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MozArt Group – Vier Saiten für ein Hallelujah

oder wozu streichen wenn man auch zupfen kann…

Mozart ist ja für manche ein wirkliches Schwergewicht der klassischen Musik und doch ist auch Mozart postum immer für ein Späßle zu haben, zumindest wenn es nach der polnischen MozArt Group geht. Den vier Herren im typischen „Pinguinoutfit“ stand der Schalk im Nacken, kaum das sie Ihre Instrumente zur Hand hatten. Fliessende Übergänge von Klassik zu Pop, von Rock zu Klassik und wieder zu Schlager und zurück…. alles geht, solange die Instrumente nicht den Geist aufgeben. Und das hätte passieren können, denn die vier Musiker haben ihre Lieblinge nicht geschont. Mit gesamten Körpereinsatz ergänzen unzählige Geräusche die gewählten Songs, die meist schon nach dem ersten Tönen zu erkennen waren.

Ich mag klassische Musik und ich mag Comedy aber ich hätte nie gedacht das beides Hand in Hand gehen kann ohne das dabei die Qualität der gespielten Töne leidet. Mit jedem Musikstück wird Schabernack getrieben und zumeist enden die Stücke wie sie anfingen …  virtuos – selbst wenn der Hardliner einen Hauch Blasphemie entdecken will, muß er zugeben, die Ideen mit denen die Stücke „verfälscht“ werden sind einmalig und äußerst komisch. Dabei wird einem schnell klar, die vier Herren aus Polen verstehen ihr Handwerk. Denn nur wer mit dieser Perfektion sein Instrument beherrscht kann eben diese eher ungewöhlichen Pfade betreten ohne das es albern wirkt – albern im Sinne von Nicht-Professionell.

Während mich die erste Halbzeit total faszinierte, wohl auch weil ich damit nur ansatzweise gerechnet habe, brauchte die zweite Halbzeit eine Weile um in Fahrt zu kommen. Aber das ist auch schon der einzige Kritikpunkt der mir bei der gestrigen Premiere aufgefallen ist. Neben Abba, Michael Jackson, Beatles und unzähligen Klassikern der Rock und Popgeschichte wurde getanzt, gesungen, getrampelt, gebrummt, geschnattern, geflötet, gejubelt und natürlich geklatscht… letzteres allerdings in deutlicher Überzahl vom Publikum. Mein Lieblingssport ist übrigens die Meinung der anderen beim Gang zur Toilette zu erhaschen, das klappt zwar nur wenn ich incognito on the road bin, aber immerhin 😉 … und auch dort hörte ich ausnahmslos positives .. ja sogar einige absolute superlative wurde benutzt. Kurzum.. wer Klassik mag und Comedy liebt muß ins TIPI am Kanzleramt solange die Herren MozArt Group noch auftreten. Und allen anderen empfehle ich es ebenfalls als ersten Schritt in eine klassisch-populäre und rockig-abgedrehte Ohrmuschelverzückung 🙂

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