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Premiere West Side Story in der Komischen Oper

oder das Opernhaus des Jahres hat mal wieder zugeschlagen…

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West Side Story – Barrie Kosky hat den Klassiker, der schon über 50 Jahre die ganze Welt berührt, wieder nach Berlin geholt. Und diesmal ist alles neu… bzw.. anders und dennoch explosiv und mitreissend. Der vollbesetzte Saal dunkelt sich ab, die Gespräche verstummen, die Ohren vernehmen das Springen eines Balls bevor der Vorhang die riesige kahle Bühne freigibt, von der schon kurz danach eine unglaubliche Energie ins Publikum strömt. Ich bin eigentlich kein Freund von kahlen Bühnen, dem Auge wird einfach wenig Candy geboten und ich liebe Eyecandy.. doch diese West Side Story braucht das alles nicht. Licht, Stahltraversen und die kraftvolle Ausdrucksweise des Tanzes begeistern von Anfang an. Dazu kommt ein hammermäßiges Orchester, das jedoch an manchen Stellen die Solos der Sänger etwas übertönt, vor allem aber die Sprachpassagen etwas leise wirken lässt.

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Die West Side Story lebt von der tragischen Liebesgeschichte und eigentlich auch von den typischen Devotionalien, die die Jets und Sharks charakterisieren, aber in dieser Inszenierung sind es die wunderbaren Choreografien und die geniale optische Unterteilung beider verfeindeten Gruppierungen. Körpergroße Tattootribals und zeitgemäße Street-Hoodies vervollkommnen das Bild in der vonh Licht untermalten Aufführung. Die großen und bekannten Songs sind natürlich Teil der Geschichte. Ick meine was wäre eine West Side Story ohne Maria, Tonight, Somewhere, America oder I Feel Pretty.. genau.. nüscht. Deswegen werden diese Highlight ebenfalls serviert… allerdings auch hier ungewöhnlicher als erwaretet. Wer bei Maria eine rassige Puerto Ricanerin erwartet hat wird enttäuscht, zumindest was das Aussehen angeht. Dafür ist ihre Stimme umso präsenter und im Zusammenspiel mit Tony klingt es wunderbar. Wie heißt es so schön.. „dont judge a book by its cover“ ;).

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Das ganze Musical lebt von der tänzerischen Kraft, die von der dritten Reihe aus noch gewaltiger wirkte. Diese Energie kroch über den Orchestergraben und nahm mich voll ein. Und das war nicht alles… Seh- und Geruchtsorgane wurden ebenfalls vollends eingenommen. 🙂 … Toll. Das einzige was nun noch fehlt um mit allen Sinnen dabei zu sein ist der Tastsinn… aber ick unterließ es natürlich den Sitznachbarn vor Begeisterung ans Bein zu grabschen. *lool* .. Upps.. die waren ja in der Pause gegangen. Ein Umstand den ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Na gut.. sie waren etwas älter 😉 – ihn fehlten vielleicht die Kulisse obwohl das Bild mit den vielen tollen Discokugeln übertoll war. Irgendwie macht es mich ja glücklich, das ick noch offen genug bin so eine minimalistische grandiose Produktion zu geniessen 😉 .. Kinders – schaut Euch das an – Ihr werde es nicht bereuen.

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