Queerlesque Magazine – Kultur – Burlesque – Dragqueen – Berlin
15 Views

Not only a Star is born

oder wie man es schafft ein Remake von einem Remake von einem Remake authentisch zu erzählen

Bradley Cooper war bisher jemand der sich nicht in meiner Hirnrinde festgesetzt hat. Ja er war Teil der Hangover Triologie und ja den Film Joy fand ich auch nicht schlecht aber das war es dann auch schon. Als ich von diversen Seiten von diesem Film hörte und mitbekam das Lady Gaga Teil des Projektes ist wurde ich neugierig ob man mir dieses Remake von Judy Garland oder Barbara Streisand authentisch verkaufen kann. Nun ich schicke mal vor weg das ich spätestens nach 10 min emotional sehr getouched war weil die Geschichte, so alt sie auch sein mag, immer wieder tief an meiner Seele rüttelt und auch meinen Traum wiedergibt. Denn es ist tatsächlich der Glaube an Dich selbst der Dir manchmal… ach was sage ich … eigentlich immer im Weg steht. Lady Gaga hat es in einem Interview auf den Punkt gebracht. Wenn von 100 Menschen um Dich herum nur einer da ist der an dich glaubt dann folge ihm und scheiss auf die anderen! Der Weg wird steinig sein, Freude wenden sich ab und selbst die Familie steht wahrscheinlich nicht geschlossen hinter Dir ABER wenn es dann soweit ist und Menschen Dir zuhören DANN löscht das alle Brände die entfacht wurden und deine Seele beginnt zu frohlocken. Ich weiß gar nicht wie oft ich schon hinter der Bühne Gänsehaut hatte weil ich das jubelnde Publikum vernahm. Anderen Menschen Freude zu schenken ist wichtiger als alles andere auf dieser Welt – denn die Freude strahlt aus ihren Augen und gibt einem selber neue Unbeschreibliche Energie.

Der Moment als Bradley Copper alias Jackson dann in eine Dragbar wankt in der unter anderem Shangela und Willam ihre Kunst und Silikonhupen zur Schau stellen berührte mich ebenso weil es exakt so ist wie es gezeigt wurde, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, das diese Art von Märchen leider zu selten passiert. Und dennoch die Hoffnung stirbt bekanntlich immer als letztes. Dieser Moment hatte was magisches denn jemand zu haben oder zu finden der an deine Träume glaubt obwohl du es selbst kaum tust ist wunderschön und einmalig. Bradley Cooper der gleichzeitig auch Regie geführt hat, versteht es sowohl die Bilder, als auch seine schauspielerische Kunst so unglaublich ehrlich zu verpacken, das mir nicht nur einmal die Tränen kullerten – denn auch ich habe als Kind ein paar mal in die hilflosen Augen eines alkoholkranken Mannes geschaut und ihn doch sehr geliebt.

Das die Geschichte wenig autobiografische Ansätze von Gaga enthält musste ich erst recherchieren denn obwohl sie vor Jahren als Mensch im Berghain neben mir sehr zerbrechlich und zurückhaltend wirkte, zeigen die Dokumentationen auf Netflix und die Interviews, die ich mir bis spät in die Nacht gestern reingezogen habe, ein starke Frau, die schon immer wusste das sie was zu sagen hat. Vielleicht hat die Beziehung zu der Vaterfigur im Film ein paar Anleihen an ihr echtes Leben genommen und vielleicht war es das was beim Zuschauer den Eindruck hinterlässt, das sie sich selber spielt. Im Grunde ist das aber egal – denn auch Lady Gaga spielt diese Rolle brillant und unglaublich authentisch mit einer Leichtigkeit die mich sehr beeindruckte.

Der Film hat mittendrin ein paar Momente die sich etwas ziehen ist aber sehr sehenswert und für mich sind die Schauspieler inkl Sam Elliot, den ich bei Big Lebowski geliebt habe, allesamt grandios. A star is born mag ein 3faches Remake sein, beweist aber das es nicht darauf ankommt ob du eine Idee klaust solange du die gleiche Geschichte neu verpackst und ehrlich erzählen willst. Dann hören dir die Leute zu und glauben das was du sagst oder darstellst. Als Kopie kann man selten besser dafür aber anders überzeugen als das Original. Und im Grunde erfinden wir uns sowieso nicht neu – auch wenn das der eine oder die andere Kollegin gerne mal auf den sozialen Netzwerken rausposaunt. Denn wie sagt Fr Dr Paul im

mer so zynisch : we’re born naked the rest is drag … und diese Kunst gibt es schon Jahrhunderte :)

About the author:
Has 2739 Articles

ABOUT
QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
Galerie
These old daysA Night with Bianca del RioFashion Overload!Love the Summergreen !Asian Fusion FashionRed is the new blonde ;)Blonde BombshellZuckerbrot und Peitsche
RSS BURLESQUE FASHION
  • Dragons Chain – glänzende Schuppenpanzer mit Stil
    Alle Bilder © Dragon Chains Schuppen möchte man ja eigentlich loswerden – die Werbung proklamiert etliche Shampoos um die lästigen Gesellen schnell loszuwerden, doch in diesem Fall rate ich stark davon ab – denn diese Schuppen schmücken extremst. Als ich das erste Mal von Dragons Chain gehört habe und Bilder auf den sozialen Netzwerken fand […]
  • Burlesque Outfits sind sinnlich und sexy
    © Shutterstock Burlesque Tänzerinnen haben einen verführerischen Hauch, der sie umgibt. Neben der knisternden Atmosphäre versprühen die Outfits auch einen geheimnisvollen Anteil. Durch zahlreiche feine Details, schöne paillettenbesetzte Abschnitte, Federn und mehr wird aus den Kleidern ein absoluter Hingucker. Doch was gehört alles zu einem solchen Outfit? Make-Up, Nageldesign und feurige Leidenschaft Klar ist, dass […]

Back to Top