht sagen das ich im Beruf, also in der freuen Marktwirtschaft, nicht anstrengungen unternommen habe an neue Kunden zu gelangen. Aber auch hier waren Kunde von Bekannten oder Freunde immer tabu. Mir war es immer wichtig neue Kanäle für die Travestie zu öffnen. Man kann mir an der Stelle sicherlich unterstellen etwas „altmodisch“ zu sein, man kann mir auch manchmal „Hysterie“ nachsagen… aber ich selbst hätte nie gedacht, dass es in einer so eindeutigen Situation Menschen gibt, die das anders sehen.

Leider gibt es doch tatsächlich eine rothaarige Ex-Freundin, die versucht in diesem Jahr auf direktem Weg diesen Veranstalter nach einem Job zu fragen, wissentlich das sie niemals im Leben dort gelandet wäre, hätte ich sie letztes Jahr nicht eingeladen – abgesehen davon das es ein BURLESQUE Event ist. In dieser Welt sind Anstand und Respekt auf der Strecke geblieben und auch wenn ich schon lange dabei bin.. und immer wieder von namenhaften Dragqueens dieser Stadt ähnliches vernommen habe, gerade im DJane Bereich, war ich trotzdem extrem überrascht, wie frech man auf Nachfrage auch noch antwortet: „ich weiß nicht, was dein problem ist… die welt ist für alle da.. nicht nur für dich allein… und es ist platz für alle auf der bühne…„. Natürlich ist die Aussage richtig und natürlich kann sich jeder seine Bühnen suchen, aber warum versucht sie DAS nicht mit eigener Kraft und eigenen Kontakten? Ich meine die Welt ist schließlich für alle DA und besteht nicht nur aus dieser Veranstaltung…. Jeder der mich kennt weiß das ich schon lange keine Namen mehr nenne… aber von nun an seh ich kein ROT mehr und schon gar kein ROTES Echthaar, ausser an mir selber.

Und nun meine Frage an alle die sich die Mühe machen meine Zeilen zu lesen: Sehe ich das falsch? Bin ich in dem Fall auf dem Holzweg…? Ist es OK wenn man offen die Veranstalter von Bekannten und ggf. sogar Freunden angeht? Mir helfen alle Kommentare das zu verstehen und meine zukünftigen Bookings besser einzuordnen… und wer jetzt der Meinung ist das sei Kinderkacke… ejal… schließlich ist das mein subjektives Sprachrohr mit dem ich gewachsen bin und jeden Tag dazulerne….

 

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7 COMMENTS
  1. shei-la

    Oha.. das mit dem Alt mag stimmen dafür aber deutlich niveauvoller. Abgesehen davon hab ich sprichtwörtlich genug Arsch in der Hose um meine Email Adresse nicht zu covern *loool* … oh nee sorry.. das „sprichwörtlich“ nehm ich zurück ;-).. PS. und ich liebe IP Tracking …

  2. Suse

    Boah bist du eine verbitterte alte Frau! Das ist ja nicht auszuhalten.

  3. Toni

    Kein einfaches Thema, vor allem wenn man nur eine der beteilitgen Personen kennt. Grundsätzlich bin ich ja völlig dagegen sich mit fremden Federn zu Schmücken oder anderer Leuts Lorbeeren einzuheimsen. Denn sowas ist einfach nur unterste Schublade.

    Die Frage ist natürlich was deine besagte „Ex-Freundin“ damit bezwecken wollte. Du erzähltest ja bereits bei unserem letzten treffen in B von so einer Situation. Wenn so wertvolle Kontakte die man sich selbst mühsam geknüpft hat, dann hinterrücks für sich alleine genutzt werden ist das natürlich nicht in Ordnung.

    Verstehen kann ich zumindest die Intention da selbst den ersten Schritt zu versuchen. Dennoch wäre es mit Sicherheit was anderes gewesen wenn der Veranstalter von sich aus die Anfrage gemacht hätte. Es schwingt hier ja doch so ein leichtes „betteln“ mit.

    Es ist ein zweischneidiges Schwert und man dieses Thema lang und breit diskutieren. Am Ende gibt es glaube nicht unbedingt ein richtig oder falsch. Es hat sicherlich einfach etwas mit Anstand zu tun und wenn dieser nur noch zum eigenen Vorteil genügt, muss man wie du seine Konsequenz ziehen und das Schlechte von sich wegschieben. Es muss offensichtlich eh jeder sein Ding für sich durchziehen und nicht für andere, sonst scheiterts doch zu oft. Traurig, aber wahr!

    Zwar Schade, aber leider ist sich am Ende nunmal jeder selbst der oder die Nächste…

  4. shei-la

    Erfolg hilft immer 🙂 … und ich wünsche Euch weiterhin viel davon btw.. ankieken tue ich mir natürlich auch allet von Euch… und wie gesagt: Lies dir meine Worte zu „Geht gar ned“ aufmerksam durch, ditt war ehrlich und nett jemeint und wenn ick mir watt wünschen darf: thematisch bitte so weitermachen 🙂 … aber ditt wissta bestimmt selba… xoxo

  5. Gracia

    Eigentlich wollte ich jetzt nicht mich bzw uns (Babsner.TV) in den Vordergrund rücken. Aber wie du schon sagst, jeder macht das, was er für gut und richtig empfindet, wofür er sich nicht schämen brauch und nur durch diese Authentizität bekommen wir ja soetwas wie eine Fangemeinde.Und der Erfolg gibt uns Recht! Kiss

  6. shei-la

    Ja… nun ich brauch glücklicherweise nichts zu richten… aber in dem Fall hat mich einfach nur die Art und Weise erschrocken. Wie skrupellos man sein kann.. anyway… wir alle machen weiter und füllen unsere kleine Lücken.
    Zum Thema Babsner muß ich folgendes sagen… ich kenne viele Comedians, teilweise persönlich und wenn der ein oder andere auf der Bühne Mist baut.. dann muß es natürlich möglich sein das zu kritisieren. GERADE WEIL WIR AUF DER BÜHNE STEHEN. Ich bin doch auch im öffentlichen Fadenkreuz… auch meine Bühnengeschichten werden kritisiert. Ich höre mir oft einiges an.. positives aber auch negatives. UND? Ich mache weiter.. versuche das zu nehmen wo ich denke die haben Recht und verwerfe DInge die ich für nicht RICHTIG halte.
    Ich mochte EURE „Ged gar ned“ Geschichte.. insofern 🙂 .. aber ich lache auch nicht über COMEDY STREET oder ähnliche Formate… also nehmt’s nicht persönlich. Ihr habt doch eine große Fangemeinde also kann nicht alles schlimm sein… btw… nur weil ich nicht der Meinung bin das so plattes Entertainment und Sprüche wie Geiz ist Geil heutzutage fördernd sind… heißt das nicht das ich Euch nicht für die Mühe, den Aufwand und als Person respektiere. Ich weiß sehr wohl das ich damit auf Kollisionskurs gegangen bin… aber warum soll ich Euch watt vormachen.. Meene oma hat immer gesagt.. sach watte denkst meen junge 🙂 … also in dem Sinne – viele Dank für Deine offenen Worte und ich hoffe bis bald ma… in FFM oder B…. lg Sheila

    PS.. ich hatte damals meine Nische ziemlich schnell gefunden: BURLESQUE…

  7. Gracia

    Hallo meine Liebe!
    Puuhh, das ist wirklich ein schwieriges Thema. Ich war bisher eigentlich immer eher in der Position deiner „rothaarigen Ex-Freundin“. Ich nenne da gerne den Namen Crystel Cox, die mich im Bestreben meiner Arbeit immer unterstützt hat und mir Aufträge zugeschustert hat, bis ich wusste, wie der Laden läuft und ich mir selbst Bookings und Co. besorgen konnte. Ich war/bin ihr immer dankbar für das, was sie für mich getan hat. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, wenn sie mich in eines ihrer „Wohnzimmer“ einlädt, gleich einzuziehen bzw. die Wohnung zu übernehmen. Allerdings habe ich auch das Glück, dass ich in meiner Heimatstadt Mainz und nähere Umgebung beinahe alleine auf weiter Flur stehe. Ich kenne nur sehr wenige Drag Queens/Travestiekünstler in Berlin persönlich, kann das aber glaube ich etwas mit Frankfurt vergleichen. Auch in FFM gibt es unzählige „Kolleginnen“ und beinahe werden es täglich mehr. Ich stimme dir vollkommen zu, dass jede von uns ihre/seine Berechtigung hat und liebe diese bunte Vielfalt. Allerdings weiß ich auch, dass je mehr von uns erscheinen, desto weniger „Platz“ ist da. Die wenigsten suchen sich Nieschen (wie wir z.B. mit Babsner.TV) und wollen in die gleiche KErbe schlagen wie die erfolgreichen Vorgänger/Kolleginnen. Irgendwann ist der Markt gesätigt. Ich erfahre auch von einigen Kolleginnen, gerade in FFM oft offene Ablehnung. Ob es nun Neid ist oder was auch immer, mag mal dahingestellt sein. Fakt ist, jede(r) kämpft für sich und versucht das schönste und das beste Tortenstück zu erhaschen. Stelle 2 Menschen in einen engen Raum, irgendwann zeigen sie ihr wahres Gesicht. Ich kann die Intension deiner Ex-Freundin nachvollziehen, aber finde sie natürlich nicht gut. Was für dich ein Ehrenkodex zu sein scheint, ist es eben für andere nicht. Vielleicht lehne ich mich jetzt etwas weit aus dem Fenster, aber zum Beispiel für mich war es NEU, dass eine DragQueen, in diesem Fall du, die auf der Bühne steht und selbst performt, andere Kolleginnen (in diesem Fall uns) öffentlich kritisiert (Egal ob „schwul ist cool“ oder „Geht gar ned“)… Ich kenne das nirgendsher, dass aktive Künstler andere aktiven Künstler öffentlich kritisieren. Aber wie gesagt, jeder hat da eine andere Vorstellung. Wir sind nicht befreundet und daher trifft es dich mit deiner Ex-Freundin emotional natürlich stärker. Ich weiß nicht, was und wie man am besten mit einer Situation so umgeht. Wichtig aber ist, dass du morgen noch in den Spiegel schauen kannst und nichts tust, was du morgen vielleicht schon bereust. Ich an deiner Stelle würde das mit dem Veranstalter selbst klären und ihn auch daran zu erinnern, was er an dir hat. Schwarze Schafe wird es immer geben, schade wäre nur, wenn du allen deinen Freunden nun wegen dieser schlechten Erfahrung die Chance nimmst dich zu begleiten… Abschließend möchte ich aber sagen, dass es in der freien Marktwirtschaft ja ähnlich läuft…man versucht sich gegenseitig zu unterbieten und bis besseren Angeboten zu locken … Konkurrenz belebt eben dann doch das Geschäft!
    Herzliche Grüße aus Mainz, GG

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