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Premiere: Sven Ratzkes Nachtspiele in der Bar jeder Vernunft

oder ein bunter Abend mit Merkel, Sarkozy, Serge Gainsburg und ’ner Menge Toastbrot

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© Hanneke Wetzer

Ich mach’s kurz. Sven Ratzke hat’nen Knall und zwar einen RIESENgroßen – und soll ick Euch watt sagen… das ist auch gut so, denn datt is Berlin ;-). Das könnte jetzt der kürzeste Blogbeitrag ever werden aber es wäre ungehörig nicht zu erklären warum ich das so sehe. In der gestrigen Premiere in der Bar jeder Vernunft war mir in den ersten Minuten nicht ganz klar wohin die Reise geht. Irgendwo zwischen Berliner Schnauze und Rudi Carrell Gedenk Impersonator gab er eine kunterbunte Liederauswahl zum besten und erzählte von wirklich schrägen Träumen in denen er im tiefgeschlitzten Glitzerfummel durchs nächtliche Berlin wandert. Dazu sei gesagt der Glitzerfummel war der Knaller – ein Pailetten Radleranzug *lloooll*  Immer wieder wurde Berlin und am gestrigen Abend natürlich auch der Bürgermeister thematisiert. Gleich zu Beginn schnappte sich Sven Ratzke die erste Reihe und band sie kurios ins Programm ein… Dabei ging er nie ganz tief unter die Gürtellinie wie Froilein Nick das zuweilen ganz gerne tut…. und doch merkte man ihm einen latenten Sarkasmus an, der sich eigentlich gegen alle Randgruppen richtet 😉 … da wird niemand verschont – watt’n Glück das ick incognito da war.

Während er seine Träume für die Zuschauer Revue passieren läßt, VERläßt er die Rolle des Berliner Originals Rudi C. 😉 und legt sich einen typischen Wiener Schmäh zu, um gleich mit einem Klassiker von Falko wieder meine volle Aufmerksamkeit zu erlangen. In der imaginären Rolle des Vergewaltigers aber auch in der kurzen aber heftigen Liebesgeschichte zwischen dem Mädel aus dem Osten Angie M. und dem Weinbauer aus Frankreich Nicolas S. brilliert der Tulpenbarde aus Amsterdam und steigert damit den Zuspruch in Form von Klatsch- und Lachattacken – die ihn zuweilen sogar irritieren. Als dann noch ein Bowie Song hinterherkommt war der Abend gelungen… naja fast! Denn nun gab es erstmal eine Pinkelpause die er unübersehbar zum Outfitwechsel nutzte. Surfte er in den ersten 45 Minuten im knalligen Rot durchs Publikum so trug er nun trauriges Schwarz. Weder die Schulterpuschel noch der Glitzer konnten dem neuen Dress mehr Kraft geben… die Depression war da.

Liebeslieder wie „Because the night…“ oder „Sexbomb“ offenbarten erneut welch genialer Stimmwirrwarr in seinem Körper zuhause ist und unterstrichen den Titel des Programms. Bewundernswert auch die Energie die während der gesamten Zeit auf der Bühne zelebriert wurde – zuckende Körper und fließende Handbewegungen im Dauerrythmus… also als Manager eines Energiekonzerns hätte ick dem guten Mann sofort einen Werbevertrag angeboten. Man könnte fast meinen in ihm wohnen mehrere Persönlichkeiten… wobei ich das gut kenne und ab und zu auch anfange mit mir in der dritten Person zu sprechen *loool*. Hat mal jemand einen Arzt der sowas löst ;-). Mich zumindest hat Sven Ratzke in der zweiten Halbzeit weniger geflashed als erhofft… ick dachte der setzt noch ne Schippe druff. Dennoch war das Gesamtprogramm ein gelungener Abend und auch unser Kellner war wie immer eine Offenbarung – mehr Gloss kann niemand auf den Lippen tragen :-). In diesem Sinne viel Spaß in der Bar jeder Vernunft mit Sven Ratzke.

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