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Premiere GHOST – Nachricht von SAM im Theater des Westens

oder ein magisch technisches Feuerwerk

GHOST. Dieser Film aus den schönen 80zigern gehört definitiv zu meinen ‚All-time Favorites‘. Nicht nur weil er damals schon großartig inszeniert und besetzt war, sondern auch weil er eine enorme Bedeutung in meiner privaten Beziehung spielt. GHOST war einfach ein Meilenstein der Schmachtfetzen – trotz oder obwohl er natürlich einfach gestricktes Hollywood Kino war. Nun hat es die Musicalfassung auch nach Deutschland geschafft und ich durfte der Premiere im wunderbaren Theater des Westens beiwohnen. Nachdem ich schon bei der letzten Premiere von der Glöckner von Notre Dame fast vom Stuhl gekippt wäre, weil mich die Inszenierung schon in der ersten Minute total umgehauen hat – im positiven Sinne – war ich natürlich doppelt neugierig was mich bei GHOST alles erwartet.

Wieder glänzte die Bühne des Theater des Westens durch ein vielfältiges und technisch aufwendiges Bühnendesign, doch die Imposanz der Glocken konnte nicht übertroffen werden. Dennoch – die Herausforderung lag bei GHOST in der Darstellung einiger gespenstischen Tricks und diese hat die Crew grandios gemeistert. Ob es nun die Illusion war das SAM, der Hauptdarsteller gespielt von Alexander Klaws, durch eine geschlossene Tür ging, die von Geisterhand bewegten Dinge die durch die Luft flogen oder eben die wohl für mich beste Szene des ganzen Stücks in der U-Bahn. Der Kampf der beiden Geister war einfach eine actiongeladenes Feuerwerk, das ich so auf einer Musicalbühne noch nie gesehen habe. Wobei ich aber auch Starlight Express noch NICHT gesehen habe. Damit die Filmvorlage nicht zu einem Kammerspiel aus zwei / drei Akteuren wird, gab es einige lustige Showeinlagen mit viel Glitter und Glamour immer dann wenn Oda Mae Brown die Bühne betrat. Marion Campbell war ohnehin meine absolute Favoritin – stark unterstützt von ihren beiden tanzenden Helferinnen.

Letztendlich muss ich aber sagen, das trotz der vielen Technik und der lustigen Wahrsagerin das Musical für mich hinter dem Glöckner rangiert. Das mag daran liegen, das ich persönlich nicht mitgerissen wurde und ich das Musical ganz stark an dem Film festgemacht habe. Das sollte man tunlichst vermeiden… zwar ist die Storyline sehr nah am Movie aber die Inszenierung muss man atmen lassen und mit etwas Abstand betrachten. Wahrscheinlich werde ich sogar noch ein zweites Mal hingehen um zu sehen ob es einfach an mir lag. Fakt ist jedoch… es gab Menschen in meinem Umfeld die folgten meiner Meinung und wieder andere waren total begeistert. In diesem Sinne: bildet Euch Eure Meinung im Stage Theater des Westens und besucht das actionreiche Drama um Molly und Sam. Infos und Tickets findet ihr HIER

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QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
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