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Ohne Vernunft im Käfig voller Narren

oder ein toller Ausflug in die Welt der Travestie in Berlin

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© Adrienne Gerhäuser

Bunte Vögel findet man in Berlin ja glücklicherweise öfter. Oft werde ich gefragt ob ich in Berlin eine sehenswerte Travestieshow empfehlen kann und oft genug musste ich sagen: Leider NEIN. In den kommenden drei Monaten hingegen werde ich aber eine passende Antwort parat haben, denn seit gestern läuft „La Cage aux folles“ – ein Käfig voller Narren in der Bar jeder Vernunft. Da ich zur eigentlichen Premiere selber versuche Menschen als bunter Vogel zu unterhalten, bekam ich die Gelegenheit der Vorpremiere beizuwohnen und möchte nicht versäumen das Gesehene jetzt zum besten zu geben. Über das Spiegelzelt in der Schaperstrasse habe ich schon oft geschrieben, es bedarf eigentlich keiner weiteren Beschreibung und doch gibt es neues aus der Bar auf dem Parkdeck. Das Vorzelt wurde merklich vergrößert und das befleckte Zeltdach, das Sven Ratzke gern in seine Moderation einbindet, wurde nagelneu zauberhaft illuminiert. Der Zuschauer befindet sich mitten im Käfig voller Narren.

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© Adrienne Gerhäuser

Auch das Servicepersonal glänzt mit tollen Hütchen und viel Glitter, ach.. die gesamte Stimmung beim Betreten des Zeltes ist wiedermal einzigartig gewesen mit viel Liebe zum Detail, auch wenn es keine Premierenstimmung war, sondern eine Voraufführung. Das Stück beginnt mit einem relativ langem Solo der einmaligen Jo Roloff Band – fast schon zu lange – obwohl es meine Spannung deutlich steigerte. Dann trat der Conférencier ins Geschehen und in den Mittelpunkt des Zeltes. Denn auch hier wurde etwas verändert. Zu Lasten der Kapazität der Zeltbar wird nun die eigens installierte und drehbare Mittelinsel Teil des Geschehens. In bekannter Manier wurden die „Girls“ des „La Cage aux folles“ in wunderbaren Kostümen in das Geschehen eingebunden und bildeten von da an eine wirklich tolle Sideshow. Besonders die Pariser Moulin Rouge Federboa Kostüme waren ein Traum aus Boas und Glamour.

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© Adrienne Gerhäuser

Generell wurde an Details und Vielfalt nicht gespart, Schwanentretboote entstanden, festlich gedeckte Tische schwebten herbei, ständig wurde in den Reihen getanzt und ließ das Publikum teilhaben, an einer Reise bei der es spielerisch, manchmal etwas überzogen um Respekt und Toleranz geht. Die Geschichte vom Käfig voller Narren ist wohl allseits bekannt und hat mich wiedermal oft genug darüber grübeln lassen ob das „Reifen“ in diesem Berufszweig eine erstrebenswerte Alternative ist :(. Doch diese Entscheidung schiebe ich noch ein bisschen vor mich hin – dennoch berührten mich beide Darsteller vor allem kurz vor der Pause.

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© Adrienne Gerhäuser

Die neue Inszenierung in der Bar jeder Vernunft lebt von Charakteren, den Kostümen – abgesehen vom Grand Finale sind diese nämlich perfekt auf die Darsteller abgestimmt. Vor allem die Zofe ääähh Buttler .. ähh Zofe… 🙂 reisst es unglaublich. Ein Käfig voller Narren ist eine charmanter Knicks an das Selbstbewusstsein jedes Einzelnen.. eine Liebkosung der Spielstätte und ein musikalisches Wiedererleben des Klassikers „I am what i am“. Eine gut gespielte Abendunterhaltung deren großes Finale mir persönlich noch größer hätte ausfallen können 🙂 …. denn wenn man im Mittelteil mit grandiosen Straussenfederkostümen brilliert wäre im Finale noch eine Steigerung möglich. Mehr zu sülzen hab ick aber nicht… Danke Bar jeder Vernunft für diesen neuen Travestieklassiker 🙂

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© Sandra Basenach

Die Facts: 01. März bis 31. Mai 2014, Di – Sa 20:00 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr, So 19:00 Uhr, Einlass ab 17:30 Uhr, Tickets: € 49,50 – 69,50

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