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Sally und Fred – Premiere im Wintergarten

oder einmal Musicalstar – immer Musicalstar…

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Mit dem neuen Musical Sally und Fred wird ein Thema behandelt, das mich wirklich persönlich angesprochen hat. Schon lange dreht sich in meinem Kopf die Frage nach dem „hinterher“ – ja ja.. ich denke wirklich drüber nach.. immerhin sind es wirklich schon 10 Jahre… und dabei hab ich es noch wesentlich einfacher, als viele meiner Zweithaar-Kolleginnen. Abgesehen davon setz ich mir am 6.6. im TIPI ein Denkmal und denn kann sowieso die Welt untergehen … *looool* …. Aber ich habe ja noch einen Beruf neben der Travestie, der mich bisher noch ernährt – und dennoch… ich fühlte mich thematisch bei Sally und Fred gut aufgehoben und abgeholt. Jedoch nicht von Anfang an… zu Beginn muss man erst warm werden mit der nackten Szenerie. Gefühlt kann dieses Musical auch auf einer kleineren Bühne stattfinden und wäre dort wahrscheinlich auch kompakter in Szene gesetzt. Immerhin sind es gefühlt immer nur zwei bis drei Menschen auf der großen Bühne… naja und die tolle Liveband natürlich… :)

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Es fehlte mir am Anfang auch ein bisschen die Liebe zum Detail bzw. spürte man das dieses Musical nur eine Leihbühne benutzt, die dann morgen wieder für ein anderes Stück aufgehübscht wird. Leider ist es mit reisenden Musicals  oftmals so, das man diesem Umstand nicht wegdiskutieren kann. Doch spätestens nach der ersten großen Tanz-/Stepszene war ich einigermaßen versöhnt. Ein bisschen Paris, ein bisschen London und ein bisschen Berlin zeichneten sich ab. Und immer wieder dieser Background… „Junge Musicaldarstellerin trifft alternden Musicalstar – beide am Scheideweg ihre Lebens und beide unzufrieden aber aufeinander angewiesen!“ Ich mag diese Geschichte von Abhängigkeiten, die man noch etwas tiefer hätte erzählen können aber naja…. wir sind im Wintergarten. Zu viel Sozialkritik wäre hier wahrscheinlich fehl am Platz. Statt dessen wurde krampfhaft nach Schimpfwörtern gesucht, die sich die beiden Zicken an den Kopf schmeissen durften… Immerhin gabs dabei einige nette Wortgefechte, die beim Publikum auch gut ankamen.

Noch besser kamen jedoch die Tanzeinlagen und die Beine von Fred (Helmut Baumann) an, die sich letztendlich gekonnt in engen High-Heels über die Bühne bewegten. Hut ab Helmut.. La Cage aux Folles steckt noch immer in den Knochen, ditt is wie Fahrradfahren :). An der Stelle hab ick mir denn vorgestellt wie ick in ein paar Jahren rumstöckel …. brrrrrr… *Themenwechsel* …. Zwei aufeinanderfolgende Tanz-/Singszenen von Sarah Bowden liessen mich wieder ein wenig schmunzeln … die arme Sarah war ganz ausser Puste und musste trotzdem trällern – ob das so im Sinne des Erfinders war?. Das Musical basiert definitiv auf einer tollen Idee, hat eine großartige Band mit einem grandiosen Saxophonisten und im Endeffekt auch ein paar schöne Bilder mit der singenden Tanzmaus Sarah Bowden. Ach .. erwähnte ich die mehrfach gesetzte unterschwellige Travestie?? Nein…? Na dann jetzt. Fummeltrienen bis der Arzt kommt… :) … Wer die beiden selbst erleben will der sollte sich an der Kasse vom Wintergarten informieren oder ONLINE schauen…

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QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
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