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Premiere Sayonara Tokyo im Wintergarten Berlin

oder ein japanisches Fest für die leuchtend hellblauen Kontaktlinsen – ähhh Augen.


Sayonara Tokyo heißt die neue Show im Wintergarten Variete, die ich gestern schon zur Premiere bereits das zweite Mal sehen durfte. Natürlich habe ich im Vorfeld und im Rahmen meiner Showvorbereitungen jede Menge Bruchstücke (und das im wahrsten Sinne des Wortes) gesehen, denn der Wintergarten befindet sich ein wenig im Umbruch. Während die Unterwelten Anfang September mit viel Bramborium endlich eröffnet werden, passiert auch im großen Saal so einiges. Der Rang wurde abgesägt, die erste Reihe des Rangs verschönert und eigens für die Japanshow befindet sich der gesamte Saal quasi mitten in Tokyo! Mit viel Liebe zu Detail wurde an wirklich alles gedacht. Tischdeko, Speisekarte, Accessoires, Kleidung des Servicepersonals und selbst die Lichtquellen wurden japanisiert. Genau das ist es was ich einfach soooo liebe… wenn sich jemand Gedanken macht um all die Kleinigkeiten, die vielleicht den meisten auf den ersten Blick nicht auffallen, doch am Ende zählt immer das Gesamtpaket. So auch in der Sayonara Tokyo Show.


Diese neue und wohl sehr teure Produktion spielt in der ersten Halbzeit mit all den schönen Klischees, die wir aus dem Fernsehen kennen und mischt diese geschickt mit unseren  Werten bzw. Erinnerungen. Jojo Meister, Nintendo Mario Seiltanz und Teekannen-Jonglage der besonderen Art wird gezeigt und all das auf einer Bühne, die ihresgleichen sucht. Mehr oder weniger der gesamte Theaterraum ist HAUPTDARSTELLER und ich möchte behaupten, zum erstem Mal in der Geschichte des Wintergartens muss sich diese Bühne nicht verstecken und kann sich mit der „Wunderbühne“ und den zig Millionen Investionen im Friedrichstadtpalast messen. Ist das jetzt Blasphemie?? Nee ich finde nicht !! Videoanimationen und sehr sehr guter Gesang unterstützen die Atmosphäre und transportieren Dich ins laute TOKYO. Ich hatte beim Opener sogar beim zweiten Mal wieder Gänsepickel bis unter die Perücke. Klassiker aus den 50er/60er sind genauso zu hören wie die „Big in Japan“ Pophits der 80er. Natürlich ist es bunt und laut und vielleicht etwas kitschig… ABER hey… die Welt da draussen wird zunehmens brauner, deshalb liebe ich die Inszenierung sehr – zumindest bis zur Pause.


Die zweite Halbzeit beginnt mit gleichen lautstarken und bunten Eindrücken, verliert sich aber in einer Person. Takeo Ischi, der jodelne Japaner aus Reit im Winkel macht ohne Zweifel Spaß, selbst nach dem zweiten Lied. Warum er allerdings einen soooo großen Stellenwert und eine konfuse Talkshow am Ende bekommt entzieht sich meines Wissens. Dafür hätte ich lieber noch ein oder zwei grandiose Artisten gesehen – ob nun aus Japan oder nicht. Doch gerade wenn Du anfängst Dich ein bisschen zu langweilen weil der jodelnde Takeo einen weiteren Song trällert – tritt die Bühne wieder in den Vordergrund und lenkt Dich ab. Im Grunde lebt das Spektakel von den Details. Während ich ein leckeres leicht angebratenes Thunfischfilet auf Wasabikartoffelbrei und einen ordentlichen Becher Sake genoß, gefiel mir beim zweiten Mal ansehen sogar der contemporary Dance Act in Zusammenspiel mit dem riesigen Roboterarm. Hammer Bilder und das artistische Highlight der zweiten Hälfte – wobei es auch keinen weiteren Act gab :)… Hahah.. nee Spaß beiseite… dieser Act liefert Bilder zum Träumen und läßt die großschlächtige Maschine unglaublich feinfühlig wirken.


Fazit… Die Show kann sich auf jedem Fall mit dem Hellen Wahnsinn oder am Rande der Nacht messen – der Wintergarten liefert mal wieder ein rundes Konzept mit Liebe zum Detail. An manchen Stellen vielleicht zu laut, an anderen etwas zu leise aber alles in allem eine herausragende Leistung, die mich zwar nicht zum lachen brachte aber zum STAUNEN. Und das ist es was in die Decke des Foyers geschnitzt wurde. „Dem Staunen gewidmet“ … Mission erfüllt! Karten für die kommenden Shows findet ihr auf http://www.wintergarten-berlin.de. Ach und noch eine Anmerkung für unsere JAPANISCHEN TOURISTEN…   ++ ??? ?? ++ zettai ni iku ++  (ob das jetzt richtig übersetzt ist weiß ich leider nicht 😉 …. Im übrigen war ich doch sehr erstaunt das die MOTORCOMPANY einen Chauffeurdienst gestellt hat…. !! Ein Maßnahme die UNBEDINGT beibehalten werden sollte!

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