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Moulin Rouge, Paris und der Eiffelturm

oder ein Wochenende mit tollem Sideprogramm

Paris… alle 10 Jahre sollte man da tatsächlich mal vorbeischauen. Der letzte Besuch liegt wirklich schon 10 Jahre zurück und hatte unter anderem ein Besuch im Crazy Horse im Programm. Natürlich wollte ich diesmal dann ins berühmte Moulin Rouge. Gesagt – getan. Doch zuvor noch einige verbale Impressionen aus der Stadt der Liebe. Wir wurden definitiv von der Sonne geküsst, denn im Gegensatz zu Berlin fühlte sich Paris wunderbar nach Frühling an. Da bot sich natürlich eine Fahrt auf der Seine an. Vorbei an all den Sehenswürdigkeiten und einer bewegenden Geschichte voller geköpfter Blaublüter. Natürlich durfte ein Besuch auf dem Eiffelturm nicht im Programm fehlen und weil ich jemand bin der ungerne an Schlangen ansteht hab ich uns einfach mal ne VIP Führugn gebucht. GET YOUR GUIDE … hilft allerdings auch nur bis zur zweiten Ebene – danach ist man dann auf sich selbst gestellt und leider waren die Temperaturen dann doch zu gut und der Turm bummsvoll. Der Weg bis zur Spitze und wieder runter sollte bei ca. 2 Stunden liegen und das konnte ich mir leider nicht geben. Dafür sind die 3 Tage in Paris einfach zu kostbar. Shit happens. Aber der Blick von der zweiten Etage und der Walk auf Glas war schon toll.

Frankreich glänzte natürlich auch mit seinen Kochkünsten und unsere Wahl fiel auf eine Empfehlung meiner lieben Bühnenkollegin Tara Darson vom Hotel Gl’Amouresque. Wir liessen Frühstück ausfallen und genossen einen wunderbaren Fischbrunch bei Huguette Bistro. Leckere überbackene Austern und exquisite Tintenfisch&Chips. Das hübsch eingerichtete Restaurant besticht auch mit einer lebendigen Terrassenkultur, die man allerdings vorher reservieren sollte. Mit gut gefüllten Magen ging es dann in den berühmten Louvre um endlich mal meine Schwester im Original zu sehen. Wenn man so viele Jahre als Mona Lisa auf der Bühne stand ist es schon witzig endlich mal direkt neben ihr zu stehen. Es fühlte sich irgendwie gewohnt an.. fast wie nach Hause kommen und letztendlich standen mindestens genausoviel Menschen vor ihr wie vor meiner Bühne :). Im Louvre kann man sich tatsächlich verlieren… und unzählige Stunden verbringen doch irgendwann ruft dann schon wieder der Magen und auch diesmal sollte es Fisch sein. In dem Fall allerdings Sushi aber auf eine ganz besondere Weise. Die Blueberry Maki Bar ist offenabr so ein hipper Treff doch wir hatten Glück und bekamen wirklich leckere und mal andere Sushi serviert. Finanziell ist der Laden leider etwas hochpreisig und so richtig satt geht man erst da raus wenn man tief in die Tasche gegriffen hat. Auch die berühmten Stoffläden sind keine Schnäppchenveranstaltung. Brauchbare Angebote sucht man leider vergebens. Und ich hatte doch große Hoffnungen ein schickes Mitbringsel einzusacken. Leider auch hier… Fehlanzeige.

Doch dann kam der Abend. Das Moulin Rouge. Schon das Entree schreit nach Geschichte pur. Frank Sinatra, Liza Minelli und so viele mehr standen auf dieser 130jahre alten Bühne. Dank eines wunderbaren Freundes bekamen wir tolle Plätze und warteten bis der Glitzervorhang sich öffnete. Gleich zu Beginn wurde die Bühne mit wunderschönen barbusigen Damen in glitzergrandiosen Kostümen überschwemmt. Es funkelte und stolzierte an allen Ecken. Zwischen den kleinen Geschichten, die das Moulin Rouge Ensemble erzählt, traten einmalige Artisten auf, die aus meiner Sicht Weltklasseniveau hatten. Doch ich wäre nicht ehrlich, wenn ich nach all den Jahren nicht auch ein Hauch Kritik anmerken müsste. Während die Damen die gesamten 90 Minuten in grandiosen Federn und Swarowskis gehüllt wurden und gleichzeitig trotzdem viel Haut zeigten, waren die Herren der Schöpfung mehr oder weniger die gesamte Zeit sehr angezogen. Erst zum Schluß durften auch sie zeigen was sie haben und da fragte man sich dann warum die etlichen Sixpacks nicht schon eher auf der Bühne stattfanden. Gefühlt war in dem Augenblick auch ziemlich viel los im Publikum :)

Das Moulin Rouge ist einfach eine Legende und der Besuch rundet das Vergnügen in Paris ab. Danke Paris für dieses tolles Wochenende bei dem ich schon am frühen morgen beim Augenaufschlagen einen Blick auf den Eiffelturm erhaschen konnte. Jaja…. Nobel geht die Welt zugrunde aber schön ist es schon.

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