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Schlag nach bei Shakespeare – Kiss me Kate im Glitzerregen

oder kleine Gangsterbande ganz groß!

Kiss me Kate wurde mir letztes Jahr wärmstes aus erster Hand empfohlen und ich muß sagen, ich hab es bedauert nicht schon in dieser Spielzeit mit dabei gewesen zu sein. Irgendwie brannte es immer unter den falschen Nägeln obgleich ich eigentlich kein so großer Freund der Oper bin. Ok… ich war vor gut 8 Jahren auch kein so großer Freund des Balletts aber mit dem Alter sieht man die feinen Künste mit anderen Augen – mit älteren eben ;-). Umso erwartungsvoller war meine Haltung an den gestrigen Abend, was oft nach hinten los geht :-(. Diese wunderbaren Spielstätten mit ihrer unendlichen Geschichte zu besuchen ist immer wieder imposant und ich hatte auch gestern das Gefühl das die Komische Oper einmal mehr in einem besonderen Licht erstrahlte – zumindest innen! Außen hingegen hab ich wenig von den angekündigen Frühlingstemperaturen verspürt. Doch dieser Umstand hat offenbar eine bunte Mischung aus jung und alt ins Haus getrieben, so das ICH in meinem hohen Alter doch tatsächlich nicht den Alterdurchschnitt gesenkt habe, sondern gerade mal Mid-Ager war mit einer klitzekleinen Tendenz zum Rentenalter. Und die jungen Hüpfer haben sich für ihren Besuch in der Komischen Oper wirklich rausgeputzt – man glaubt gar nicht was Bon Prix oder KiK alles für Abendkleidchen hat *lool* – aber im Ernst in der pubertären Phase ist man ja auch noch auf der Suche nach seinem Stil… 😉 ging mir auch so.

Als dann das Licht ausging und die ersten Töne erklangen wußte ich nicht gleich, wo die gefühlten 100 Akteure auf der Bühne mit mir hinwollten und konzentrierte mich erstmal auf die einzigartige Übersetzungsanlage die sich in jeder Rückenlehne vor einem befindet. Ditt nenn ick ma eine herausragende Idee für alle Sprachenthusiasten – ick hab mir gleich mal türkisch eingestellt und hatte neben der musikalischen Darbietung gleich noch ein Grundlage zur weiterführenden Völkerverständigung :-). So gerüstet konnte ich mich wieder auf das Gewusel auf der Bühne konzentrieren, das anfangs etwas durcheinander ging… wobei es eigentlich ziemlich genau das abbildet was ich so hinter der Bühne öfter erlebe. Bis zur Pause konnte man sich von funkelden, bunten und tollen Kostümen blenden lassen um schlußendlich sogar mit Silberkonfetti beschossen zu werden. Da hab Otto Pichler als Choreograf und Klaus Grünberg als Bühnenbildner ganze Arbeit geleistet. Bis dato war allerdings Alfred Mayerhofer als Kostümdesigner mein absolutes Highlight.

Kaum hatte man sich nach der Pause auf seinen Platz niedergelassen wurde das glitzernde Feuerwerk nochmaligst überboten. Jetzt.. und genau jetzt wurden alle meine Sinne kontrolliert überfahren und das auf eine Weise die richtig Spaß machte. Ick werde ja in der Regel ungern niedergewalzt aber in der Komischen Oper bei Kiss me Kate war mir das ein Vergnügen. Tolle Choreografien die an große Musicals oder Burlesque Inszenierungen erinnern wurden genauso geboten wie einmal mehr die volle Packung Travestie. Also … ick war sichtlich geplättet. Solch eine Steigerung hatte ich nicht wirklich erwartet – umsomehr möchte ich Euch Kiss me Kate ans Herz legen… denn der Abend verspricht eine Inspiration an Travestiekostümen für alle Suchenden und ein Feuerwerk an Gesang und frecher Schnauze dank Dagmar Manzel. Meine persönlichen Favouriten waren allerdings Christoph Späth und Peter Renz als kleines Gauerduo – GANZ GROSS!

Und natürlich dürfen folgende Personen nicht unerwähnt bleiben: Musikalische Leitung Koen Schoots, Inszenierung Barrie Kosky, Spielleitung Anisha Bondy, Chöre Andre Kellinghaus, Licht Franck Evin und Sounddesign Gerd Drücker…

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