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Premiere Seifenoper im Wintergarten Variete

oder Neuauflagen haben es bekanntlich immer schwer…

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SOAP ist eine Erfolgsgeschichte. Das Varietestück war vor 7 Jahren im Chamäleon Theater für eine Spieldauer von 3 Monaten angesetzt und tourt bis heute rund um den Globus. SOAP glänzte damals mit wunderschönen Bildern und mit neuen aussergewöhnlichen artistischen Höchstleistungen. Nun ist es zurück im Wintergarten und wurde mit einer Berlin Geschichte „angereichert“. Wieder versucht der Wintergarten sozialkritische Themen der Stadt zu behandeln – die leider manchmal nur an der Oberfläche kratzen – schließlich will man ja unterhalten und da darf die Prise der Kritik nicht zu dolle sein – im Gegenteil – sie wird am Ende auch noch weichgekocht. Aus meiner Sicht ist diese Grandwanderung sehr schwierig – das wäre so als wenn ich mir nur einen Dutt aufsetze und Brüste anklebe… eben nix ganzes und nix halbes. Es gab in der Vergangenheit Produktionen im Wintergarten die inhaltlich mit tollem und tieferen Handlungssträngen überzeugt haben – z.B. „Der helle Wahnsinn“ … diesmal … leider nicht.

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Doch beginnen wir mal von vorne. Wie immer hat der Wintergarten mit kleinen Seifenblasen Gadgets und ’ner duften Pressewandidee schon beim Ankommen gepunktet. Auch dieses Malibugesöff war süß und lecker… UND es gab heute keine Kopfschmerzen!! Wie immer war es ein „Familientreffen“ und wie immer freute ich mich auf mein Schnitzel in der Loge :). Ich muss dazusagen, das ich bei der wunderbaren Show Grammophobia doch tatsächlich mal von der leckeren gebrateten Leber gekostet habe und begeistert war. Deshalb habe ich diesmal meinen Usus etwas angepasst – ick bin ja flexibel 😉 – selbst im hohem Alter!. Leider hat der gestrige Koch das Stück Fleisch etwas zu sehr „behandelt“ so das zwar der Geschmack OK war – es jedoch an Bissfestigkeit mangelte. Anyway… das Schnitzel wird es das nächste mal wieder rausreissen – vielleicht sogar schon bei der kommenden „Wir sind Pabst“- Show am 21.7. bzw. 31.8. oder bei David Pereiras Trip am 18.8. – wir werden sehen. An dieser Stelle möchte ich noch bemerken, das es eine neue und sehr schicke Bestuhlung in den heiligen Hallen des Wintergartens gibt! Sehr schön.

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Kommen wir vom Essen und Interior mal zum Programm. Musikalisch war es ein Highlight. Die Liveband – allen voran Matt Voodoo rockten die Hütte mit viel Energie und tollem Sound. Auch gesanglich gab es mit der Sopranistin einige herausragende Momente. Das Matt auch noch die Rolle des bösen Immobilienhais übernahm überraschte mich – machte aber Spaß. Auch das Bühnenbild verlockte mit vielen Details und ließ eine aussergewöhnliche Inszenierung erwarten. Doch die Geschichte, die im ganzen serviert wurde war so vorhersehbar wie wenig inspirirend. Das konnten auch die Artisten nicht mehr rausreissen. Wobei… zum Ende der ersten Halbzeit knallte eine Nummer nochmal kräftig mit der Faust auf den nassen Tisch und schrie… „here we are and we’re amazing“. An dieser Stelle wäre ich gerne aufgesprungen und hätte geschrien: „na geht doch… – weiter so!“

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Leider pläscherte die Story der Gentrifizierung nach der Pause einfach so weiter, um dann mit infantilem Humor und ein wenig Rattenliebe im vorhersehbaren Happy End zu münden. Klar, es wurde kurz vor Ende musikalisch auf das Thema „Seifenoper“ verwiesen und somit klar gestellt, das dieses Ende ja so seicht enden musste, aber befriedigend war das nicht. Vielleicht sehen das echte Soap Opera Fans etwas anders. Jene, die es leichter mögen, rockige Livemusik hören, gute geformte nasse Körper sehen und nebenbei noch ein leckeres Schnitzel geniessen wollen, können bis Ende September die Show im Wintergaren erleben – allen anderen empfehle ich die Absolventen GALA „Grammophobia“ ebenfalls im Wintergarten. Abgesehen davon empfehle ich „Seifenoper“ für Kids ab 6 Jahren… ich bin mir zu 100% sicher, das die sowohl aufmerksam der Geschichte folgen können und wollen, als auch einige Charaktere zu schreien komisch finden werden… 🙂

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Mein absoluter Favourit !! Großartige energiegeladene Performance…

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