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Provinzflughäfen und Ladenöffnungszeiten in Berlin

oder ein Blick in weite Ferne

Berlin möchte seit gut 20 Jahren zu den Weltmetropolen zählen. Berlin ist hipp und Berlin ist arm, und oft genug auch fiese Provinz. Das wird mir immer wieder vor Augen geführt, wenn ich einen der sogenannten Hauptstadtflughäfen besuche. Immer dann zeigt sich die multikulturelle Megametropole als piefiges Dorf. Hier werden die Läden knallhart geschlossen – ja selbst die Fresstempel und Restaurants erlauben sich während des weihnachtlichen Flugbetriebes einfach zuzumachen. Menschen aus aller Welt besuchen unser Modestädtchen auch zu Weihnachten und das erste womit sie konfrontiert werden sind die gewerkschaftlichen Ladenöffnungszeiten. Aber auch der gemeine Städter der sich mal eine Auszeit gönnt sollte bis zur Öffnung des BBI prinzipiell ein Stullenpaket und ein Fläschchen Rotwein mit sich führen. Denn nur so ist gewährleistet am  „Noch-Grossflughafen“ Berlin etwas zwischen die Kiemen zu bekommen.

Allerdings waren da ja noch die leckeren stummen Metallkästen die per Knopfdruck den ein oder anderen gut gekühlten Schokoriegel ausspucken – ungefähr so wie in einem zwei Sterne Billighotel… Selbst im Nahverkehrsnetz des Berliner Untergrunds findet man spannendere Nahrungsmittel als in Tegel zur Weihnachtszeit. Aber wir haben ja immerhin einen großen Hauptbahnhof. Dort findet man zumindest bis spät in die Nacht noch eine Futterquelle samt Tränke. Ich hoffe inständig das die Eröffnung des Grossflughafens im Berliner Süden nicht wieder von dem Artenschutz des Borkenkäfers, den Protesten gegen Flugrouten oder dem Amtsschimmel der Gewerkschafter gebremst wird. Denn der Grund warum Tegel, Schönefeld und Tempelhof geschlossen werden liegt klar auf der Hand… Kapazitätsengpässe…. und das an allen Ecken und Enden. Jetzt fragt man sich natürlich wie kann das sein – während man im Internet oder bei ALDI die nächste Billigreise in die Sonne bucht. Wir alle sind Fernwehexperten und bereisen den Globus so oft und so weit es geht. Jedes Jahr brechen wir Deutsche Rekorde im „Hummeln im Arsch“ haben und wen wundert es da, das die Dreh und Angelpunkte der Personenbeförderung angepasst werden müssen.

Und wenn ich ganz ehrlich bin… mir gefällt die stetige Entwicklung meiner Stadt. Ich ärgere mich auch wenn mal wieder eine Strasse dem Bauchaos zum Opfer fällt und ich freu mich aber auch wenn anschließend der Verkehr flüssiger funktioniert. Diese Stadt steckt noch immer in der Pubertät und ich bin mir sicher wenn sie mal erwachsen ist, ist sie wunderschön und fällt niemals wieder in einen Dornröschenschlaf… schon gar nicht am neuen Hauptstadtflughafen BBI.

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