Queerlesque Magazine – Kultur – Burlesque – Dragqueen – Berlin
2 Comments 41 Views

Radio Interviews vs. Drag Queens

oder wenn Du denkst es geht nix mehr – kommt irgendwo ein Lichtlein her…


photo by Tom Becker

Es gab in der Vergangenheit eine Menge Gelegenheiten in Mikros zu plappern. Meistens steht hinter dem Mikrofonträger auch noch ein Kameramann der das zugehörige und aus meiner Sicht essentielle bewegte Bild festhält. Immer dann wenn die Kamera dazu fehlt, komme ich mir ein bissl blöd vor. Der Grund dafür ist das man selbst mit tausend Worten das Kopfkino der Gesellschaft vor den Streaminggeräten nicht ausschalten kann. Es fehlt einfach noch immer an der nötigen Fantasie bzw. an einer mutigen Produktionsfirma, die ein für allemal den „Sofasurfern“ dieser Republik ein neues Bild der Travestie vermittelt. Es geht dabei nicht um die dicksten Lippen, das kürzeste Röckchen oder die frechste Schnauze. Es geht dabei aus meiner Sicht um Geschmack, Kunst oder Komik. Komik kann man im Radio schon rüberbringen – aber Geschmack und Kunst? Nein.. diese beiden Attribute sind nicht Teil der Assoziationen jener, die eine Dragqueen im Radio sprechen hören.

Vorgestern wurde ich von einem Radiointerview überrascht… nein… es war keines von denen die ich fremden Menschen gab und nun zufällig gefunden habe – sondern es war eine Mainzer Drag Queen die über mich sprach. Überrascht auch deswegen weil es viele Queens schwer haben in anderen Vorbilder zu sehen bzw. das auch noch vor laufendem Aufnahmegerät zu formulieren. In meiner Geschichte gab es viele Vorbilder. Erst waren es die Berliner Drag Queens der ersten Stunde – dann gab es viele Burlesquekünstler und morgen sind es vielleicht androgyne Megastars. Und immer hab ich das offen formuliert – genau hier. Man könnte sogar sagen – ick war die PR Tante von all jenen, die selber wenig mit Öffentlichkeitsarbeit am Hut…  oder sollte ich sagen… an der Perücke haben. Vorgestern allerdings hab ich erstmalig jemand über mich sprechen gehört – im neumodischen Radiostream… und das war einfach mal sehr nett. Ich bin mir niemals zu schade Danke zu sagen… auch wenn mich die besagte Person nicht wirklich persönlich kennt und auch wenn ich manchmal etwas kritisch war, im Bezug auf ihre Erscheinung, was an einer gewissen Ähnlichkeit zu mir gelegen haben kann, so möchte ich an dieser Stelle ein fettes Dankeschön loswerden.

Dieses Kompliment kam zu einer Zeit als meene Selbstsicherheit und der Gedanke mit der Travestie etwas zu bewegen auf der Kippe standen. Gerade in Bezug auf „Mitbewerberinnen“ frag‘ ick mich immer wieder – wann bekommt man mal was zurück, wann werden all die Stunden, die man an der Tastatur sitzt und sich die Knochen wundtippt, honoriert? Werden sie jemals honoriert? Gerade kürzlich hat Google zwei meiner Blogs aus dem Werbeprogramm geworfen, Youtube killt nach und nach sämtliche Videos weil sie urheberrechtlich bedenklich sind und es ist nur eine Frage der Zeit, das das große Soziale Netzwerk auch irgendein Problem hat – denn wir alle sind nicht real – zumindest nicht für die Medien. Warum also sollte man diese Arbeit fortführen – all die Stunden nachts bis zum Sonnenaufgang? Tja… bis vorgestern wußte ich das nichtmehr so genau… ich hatte es auf einen Schlag vergessen. Wie schön also das ein Mainzer Mädel mich daran erinnert hat. Sie und ein grandioser Abend im altehrwürdigem SchwuZ mit einer wirklich echten Berliner Pflanze dem die Kultur ebenso nah steht, wahrscheinlich sogar noch ein bissl näher und der noch wees das es mal BVG Karten gab auf denen man die jeweiligen BUS und U-Bahnlinien als Sticker hatte :-). Danke Gracia…. danke Philipp und auf ein erfolgreiches 2012. Wer das Interview lesen mag der kiekt einfach mal HIER

Tagged with: , , ,
About the author:
Has 2698 Articles

2 COMMENTS
  1. shei-la

    Lieber Jan.. sehr gern – solch Interviews sind wichtig auch wenn es immer wieder Menschen gibt die offenbar nicht wollen das etwas in der Öffentlichkeit besprochen und in ihren Augen breitgetreten wird… das Thema Trans- aber auch Homosexualität sind nicht einfach da es immer wieder sogenannte „Randgruppen“ gibt die gerne mal auf anderen „Randgruppen“ rumhacken… (s. deine Kommentare zu dem Podcast) — furchtbar sowas.. allerdings bringt mich das auf eine Geschichte die ich gleich mal zum besten geben werde 🙂

  2. Jan

    Hallo Sheila,
    Vielen Dank für das tolle Kompliment 🙂 Gracia und mir war es wichtig, dass wir ein bisschen Vorurteile abbauen und auch mal hinter die Kulissen blicken. Umso schöner ist es, von einer bekannten Drag-Queen zu hören, dass man das gut hingekriegt hat 🙂
    Lieben Gruß aus Saarbrücken,
    Jan vom Studio3-Podcast

LEAVE YOUR COMMENT

Your email address will not be published. Required fields are marked *

BITTE ALS MENSCH IDENTIFIZIEREN. DANKE. *

RELATED ARTICLES
ABOUT
QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
Galerie
Sayonara Tokyo PremiereSparkeling OverloadThank you for following me here and on instagramPeek-a-Boo by Videnoir FashionDie fabelhafte Welt der Fabelwesen :)Berlinale Fever 2017 - 60 Shades of GreyMerry Christmas 2016Your Last-Minute Xmas Gift Idea
RSS BURLESQUE FASHION
  • Bettie Page Lingerie von Emma Parker bei Ars Vivendi
    Die Zeiten der Baumwollschlüpper sind Geschichte – ein Glück. Immer mehr bezaubernde Kreationen inspiriert durch die Styles der 40er und 50er erobern den Markt. Die neue Lingerie der Designerin des Labels Playful Promises hat sich einer Ikone des Burlesque verschrieben und eine Kollektion auf den Markt gebracht die sowohl die süßen Pin-Up Momente als auch […]
  • Bondage Lingerie von Honey Birdette
    Die Zeiten der einfachen Baumwoll BHs und Strings sind lange vorbei, auch billige Spitzen Reizwäsche holt schon lange niemand mehr hinter dem Ofen vor. Raffinierte Schnitte, mutige Transparenzen und vor allem passgenaue Qualität zählen heute zu den wesentlichen Faktoren toller Unterwäsche. Dazu kommt, das moderne Unterwäsche mindestens den Anspruch halten muß, auch gesehen zu werden. […]

Back to Top