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Premiere Les Contes d’Hoffmann in der Komischen Oper

oder eine Reise in die Abgründe des Suffs…

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Die Komische Oper ist ein Garant für berauschende Inszenierungen. Barrie Kosky gehört zu den Menschen, der mit Fingerspitzengefühl selbst Roboter ins Programm einbeziehen kann, ohne das es bekloppt wirkt. Nun also die verworrenden Erzählungen von ETA Hoffmann. Schon in der Schule hat mich dieser Schriftsteller in den Wahnsinn getrieben und an einen Trip ins Wunderland von Alice erinnert. Abgesehen davon hat mich dieser Typ definitiv zum Drogenkonsum geführt *hahahahahah* sonst hätte ich nämlich nüscht verstanden und in Deutsch garantiert mit einer Fünf abgeschlossen. Aber dank Bewusstseinserweiterung war das dann doch wenigstens ’ne 3+. Heutzutage würde ich David Lynch auf den gleichen Sockel stellen und ich bin mir sicher die beiden hätten sich wunderbar verstanden wenn sie sich in der Kneipe getroffen hätten ;). Sobald der Vorhang sich hob begann die Reise ins Irrenhaus und Zwielicht der Alpträume. Allein das erste Bild liess auf großes Hoffen. Genial inzeniert und von einem herausragenden Uwe Schönbeck als verwirrter Hoffmann umgesetzt. Stadt schnöde Kneipe saß er angeheitert in einem Meer aus angestrahlten Flaschen. Berauschend und unglaublich kreativ….

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Die Geschichte wurde jedoch zusehens schräger und so manches mal hab ich dann doch den Faden verloren. Erst ein Blick ins Wikipedia hat mir am nächsten Tag etwas Licht ins irre Dunkel gebracht. Immer wieder konnte die Inszenierung mit Details betören z.B. eine grandiose zweite Ebene, die die Bühne waagerecht in zwei bewegliche Teile teilt oder auch eine Horde von Chorsolisten und Komparsen in Wallawallakleidern – wohlgemerkt alles Herren der irren Schöpfung. Und dann betrat mein persönliches Highlight die Bühne… pardon… sie wurde auf die Bühne gerollt: Olympia, die lebensgroße, bezaubernd aussehende mechanische Puppe und fast perfekte Schöpfung.  Doch der blanke Wahn sprühte aus ihren Augen und auch der restliche Cast entführte in die verrückte Welt von Herrn Hoffmann. Die leicht exhibitionistische Transe oder ein Kerl der dauernd mit dem Kopp wackelte – ach … eigentlich wieder das ganze Komparsen und Chorsolistenteam waren großartig. Die Idee der Umsetzung war so bunt und wunderbar – das ich mich während der ganzen zweiten Halbzeit an diesem Anblick erinnerte. Denn die weiteren Traumreisen des Hoffmann nach der Pause konnten mich nicht so begeistern. Bei der Geschichte um das geraubte Spiegelbild hab ich bis zum Schluß auf ein technisches Gimmick gewartet im Stile der Olympia statt dessen gab es zumindest tolle Makeups … und auch die an einer Krankheit leidenden Sängerin hat mich nicht so abgeholt.

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Ich bin mir auch nicht sicher ob das Gesamtwerk beim Publikum bis ins Mark gegangen ist, denn die sonst so typischen Standing Ovations blieben aus. Eigentlich hätte ich allein für das Bühnenbild und die Kostüme und vor allem für die OLYMPIA das schon erwartet, aber das Gesamtwerk wirkte wohl dann doch etwas verstörend. Im übrigen hab ich zum ersten Mal tatsächlich von der Übersetzungsanlage am Vordersitz Gebrauch gemacht.. denn ohne diese hätte ich nur Bahnhof verstanden ;). Als erste Premiere dieser Spielzeit darf ich sagen… ich freue mich auf weitere. Wer sich in die Abgründe von ETA Hoffmann und Barrie Kosky begeben mag, sollte sich noch schnell was einwerfen und kann dann ins Feuerwerk der Inszenierungskunst abdriften. Tickets und Termine findet ihr auf der Webseite der Komischen Oper.

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