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Sarg Niemals Nie – der Tod kifft sich gut.

oder ein tiefschwarzes Musical zum Todlachen in der Bar jeder Vernunft

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© Sonja Hornung

Musicals müssen fröhlich, bunt und verspielt und im besten Fall auch noch von einem Blockbuster adaptiert worden sein. Dann erst gelingt der große Wurf und die großen Theater karren busseweise Touristen an. Wenn sie thematisch eher unbekannt sind und vielleicht auch noch die Probleme der heutigen Zeit ansprechen, dann sind es eher Geheimtipps, die den inneren Kreis der Musicalgilde ansprechen und anlocken. Die Einladung zu „Sarg niemals nie“ sah ästhetisch vielversprechend aus und so gesellte ich mich dazu, um diesen inneren Kreis mit buntschrägem Wiesnlook zu bereichern :).

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Serviert wurde ein kleines aber intelligentes Bühnenbild mit lustigen Details und vielen Gimmicks. Auch die Charaktere schienen sich in ihrer Rolle als „Leichenfledderer“ ähhhh.. Bestatter sichtlich wohl zu fühlen. Geschmückt wurde das ganze noch mit bissigen Songs, viel polnischem Sexappeal, einigen synchronen Tanzchoreos und natürlich einer abstrusen Geschichte, die aber gar nicht so weit her geholt ist. Heutzutage werden Menschen nach Polen gekarrt, um günstig eingeäschert zu werden und manchmal wird man dann auch noch im LKW vergessen 😉 – aber das stört Dich am Schluß eh nicht mehr… is ja nicht so als wenn Du aufn Amt deine Zeit mit warten verplemperst.

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Um den Tod eines Familienunternehmens im harten Konkurrenzkampft der Marktwirtschaft abzuwenden, bedarf es Teamwork und einer gehörigen Portion bewußtseinserweiternder Drogen, gewonnen aus der Asche der Klienten. Hört sich kurios an, war es auch. Ich denke bei der Ideenfindung war das Zeugs, das geraucht wurde auch nicht ganz natürlich ;). Anyway – die Geschichte war trotzdem lustig, allerdings plätscherte es von Zeit zu Zeit etwas dahin und konnte nach der Pause nicht nochmal an Fahrt zulegen. Es gab Schmunzler und es gab Gelächter im Raum, ja teilweise wurde sogar mitgewippt aber eine wirkliche Emotion konnte ich persönlich leider nicht fühlen. Im Gegensatz zu ähnlichen Produktionen wie Hammerfrauen, RENT oder FAST NORMAL fehlte dieser Produktion das gewisse Etwas. Nicht falsch verstehen es war schon lustig, die Idee war toll aber ich wurde nie so richtig mitgenommen – vielleicht hätte ein Joint geholfen 🙂

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Wer Musicals mag und einen Abend bei gutem Essen geniessen will, an dieser Stelle muss ich die aktuelle Fischsuppe der Bar jeder Vernunft erwähnen, der sollte sich einen Abend der kommenden Tage bis zum 25. September freihalten, Tickets kaufen und dem Tod einmal mehr humorvoll begegnen, denn alles andere ist dämlich. Ich selber hasse deutsche Beerdigungen. Zumeist wird dort hochtragender Müll über eine gegangene Person gelabert und eine Erinnerung mittels furchtbarer Stilelemente geprägt, die ich verabscheue. Ich behalte die geliebte Person lieber in spaßiger Erinnerung und hätte nichts dagegen meine Asche freizugeben um meinen Angehörogen einen kräftigen Trip des Lachens zu verschaffen 😉 …

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