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Premiere im Wintergarten – RELAX just do it!

oder ein Ritt durch die Klassiker der Achtziger

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Ich bin ja grundsätzlich immer etwas kritisch wenn es um die Produktionen von Frank Müller geht. Oft ist das Konzept vorhersehbar und die Dramaturgie eher … na sagen wir mal … „unvollständig“. Letztendlich bleibt immer eine Musikshow mit artistischem Schwerpunkt… und sämtliche Nebenhandlungen fallen meistens hinten runter weil sie oft unspannend sind. Auch in RELAX beginnt diese Lückenfüllerei mit einer Rahmenhandlung über die Erstellung einer APP. Nun .. wenn man eine 80ziger Jahre Show inszeniert und versucht diese mit der heutigen Zeit zu verbinden.. dann doch bitte nicht mit einer APP namens Liederando. 80% der Leute im Publikum haben diesen Witz, sofern er witzig gemeint war, gar nicht verstanden. Blendet man aber diesen Baustein aus.. so steht da ein Ensemble auf der Bühne, das sowohl klassische Artistik als auch brilliantes Schattentheater aufführt und dann auch noch musikalisch überzeugt. Ich musste mir letztendlich eingestehen das Jay Kahn wirklich eine gute Stimme hat was er nicht nur mit Songs von den Simple Minds bewiesen hat.

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Kurz vor der Pause kommt die ganze Inszenierung ins Rollen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Grandiose Akrobatik auf Rollschuhen – teilweise gefrohr mir der Atem und war superfroh in der neu renovierten Loge im hinteren Teil des Theaters zu sitzen. Skating Nistorov sind eine Attraktion und liessen einem mit dem Wissen zur Pause zurück: hier geht noch was ! Und tatsächlich fing die zweite Hälfte genauso wunderbar an wie die erste endete. Halves Project lieferten eine Illusion die Spaß machte und dazu noch unglaublich intelligent war. Ich selber liebe das Schwarze Theater und war umso glücklicher diesen Act im Wintergarten zu erleben. Fleeky bot, wie schon mal, wieder beste Bodenakrobatik mit Kontorsions-Elementen und einer Prise Irrsinn… Das alles wurde natürlich immer zu Klassikern von Depeche Mode, Madonna, Queen, Tanika Tikaram, Spandau Ballet oder dem Ghostbusters Soundtrack abgefackelt. Für die Freunde meiner Generation ein wahres akustisches Revival. Lediglich Prince ließ man aussen vor… warum dieser Gigant der 80ziger ausgelassen wurde bleibt wohl ein Geheimnis.

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Erwähnenswert waren auch die Leistungen der Luftringakrobaten BD Cerceau. Immer wenn Akrobaten neue Wege gehen und mit einer Performance aufwarten, die man noch nicht so häufig gesehen hat, dann fliesst die Begeisterung in eine ordentliche Geräuschkulisse. Die beiden Artisten bekamen verdientermaßen auch einen kräftigen Applaus! Bevor man allerdings zum großen Finale die Lasershow von Paula Jackson geniessen konnte, die zum Song RELAX von Frankie goes to Hollywood passte wie Arsch auf Eimer…. durfte man sich auch die tolle Bühnenkontruktion mal zu Gemüte führen. Die 3D Lasershow zum Beginn der Vorstellung ist nur ein Teil der aufwendigen Produktion. Die Bühne hatte diesesmal einen wesentlichen Stellenwert und einige sehr gute Gimmicks parat. Licht und Effekttechnik auf sehr hohem Niveau.. das ist ein wesentlicher Grundstein für eine gute Show. Wäre.. ja wäre da nicht „der GERÄT“ von dem niemand genau weiß was uns der Künstler damit sagen will… ;).

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Wer sich im Rausche der 80ziger bezirzen lassen möchte hat noch bis 19. Februar 2017 die Möglichkeit sich im Wintergarten zu vergnügen und kann sich ab Ende Februar auch mit einer vollkommen neuen und sehr sehr sehr sehr sehr imposanten „Unterwelt“ anfreunden. Ich bekam nach der Show einen exklusiven Einblick in die wirklich wunderschöne innenarchitektonische Abenteuerwelt, die speziell den Damen große Wertschätzung entgegenbringt. Karten findet ihr HIER

 

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