Queerlesque Magazine – Kultur – Burlesque – Dragqueen – Berlin
1 Comment 19 Views

Medienpreis Bambi – fieser als ein tiefgekühltes asiatisches Fertiggericht

oder das kleine goldene Rehkitz und Rapper Bushido – immer für einen Medienhype gut…

Es ist nicht einfach mit seiner Vergangenheit zu leben. Wir alle nagen noch an der unseren, während manche zu dem Thema genervt die Augen verdrehen, versuchen andere unsere Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dabei ist die Vergangenheit ist immer so eine Sache… man wird sie einfach nicht los und ändern kann man sie schon gar nicht. Trotzdem verfolgt sie einen für künftige Ereignisse wie ein schwerer schwarzer Schatten – egal wie sehr man versucht ihm auszuweichen. Der Rapper Bushido wird nun für seine Integrationsarbeit in der Vergangenheit mit einem goldenen Kalb.. ähh… Reh belohnt. Teil der Begründung als Zitat: „Er gilt als der erfolgreichste Rap-Musiker Deutschlands und steht für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft“…. Ähhhmmm… OK. Also es mag manch einem nicht ganz klar sein warum man mit vielen verkauften Platten plötzlich zu einem goldenen Hirschen …ähh… Reh kommt, aber das ist hier halt so in Good Old Germany. Bülent Ceylan würde jetzt sagen: Der Verkaufserfolg hat Bushido zum Vorzeigeausländer mutieren lassen…

Dabei waren Bushidos Texte in der Vergangenheit alles andere als frauenfreundlich und vor allem tolerant gegenüber der queeren Gesellschaft. Mit fiesen Hasszeilen zog er über Randgruppen und „Anderslebende“ her und erreichte damit offenbar eine breite Käuferschicht. Wo war denn da die Message für das Miteinander? Nun fragt ich mich allerdings, warum dieser ehemalige Bad Boy erst jetzt angeprangert wird und nicht gleich wegzensiert? Und ausserdem stellt sich mir die Frage viel eindringlicher, wie es sein kann, das man mit solchen Texten in der heutigen Gesellschaft überhaupt einen breiten Zuspruch und unzählige Auszeichnungen bekommt? Genau… Erfolg heiligt die Mittel. Heute, wo es wichtiger scheint Silikonmöpse vor sich herzutragen als soziales Engagement, heute, wo schon lange das Cover wichtiger ist als der Inhalt, heute wo ehemalige Gangster Rapper goldene Hennen… aääh… Rehe bekommen ist alles Medial. Ich weiß im Augenblick nicht ob Bushido sich heute von seinen „Jugendsünden“ distanziert und ich weiß auch nicht ob er es könnte, selbst wenn er wollte, denn an dem Punkt wo er steht, regiert die Kohle, das Image und die Macht der Plattenfirmen. Schnell verfällt man dieser Abhängigkeit und handelt entgegen seiner Überzeugung – ein anderes prominentes Beispiel: Uns Angela !!. Bushido war mal ein böser Strassenjunge mit Wut auf alles Fremde in einer fremden Gesellschaft. Heute muß er sich kaum noch sorgen um seine Zukunft und kann vieles mit anderen Augen sehen… Geld kann eine unheimlich entspannende Wirkung haben, weitsicht fördern aber auch eine riesengroße Verpflichtung sein – nämlich es nicht wieder zu verlieren.

Aus meiner Sicht ist ein goldenes Schaf … ähh.. Reh für Bushido die gleiche Provokation die der Rapper selber in seinen Lieder proklamiert hat… und wahrscheinlich sind wieder schlaue PR/Medienjonglierer auf diese Idee gekommen um die Verleihung als solche, mal wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu zerren, denn ganz ehrlich, wer von Euch kann mit dem goldenen Frosch … ähh.. Reh etwas anfangen, bzw. wer würde da hingehen und freiwillig Karten kaufen… wenn da nicht zufällig ein paar Spannungsbögen aufgebaut werden – ditt sind schließlich nicht die Oscars oder Globes!! Was mich auch noch fasziniert, wie schnell ein Koloß wie der Burda Verlag verzeihen bzw. vergessen kann. Schließlich haben sich die beiden Platzhirsche ja mal richtig lustig vor Gericht getroffen und bis aufs Blut gestritten. BU vs. BU scheint vergessen und gesangliche Partnerschaften mit anderen Feinden wie Sido zeigen doch das das Älterwerden auch Weise machen kann. Aus beinahe sicheren Kreisen weiß ich sogar das Bushido schon lange aus den Brennpunkten der Hauptstadt flüchten mag und sich für die ruhigen Randbezirke wie Lichterfelde und Zehlendorf interessiert 🙂 ….  Fest steht der Rummel dient nur den Einschaltquoten der Bambi Verleihung aus Wiesbaden… in diesem Sinne laßt die Flimmerkiste aus und  geht heut‘ doch einfach mal zu Katzenjammer in die Columbiahalle – tolle Mädels, tolle Musik und vor allem LIVE !! Ick find Katzen sowie viel toller als vergoldete Elefanten… ähh…. Bambis 🙂

Tagged with:
About the author:
Has 2707 Articles

1 COMMENT
  1. Toni

    Recht hast du und genauso hab ichs gemacht..Katzenjammer aufgelegt und mich aufs heutige Konzert in Köln eingestimmt 😀

LEAVE YOUR COMMENT

Your email address will not be published. Required fields are marked *

BITTE ALS MENSCH IDENTIFIZIEREN. DANKE. *

RELATED ARTICLES
ABOUT
QUEERLESQUE Mag ist das Magazin für Kultur und Burlesque Lebensart aus Berlin. WIr möchten einen subjektiven Überblick über die Vielfalt der Kultur in Berlin und Deutschland vermitteln. Internationale Burlesque Events und Vaudeville Kultur stehen dabei genauso im Fokus wie Travestie und jede Art der queeren Abendunterhaltung. Seit 2006 findet ihr hier gut gemeinte Ratschläge, kulinarische Tipps und Entdeckungen aus meinem bunten Berlin :)
Galerie
Blonde BombshellZuckerbrot und PeitscheO zapft is ! 2017Sayonara Tokyo PremiereSparkeling OverloadThank you for following me here and on instagramPeek-a-Boo by Videnoir FashionDie fabelhafte Welt der Fabelwesen :)
RSS BURLESQUE FASHION
  • Burlesque Dessous stärken das Selbstbewusstsein
    © Shutterstock Es ist kein Geheimnis, dass viele Frauen großen Wert auf schöne Dessous legen. Eine Frau, die ästhetisch ansprechende und hochwertige Wäsche trägt, fühlt sich sexy, ganz gleich, was sie darüber trägt. Die Gewissheit schöne und aufregende Wäsche zu tragen, verhilft Frauen zu mehr Selbstbewusstsein und verbessert die Ausstrahlung. Dessous helfen unvorteilhafte Körperpartien zu […]
  • Traumhafte Nachthemden – Verführerisch auf der Bühne und im Schlafzimmer
    © shutterstock Mit traumhaften Dessous kann jede Frau einen tollen Auftritt hinlegen – Hollywood sei Dank. Schließlich kam das Babydoll erst durch den US-amerikanischen Spielfirm Baby Doll – Begehre nicht des anderen Weib aus dem Jahr 1956 in Mode. Auch das Negligé kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, wurde es doch schon im 18. Jahrhundert […]

Back to Top

banner_closer

LIEBE CLOSER LESER
ICH FREUE MICH ÜBER EUER INTERESSE UND MÖCHTE EUCH NEBEN DIESER KULTURKOLUMNE NOCH MEINE INSTAGRAM SEITE EMPFEHLEN.
SCHAUT MAL VORBEI.

×
FOLLOW ME ON INSTAGRAM

banner_closer

AN ALLE LESER DES MAGAZINS ‚CLOSER‘
VIELEN VIELEN DANK FÜR EUER INTERESSE. AKTUELLE PROJEKTE UND BILDER MEINER ARBEIT FINDET IHR AUF INSTAGRAM !
ÜBER EIN HERZ ODER EIN FOLLOW FREUE ICH MICH SEHR.
DANKESCHÖN!

×