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ROOTS Premiere im Chamäleon Theater

oder Willkommen zu einer bewegenden Reise

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Das Chamäleon ist bekannt für aussergewöhnlichen Variete Erfahrungen und bringt in der jetzigen Form seit 11 Jahren eine Vielzahl von neuen Zirkusproduktionen in unsere schöne Stadt. Auch bei der aktuellen Produktion ROOTS versprachen die Trailer und Bilder viel Spannung und viel Erlebnisse für alle Sinne. Irgendwie feiert das Chamäleon die Premieren im Frühjahr immer um meinem Geburtstag, was ich gestern wieder liebend gerne als nachträgliches Geschenk interpretiert habe :). Doch kommen wir mal zum Inhalt. Wobei… wenn ich versuchen würde den Handlungsstrang komplett zu erklären, würde ich wahrscheinlich versagen. Ich konnte leider nicht alles interpretieren und manches brauchte auch eine Weile, bis es durchs Kleinhirn durchgesickert war oder aber ich nutzte das helle Köpfchen meines Begleiters, damit ich Blondchen es auch verstand ;). Jedoch gefielen mir die gezeigten optischen Kompositionen von Anfang an. Neuer Zirkus trifft alten Zirkus. Moderne Videotechnik verschmilzt mit traditionellem Puppenspiel. Vaudeville Kostüme morphen zu sportlicher Glitzer-Stretchklamotte. Die Geschichte des Zirkus mit Bezug auf die Weltgeschehnisse spielte sich vor meinem „äusseren“ Auge ab während ich genüsslich meine Tapas snackte.

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Auch musikalisch hat die Produktion „ROOTS by Cirk la Putyka“ meinen Geschmack getroffen. Harte Technobässe mischen sich mit dem melanchonlischen Tom Waits Gefühl. Leise Stimmen berühren wilde Kompositionen greller Klangwelten. Ein bisschen neo-abenteuerliches Märchen und doch… der gute alte Zirkus, der seine Bühne bis zum letzten Millimeter perfekt ausnutzt. Wie bei Rubriks Zauberwürfel tauchen immer neue artistische Spielwelten auf. Doch wer himmelhoch jauchtst darf auch zu Tode betrübt sein. ROOTS hat enorme Höhen aber auch brutale Tiefen. Emotionen schlagen riesige Wellen und landen Minuten später auf dem einfachen Holzboden. Immer wenn jemand versucht witzig zu sein, ist das Seil auf dem er sich bewegt sehr dünn. Nun ich sag mal so … gute Drahtseilakteure sind die Darsteller von Roots leider weniger. Doch wenn es heißt: wirbelt durch die Lüfte, verbiegt euch bis die Knochen knirschen, überrascht am Barren so sehr, das einem kurzweilig der Mund offen steht, dann meine Lieben, hat Cirk la Putyka alles richtig gemacht. Auch die kleinen Sideshows während der Acts sind sehenswert. Während sich z.B. die eine Gruppe Menschen durch die Lüfte hebt – singt eine Marionette im Hintergrund die Songs – lippensynchron versteht sich. Schön wenn man kurz vor Ostern so viel entdecken kann.

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Roots gehört nicht zu meinen absoluten Favouriten aus dem Chamäleon aber dennoch ist die Produktion, neu, interessant, spannend, überraschend und ausdrucksstark. Manche Dinge blieben auch nach der Show im Sinn und manche habe ich jetzt schon wieder vergessen. Eine Performance allerdings bleibt wohl für lange in meinem geschminkten Kopf hängen. Kennt ihr den Film in dem eine Leiche durch die Gegend geschleppt wird weil keiner merken soll, das der Kerl längst über die Wupper gegangen ist? Mir fällt leider der Name nicht ein 😉 … aber in etwa so verlief der Trapez Act. Die tote Trapezkünstlerin soll in luftiger Höhe von der lebenden Partnerin reanimiert werden. Großes Kino und noch größere Artistik. Wer sich das ganze Spektakel live und in Farbe ansehen will sollte nicht bis zum Ende warten… und gleich mal hier ein oder fünf Kärtchen bestellen.

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