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Standing Ovations für Hedwig and the Angry Inch im Admiralspalast Club

oder ein Erlebnis – ein wahres Erlebnis…

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Theater, Opernhäuser.. ach einfach alle Bühnen haben den unmittelbaren Nachteil das der Künstler dem Zuschauer zumeist entrückt. Er ist eine entfernte Figur deren Annäherung oftmals schwierig bis unmöglich erscheint. Insbesondere Musicals haben auf großer Bühne die magische Aura als Barrikade, die einem als Betrachter undurchdringbar erscheint. Bei Hedwig ist alles anders. Allein schon das Betreten des Admiralspalast Clubs im Keller der geschichtsträchtigen Spielstätte erfreut die Sinne und glänzt durch Behaglichkeit. Sofas, alte Schrankwände, Schallplattencover, unzählige kleine feine Hingucker aus den Trödelmärkten Berlins haben hier ihr Zuhause gefunden – man befindet sich kurzerhand im Wohnzimmer von Hedwig. Zugegebenermaßen ist es ein wirklich großes Wohnzimmer.. und die Bühne ist Teil des Wohnzimmers bzw. das Wohnzimmer Teil der Bühne und niemand ist vor Hedwig sicher… haha .. und genau das macht solch ein Spaß.

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Mit dem Musical Hedwig verbindet mich eine etwas längere Geschichte. Nach dem Filmerlebnis von John Cameron Mitchell, das mich mehr als gefesselt hat, erlebte ich das Musical in Frankfurt von Nigel Francis, das ich unglaublich gerne in diesem Hauptstädtchen sehen wollte. Doch alle Bemühungen meinerseits trafen auf Angst oder taube Ohren und sowohl Nigel als auch ich waren etwas desillusioniert. Die Zuschauer rennen in diese seichte Ost-West Schmunzette von Udo Lindenberg, sind aber bei echtem Drama und unglaublich guter Musik schon überfordert… ? Ick versteh‘ es teilweise nicht mehr. Wahre Kulturexplosionen kämpfen um Zuschauer und Väterchen Fußball füllt die Stadien bis zum letzten Platz… diese Welt dreht sich gerade irgendwie voll in die falsche Richtung. Egal.. genug gesottert.. ick war bei HEDWIG und mich hat diese Version so unglaublich gerockt. Sven Ratzke ist Hedwig… er hat diese Rolle nicht nur gespielt – er hat sie in sich aufgesogen. Jede Geste, jeder Ton, jede Bewegung war Hedwig in Vollendung. Kostüm, Haare… ganzt besonders Haare und natürlich auch Makeup, Kulisse, Ton (auch wenn er ein/zweimal gehakt hat) haben mich aus meiner ersten Reihe gefegt. Einziger Wehmutstroppen war das finale Outfit von Yitzhak — da hätte etwas mehr Glam statt bunte Tüllorgie mehr Sinn gemacht 🙂

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Hedwig and the angy inch ist ein Musical das sich einen Scheiß um „political correctness“ schert ohne dabei dabei unterhalb der Gürtellinie zu fischen, wie auf manch anderen subkulturellen Bühnen. Sven Ratzke ist dem Publikum dabei so nah wie selten zuvor. Ich war sogar kurzweilig drauf und dran ihm ein herunterhängendes Haar von der Kleidung zu entfernen 😉 … lool…. und muß EUCH hiermit den Auftrag geben… GEHT IN DIESES MUSICAL. Fragt nicht wieso oder warum… wägt nicht ab ob es sich lohnt oder nicht… laßt Euch einfach mal überraschen und ich schwöre Euch ihr werdet einen unglaublichen Abend erleben. Im Gegensatz zu der Version von Nigel Francis, der seine Inszenierung gerade nach UK transportiert, um dort den Menschen Hedwig zu schenken, ist die Berliner Geschichte auf deutsch erzählt und die Sprachbarriere somit ebenfalls genommen. Natürlich bleibt aber ein Großteil der Songs in der Originalsprache. Ach ick habs einfach genossen… und werde mir wohl noch einigemale den Keller vom Admiralspalast antun, ein bissl Absinth schlürfen, Brezeln futtern, der wahnsinngen Stimme von Sven lauschen und wieder so viel Spaß haben wie gestern. Mit mir haben jede Menge Film-, Musik und Fernseh“stars“ sich diese Premiere gegeben und waren hinterher der gleichen Meinung wie ich…. auch nach dem Schlußapplause und den Standing Ovations !!

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