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Premiere Roncalli Weihnachtszirkus 2012

oder ein festes Ritual in der Vorweihnachtszeit

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Der Besuch des Roncalli Weihnachtszirkus gehört für mich zu Weihnachten wie das Baumschleppen oder das Lichterkettenreparieren. Es läutet bei mir irgendwie die Weihnachtszeit ein und läßt mich ein wenig die hektischen Tage vor der besinnlichen Zeit vergessen. Roncalli ist dabei anders als viele andere … allein schon deswegen weil auch hier Details eine große Rolle spielen und wilde Tiere nicht aus ihrem „normalen“ Umfeld gerissen werden – wobei man dazu sagen muß das wir es trotzdem schaffen viele Spezies von diesem Planeten auszulöschen – LEIDER. Aber bei Roncalli geht um große aber auch kleine Artistik und vor allem um das loslassen – außer man ist Artist in schwindelerregender Höhe ;-). Wenn man das altehrwürdige Tempodrom betritt wird man schon am Eingang vom Zuckerwattenduft und verkleideten Popcornverkäuferinnen empfangen. Durch die Gänge toben Clowns, Musiker, Kleinkünstler und nicht zu vergessen – die Farbe der Weihnacht: BUNT.

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Ich hatte ganz kurz überlegt diesmal erstmalig auch diesem Motto zu folgen und mich entsprechend dem Thema zu präsentieren.. doch der graue Alltag und Auftritte/Veranstaltungen rund um den Event haben diese Idee scheitern lassen. Einerseits irgendwie schade… andererseits auch ganz gut weil es mir die Gelegenheit gab ohne großes Bramborium mal zu beobachten und zu entspannen. Abgesehen davon war mein diesmaliger Platz eher … na sagen wir mal unscheinbar ;-). Aber auch aus der letzten Reihe des Tempodroms hatte man einen guten Gesamtüberblick :-). Und auch das sonstige Publikum hatte zu dieser Premiere eher das Grau und Braun ausgepackt. Natürlich machte die wunderbare Enie und erstmalig der Newcomer Gästeliste „Promi“ Keye Katcher eine Ausnahme. ;-). Der Zirkus startete spät und leider muß ich sagen etwas mühsam. Die ersten Shows lebten vom Bild. Ruhe war das Zauberwort und das löste in der „Kinderreihe“ in der ich saß etwas unbehagen aus. Also die Kinder wurden unruhig und den Eltern kribbelte das unbehagen den Nacken hoch *loool*. Erst als die Cedeno Brothers mit beeindruckender Akrobatik und halsbrecherischen Überschlägen, im wahrsten Sinne des Wortes dem Publikum den Atem stahlen wurden alle wieder wach. Geraldine brachte mit Hoola Hoop Kinderaugen zum leuchten während dann der Ausdruckstanz  des Alexander Wengler eher Erwachsene ansprach – zumindest tat er es bei mir. Die erste Halbzeit endete dann in einer für mein Geschmack viel zu lange Clownerie mit dem Erfinder des Roncalli höchstpersönlich. Bernhard Paul alias Zippo boten einen Klassiker dar – der aber etwas vom Charme verloren hatte – zumindest bei den Großen. Die Kleinen hatten spätestens beim Wasserspucken großen Spaß und probten das gleich mal mit der eigenen Fanta :-)

Die zweite Halbzeit startete gleich mit großem technischem Equipment. Los Nablos ließen die Schwerkraft etwas blöd im Regen stehen. Mir fiel dazu der Spruch „Hochmut kommt vor dem Fall“ ein, denn hoch war es definitiv und gefallen bzw. geschwebt sind die vier dauernd. Und als wenn der Roncalli Zirkus meine Gedanken gelesen hätte feuerten sie nun ein Highlight nach dem anderen ab. Die bezaubernde Clio Togni bot berauschende Bilder zwischen den Elementen Luft und Wasser… burlesque Akrobatik mit Schuß und einem grandiosen Kostüm :-). Danach gabs ’ne Pferdedressur, die ich als kurze Verschnaufspause nutze …um mich dann von einem weiteren Tanz und Luftdrama hinreissen zu lassen. Vitaly Bobrov ließ mich den Atem anhalten – ganz und gar. Nach all der Action und der Aufregung brauchte die Show einen echten Downer… der mit Claude Criblez wie im letzten Jahr perfekt besetzt wurde. Jetzt aber nicht denken das der Schweizer langweilig gewesen wäre…. im Gegenteil .. mit unaufgeregter Art zauberte er wieder wundersame Luftobjekte und eine grandiose Show ins toll inszenierte Tempodrom. Bleibt zu sagen… wer hat die Ruhe erfunden – natürlich ein Schweizer :-). Wer mag… noch bis zum 6.1. findet ihr Zirkus im Tempodrom.

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