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Mit Schrecken im Outback des Never Never Land Restaurants

oder Down Under kann auch eine ganz neue Bedeutung bekommen

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Schlechte Kritiken sind immer eine zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es gerade in Deutschland sehr einfach alles schlechtzuquatschen weil es gern gelesen wird und andererseits habe ich mich schon lange nicht mehr über schlechtes Essen verbal ausgekotzt. Letzteres wäre mir aber im Anschluß an den Besuch des Never Never beinahe passiert, deswegen kann ich nicht anders als darüber zu schreiben. Im Rahmen der kommenden Dschungelcamp Staffel wurde mir ein Besuch im Never Never Land in Berlin Steglitz „verordnet“, denn man wolle doch mal sehen was die Kandidaten im Dschungelcamp zu ertragen haben. Zum Interior kann man wenig sagen, schlichte Holzkonstruktionen lassen wenig Outbackfeelings aufkommen aber zumindest die nette Bedienung, die nur englisch sprach, vermittelte ein wenig Down Under Feeling.

Man soll ja niemals ein Buch nach dem Cover beurteilen und somit bestellten wir munter drauf los. Die Vorspeise war die erste Herausforderung. Heuschrecken auf Salat – kann man machen, muß man aber nicht. Heuschrecken schmecken einfach nach knusprigen Chips aber zumindest hatte diese Vorspeise unterhaltungswert. Viel schlimmer waren da so Standardgerichte wie ein einfaches Tomatensüppchen und ein Meeresfrüchtesalat. Das Süppchen war eigentlich nicht mehr als aufgepeppter Instant und der Meeresfrüchtesalat hatte schon meine Nase erreicht, als er noch in der Küche stand. Was dann kam war unterirdisch. Aufgewärmte graue Tiefkühl-Tintenfischbeine auf einem Bett voller Grünzeug für knapp 10 EUR. Von frischen und eigentlich sehr leckeren Meeresfrüchten so weit entfernt wie icke von der Milchstraße. Das dann auch noch der Küchenchef / Inhaber mit dem Argument an den Tisch kam – Fisch müsse riechen verschlug mir sprichwörtlich fast den Atem. Außerdem wäre es ja wohl Geschmackssache und ich müsse das trotzdem bezahlen…. ääääääähhhh … gehts noch !!

Die Hamburger aus Bison und Rindfleisch waren unspannend aber meine Mitmenschen hatten nichts daran auszusetzen. Als mein Burger aus dem Fleisch von Australiens Nationaltier gebracht wurde, brach ich, nach dem ersten Bissen, beinahe in Tränen aus. Ein bis zur Unkenntlichkeit todgebratenes flaches Stück… ähhh…. Fleisch!??! lag da zwischen den Brotscheiben. Weit weg vom saftigen frischen Fleischballen ala THE BIRD…. und nicht essbar. Zumindest an dieser Stelle wurde der Mann in der Küche einsichtig und brachte mir auf Wunsch einen neuen Burger… der diesmal wenigstens nach Fleisch schmeckte und nicht nach verkohltem Bratfett. Mancheiner würde jetzt sagen „Pech“.. aber mein Pech ereilte mich dann auch bei der Getränkewahl. Nach dem zweiten Aperol mit Sekt auf Eis war letzteres einfach mal aus… EIS war aus… nochmal zum Mitschreiben: es gab in einem Restaurant das auch Cocktails in Hülle und Fülle anbietet kein gefrorenes Wasser mehr. Spätestens jetzt fing ich an nach der versteckten Kamera zu suchen…

Glücklicherweise bin ich schon diverse Male in Berlin in den Genuß von gutem australischen Essen gekommen. Das WOOLOOMOOLOO, das es leider nicht mehr gibt oder auch das wiedereröffnete sensationelle BILLABONG in Mitte zauberten oft genug ein grandioses Mahl auf meinen Teller… da kann ich guten Gewissens aus dem Namen NEVER NEVER einen Dauerzustand machen ;-)

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