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Shrek – das Musical nicht nur in Berlin

oder ein zweieinhalbstündiger Trip nach Weitweitweg…

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© Jens Hauer / Mehr Entertainment
Shrek… das ist eine Geschichte, die mich schon mit dem ersten Animationsstreifen so wunderbar unterhalten hat. Immer wenn so ein Trickfilmspaß, dann auf die reale Bühne bzw. Musicalbühne kommt, bin ich  äußerst skeptisch. So auch diesmal. Ich kann mich noch sehr gut an das fahrende Muscial Moulin Rouge erinnern – das war ein tiefer Griff in die Gruselkiste. Und nun kam Shrek – ein Musical, das ja international einige Nominierungen und Preise abräumte und auch in Düsseldorf für ein volles Haus sorgte. Bevor Shrek nun weiter nach Wien und München zieht hat Berlin die Gelegenheit am Spaß auf der Bühne zu teilzuhaben.

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© Jens Hauer / Mehr Entertainment

Schon der geschlossene Vorhang ließ erahnen, das sich bei diesem Musical jemand mit den Details beschäftigt hat. Und spätestens nach der ersten kleinen Durststrecke nimmt das Shrekical fahrt auf. Tolle Gags, noch tollere Kostüme, ein wirklich schlaues Video- und Realbühnenbild und natürlich die wunderbaren Charaktere machen das Musical sehr sympatisch. Je länger man die Gelegenheit bekommt, Shrek bei seinem Problem zu begleiten, „seinen“ Sumpf wieder von den befremdlichen Freaks zu befreien, desto mehr wird einem klar… hier geht es nicht nur um ausgestossene Märchenfiguren, sondern um Randgruppen im allgemeinen. Die spielerische Herangehensweise gefiel mir sehr gut.. und ich hoffe.. das den kleinen Gästen der Realbezug zumindest ansatzweise vermittelt werden kann.

Nichtsdestotrotz steht im Musical die Komik im Vordergrund. Herausragend an dieser Stelle ist natürlich der Esel so wunderbar die Rolle des Quärulanten spielt um letztendlich auch dem verkorksten Einsiedler Shrek die Lauscher zu öffnen. Eine berauschende Kostümvielfalt verspricht die zweite Hälfte. Allein schon die Begegnung mit dem Drachen macht großen Spaß und lässt nicht nur Kinderaugen größer werden. Aber auch platzende Vögel, gerettete Harry Potter oder Anspielungen auf typisch deutsche Märchen machen dieses Muscial wunderbar und sehenswert. Da macht es auch nichts, das die Darsteller an manchen Stellen etwas übereinander singen – und das wirkte auf mich ein-/ zweimal etwas kreischig… aber das ist echt meckern auf hohem Niveau und steht in keinster Weise in Relation zu dem überwiegend wunderbaren Erlebnis. Insofern… Prädikat.. BERLINER, MÜNCHNER und WIENER… kauft Euch Karten mit oder ohne Kind und reist ins Wonderland von Weit Weit Weg.

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