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Premiere ATEMLOS ohne Helene aber mit Diva

oder Haarlos durch die Nacht weil der Tomasz wunderbar lacht…

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Ich habe am Ende der Show gelernt das der Wintergarten als unsubventioniertes Theater auch mal ein Programm bieten muss, das in seiner Einfachheit nicht zu unterbieten ist oder sollte ich schreiben – einfach unterhalten will? Man nehme eine Band, das Thema Schlager/Deutschpop, zwei Sänger und eine handvoll Artisten und ZACK… ist man schnell Atemlos. Die Gäste sollen in typisch deutscher Karnevals- bzw. Bierzeltstimmung mitklatschen, mitfiebern und natürlich mitsingen. ATEMLOS will die Masse abholen. Das Programm ohne Ecken und Kanten und ohne Story besteht aus der Aneinanderreihung von deutschsprachigen Klassikern gesungen von Ella Endlich und Jay Khan, die beide stimmlich gekonnt in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen. Manchmal mit eigener Attitude und manchmal klingen die nachgesungenen Gassenhauer auch nach dem Original, wie zb. bei Falcos Amadeus. Schon von Beginn an wird einem klar gemacht, das wird eine Reise durch das Schlageruniversum, vorbei am Planeten Udo Jürgens, Udo Lindenberg, Trude Herr und vielen anderen. So weit so gut.

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Bevor ich aushole und versuche darzulegen was mir mißfiel, muss ich zu meiner „Schande“ gestehen – Deutsche Schlager sind nicht meins. Ich persönlich finde den Hype um Helene Fischer vollkommen überbewertet aber da stehe ich wohl deutschlandweit auf verlorenem Posten. OK… Naidoo geht manchmal und die neue Sarah Connor hör ich auch hin und wieder und mmerhin hab ich mir den roten Helene Fischer Gedenkpailettenfummel für die Premiere übergestreift. Das heisst schon was 😉 … Also für mich steht der Wintergarten in erster Linie für hochklassiges Variete. Artisten und Zauberer, Schwertschlucker und Luftakrobaten und stille Momente der Anspannung oder der Poetik verbunden mit Livemusike. Doch dieses Programm ist mehr ein Konzert – Artisten dürfen zwar auf die Bühne, werden aber von Khan & Co plus Band total an die Wand gespielt. In den Reihen vor uns wurde schon im ersten Drittel des Programms wild gequatscht – ein Zeichen dafür, das das Ohr zwar die Musik annimmt aber das Auge nicht mehr interessiert ist. Vielleicht ist manchmal weniger mehr (wobei ich mir das immer selber sagen muss!! wenn ich eine Show produziere), vielleicht hätte es nicht 2.5 Mio EUR gebraucht um diese Show so zu überborden. Und vielleicht hätte man auch keine Schlager Medleys Crossover in den Saal donnern sollen. Trio, die Ärzte, die Toten Hosen, Rammstein, Andrea Berg, Nina Hagen und Hubert K. immer nur anzureissen is nix halbes und nix ganzes.

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Im großen und ganzen war es die Diva Tomasz, die mich dann mit einem sehr poetischen Tüchertanz wirklich abgeholt hat. Hier hat endlich mal die Musik zum Act gepasst und die vermisste Poetik keimte auf. Insgesamt war die zweite Hälfte sowieso deutlich besser als die Erste. Vitaly Ostroverhov auf dem Seil war wunderbar. Den zweiten Höhepunkt aber … und damit mehr oder weniger mein persönliches Finale zeigten Sergey, Alex, Pavel und Anna, die mit einer spielerischen Leichtigkeite grandiose Akrobatik ablieferten. Ditt is Wintergarten – hier war die Performance so groß, das die Singerei endlich mal ins Hintertreffen geriet. Alles in allem kann man als Schlagerfan dem Abend bei einem leckeren Schnitzel ein paar schöne Momente abgewinnen und mit einer gewissen Gruppendynamik macht es bestimmt doppelt so viel Spaß. Dennoch wünsche ich mir mal wieder eine Handlung oder einen roten Faden wie z.b. bei das Telefon bei der Maneo Gala. Für 2.5 Mios wird das ja wohl möglich sein… *looool* …. Apropos Schnitzel… gelernt habe ich erstmalig im Wintergarten, das man sich niemals von drei Servicekräften vertrösten lassen darf. Spätestens beim zweiten MUSS man reagieren, wenn man sein Essen nicht im Dunkeln oder in der Pause geniessen will. In diesem Sinne… ich freue mich doch sehr auf die nächste Markus Pabst Produktion oder wäre auch happy wenn Stephan Prattes wieder mal ans Ruder darf… Karten für die aktuelle Show gibt es wie üblich in der Potsdamer Strasse oder online HIER

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